Streit über Auslandsreisen junger Männer

Streit über Auslandsreisen junger Männer

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Verteidigungspolitik in Berlin: Wehrpflichtänderungen im Fokus

Berlin () – Eine Änderung im Wehrpflichtrecht sorgt für Streit unter den Parteien im Bundestag. Das berichtet die „Welt“. Männer unter 45 Jahren sollen demnach künftig eine Genehmigung der Bundeswehr einholen, wenn sie länger als drei Monate ins Ausland reisen wollen. Die Neuregelung gilt seit Jahresbeginn, ihre praktische Bedeutung ohne eine vom Bundestag zu beschließende Wehrpflicht ist jedoch unklar.

Der verteidigungspolitische Sprecher der Union, Thomas Erndl, ordnet die Vorschrift als Teil der Wehrerfassung ein. „Die Regelung ist Teil der Wehrerfassung, wie auch die verpflichtende Musterung, und ist formal unabhängig von einer verpflichtenden Heranziehung im Rahmen einer Bedarfswehrpflicht zu sehen“, sagte Erndl der „Welt“. Zugleich sprach er sich für eine pragmatische Umsetzung aus: Solange der Wehrdienst freiwillig sei, solle es keinen echten Genehmigungsprozess geben. Denkbar sei stattdessen eine bloße „Mitteilungspflicht“, so Erndl.

Die Linke sieht die Regelung im Zusammenhang mit einer möglichen Wehrpflicht. „Wir gehen allerdings fest davon aus, dass diese kommen wird. Nicht umsonst warnen wir seit Amtsantritt der Koalition vor ihrer Wiedereinführung und den massiven Grundrechtseinschnitten, die damit einhergehen würden“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Desirée Becker der „Welt“. Die aktuelle Aufregung zeige zudem, wie „handwerklich schlecht“ das Gesetz gemacht sei, so Becker.

Die sicherheitspolitische Sprecherin der Grünen, Sara Nanni, forderte Klarheit. „Ich erwarte eine zügige Klarstellung des Ministeriums. Die Bürger haben ein Recht darauf, schnell zu wissen, ob und falls ja welche Pflichten zum Melden sie haben“, sagte Nanni der „Welt“.

Auch die AfD sieht Probleme. „Die möglichen Konsequenzen des Wehrdienst-Modernisierungsgesetz (…) sind gravierend und treten nicht nur im Spannungs- und Verteidigungsfall in Kraft, sondern, auch wenn der Bundestag mit einfacher Mehrheit eine Bedarfswehrpflicht beschließt“, sagte der verteidigungspolitische Sprecher Rüdiger Lucassen der „Welt“. Die Bundesregierung wäre gut beraten, „eine pragmatische Lösung ohne großen Verwaltungsaufwand und unnötige Zumutungen an junge Männer zu erarbeiten“, so Lucassen.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Reisende an einem Gepäckband (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Thomas Erndl, Desirée Becker, Sara Nanni, Rüdiger Lucassen

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Bundestag, Bundeswehr, Union, Die Linke, Koalition, Grünen, AfD, Bundesregierung

Wann ist das Ereignis passiert?

Die Neuregelung gilt seit Jahresbeginn.

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Berlin

Worum geht es in einem Satz?

Die Neuerung im Wehrpflichtrecht, die Männern unter 45 Jahren bei Reisen über drei Monate eine Genehmigung der Bundeswehr auferlegt, sorgt für parteipolitische Spannungen im Bundestag, da unklar bleibt, welche praktische Bedeutung dies ohne eine verpflichtende Wehrpflicht hat.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Änderung im Wehrpflichtrecht
  • Genehmigung der Bundeswehr für längere Auslandsreisen für Männer unter 45
  • Neuregelung seit Jahresbeginn
  • Unklare praktische Bedeutung ohne beschlossene Wehrpflicht
  • Teil der Wehrerfassung
  • Diskussion um verpflichtende Musterung
  • Verknüpfung mit möglicher Wiedereinführung der Wehrpflicht
  • Forderung nach Klarheit bezüglich Meldepflichten
  • Bedenken hinsichtlich gravierender Konsequenzen

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Streit unter den Parteien im Bundestag über Änderung im Wehrpflichtrecht
  • Männer unter 45 Jahren benötigen Genehmigung der Bundeswehr für Auslandreisen über drei Monate
  • Verteidigungspolitischer Sprecher der Union sieht Vorschrift als Teil der Wehrerfassung
  • Union fordert pragmatische Umsetzung ohne echten Genehmigungsprozess
  • Linke warnt vor Wiedereinführung der Wehrpflicht und Grundrechtseinschnitten
  • Linke kritisiert handwerkliche Qualität des Gesetzes
  • Grüne fordern schnelle Klarstellung des Ministeriums zu Meldepflichten
  • AfD sieht gravierende Folgen des Wehrdienst-Modernisierungsgesetzes
  • AfD fordert pragmatische Lösungen ohne unnötige Zumutungen für junge Männer

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Streit unter den Parteien im Bundestag
  • Unklarheit über die praktische Bedeutung der Regelung
  • Teil einer Wehrerfassung
  • Möglichkeit einer Mitteilungspflicht statt Genehmigungsprozess
  • Warnungen vor Wiedereinführung der Wehrpflicht
  • Grundrechtseinschnitte im Zusammenhang mit möglicher Wehrpflicht
  • Forderung nach Klarheit über Meldepflichten
  • Gravierende Konsequenzen im Spannungs- und Verteidigungsfall
  • Notwendigkeit einer pragmatischen Lösung ohne großen Verwaltungsaufwand

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel werden mehrere Stellungnahmen zitiert. Eine davon ist die Aussage des verteidigungspolitischen Sprechers der Union, Thomas Erndl, der die Vorschrift als Teil der Wehrerfassung einordnet und eine pragmatische Umsetzung fordert.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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