Grüne wollen Recht auf Vollzeit

Politik: Forderung nach Arbeitnehmerrechten in Berlin

Berlin () – Die Arbeits- und Sozialpolitikerin Ricarda Lang (Grüne) fordert vor dem Hintergrund der laufenden Debatte um den Rechtsanspruch auf Teilzeit für Beschäftigte ein auf Vollzeit. „Beschäftigte sollen einen Rechtsanspruch auf Aufstockung ihrer Arbeitszeit bis hin zur Vollzeit bekommen, wenn im Betrieb entsprechendes Arbeitsvolumen vorhanden ist“, sagte Lang den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben). „Wenn wir es mit der Flexibilität ernst meinen, muss zugleich auch die Brückenteilzeit deutlich ausgeweitet werden.“

Das Ziel sei mehr Vereinbarkeit statt mehr Verfügbarkeit. Dafür müsse auch die Betreuungs- und Pflegeinfrastruktur massiv ausgebaut werden, „damit Vereinbarkeit nicht vom guten Willen abhängt, sondern Alltag wird“, sagte die ehemalige Grünen-Chefin weiter.

Lang sieht in dem CDU-Vorstoß zur Einschränkung des Rechts auf Teilzeit einen Angriff auf Arbeitnehmerrechte. „Während Teile der noch so tun, als ginge es ihnen um Flexibilität, spricht Gitta Connemann ganz klar aus, was das eigentliche Ziel ist: weniger Rechte, weniger Schutz, weniger Freiheit für Beschäftigte“, sagte die Ex-Grünen-Chefin. „Der Wirtschaftsflügel der Union beweist damit eindrücklich, wie komplett ignorant die CDU gegenüber der Lebensrealität der im Land ist – insbesondere der Frauen.“

Wer in Teilzeit arbeite, ziehe oft Kinder groß, Angehörige oder engagiere sich ehrenamtlich. „Das ist nicht faul, sondern ehrenwert“, erklärte Lang. Manche würden auch in Teilzeit arbeiten, weil sie einfach körperlich sehr harte Jobs hätten.

Vor allem Frauen würden häufig gern mehr arbeiten, es fehle aber an der notwendigen Infrastruktur oder der Bereitschaft in den Betrieben, führte die Grünen-Politikerin weiter aus. „Statt diese Probleme zu lösen, redet die Union lieber die Menschen faul und das Land schlecht.“ Statt den Fachkräftemangel wirklich anzugehen, mache sie Arbeit insbesondere für Frauen unattraktiver, so Lang. „Die Union will einen Vollzeitzwang, wir fordern ein Recht auf Vollzeit.“

Die CDU-Politikerin Gitta Connemann hatte unter dem Schlagwort „Lifestyle-Teilzeit“ eine deutliche Einschränkung des bisher geltenden Rechtsanspruchs auf Teilzeitarbeit ins gebracht und damit eine lebhafte Debatte über Arbeitszeit und Arbeitnehmerrechte angestoßen.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Ricarda Lang (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Grüne, Funke-Mediengruppe, CDU, Gitta Connemann

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Wo spielt die Handlung des Artikels?

Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind: Berlin.

Worum geht es in einem Satz?

Ricarda Lang von den Grünen fordert ein Recht auf Vollzeitbeschäftigung, um die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben zu verbessern, und kritisiert gleichzeitig die CDU für Vorstöße zur Einschränkung des Rechts auf Teilzeitarbeit, die sie als Angriff auf Arbeitnehmerrechte sieht.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Laufende Debatte um Rechtsanspruch auf Teilzeit
  • Forderung nach einem Rechtsanspruch auf Vollzeit
  • Ziel der Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • Mangel an Betreuungs- und Pflegeinfrastruktur
  • CDU-Vorstoß zur Einschränkung des Rechts auf Teilzeit
  • Wahrnehmung von Arbeitnehmerrechten durch die Politik
  • Relationen zwischen Teilzeitarbeit, familiären Verpflichtungen und körperlich anspruchsvollen Jobs
  • Gender-Aspekte und Bedürfnisse von Frauen im Arbeitsmarkt
  • Diskussion über den Fachkräftemangel und Arbeitsattraktivität

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Ricarda Lang fordert Recht auf Vollzeit für Beschäftigte
  • Betont, dass Aufstockung auf Vollzeit möglich sein sollte, wenn entsprechendes Arbeitsvolumen vorhanden ist
  • Kritisiert CDU-Vorstoß zur Einschnürung des Rechts auf Teilzeit als Angriff auf Arbeitnehmerrechte
  • Hebt hervor, dass Teilzeit oft von Menschen gewählt wird, die Kinder großziehen, Angehörige pflegen oder ehrenamtlich tätig sind
  • Fordert Ausweitung der Brückenteilzeit und Ausbau der Betreuungs- und Pflegeinfrastruktur
  • Kritisiert Union für Ignoranz gegenüber Lebensrealitäten, besonders von Frauen
  • Sieht CDU als Verfechter eines "Vollzeitzwanges"
  • CDU-Politikerin Gitta Connemann stößt Debatte über "Lifestyle-Teilzeit" an

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Forderung nach einem Rechtsanspruch auf Vollzeit
  • Forderung nach Ausweitung der Brückenteilzeit
  • Notwendigkeit des massiven Ausbaus der Betreuungs- und Pflegeinfrastruktur
  • Warnung vor weniger Rechten und Schutz für Beschäftigte
  • Kritik an der Ignoranz gegenüber der Lebensrealität der Menschen
  • Betroffenen sind oft Frauen, die gerne mehr arbeiten würden
  • Problematik von Fachkräftemangel wird nicht angegangen
  • Arbeit wird insbesondere für Frauen unattraktiver
  • Anprangerung des Vorwurfs, Menschen seien faul
  • Protest gegen den Vorschlag eines Vollzeitzwanges

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Ricarda Lang (Grüne) zitiert, die einen Rechtsanspruch auf Vollzeit fordert und die CDU-Politik als Angriff auf Arbeitnehmerrechte bezeichnet.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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