Wirtschaft: Taxipreise in Deutschland und Berlin
Berlin () – Taxifahren ist in deutschen Großstädten einer Studie zufolge im internationalen Vergleich auffällig teuer. Das berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Selbst die günstigste der untersuchten deutschen Städte, Dortmund, liegt demnach mit 17 Euro für eine standardisierte fünf Kilometer lange Fahrt deutlich über Madrid (11,35 Euro), Rom (12,18 Euro), Dublin (12,21 Euro), Warschau (9,08 Euro) und Lissabon (7 Euro). Der Bundesverband Taxi und Mietwagen weist die Schlussfolgerungen jedoch zurück und kritisiert die Methodik der Untersuchung.
Die Studie des Wettbewerbsökonomen Wolfgang Benedikt Schmal, aus der die Funke-Zeitungen zitieren, wurde vom Bundesverband „Wirfahren“, einem Verband der Mietwagenbranche, in Auftrag gegeben. Anders als Taxis, deren Preise kommunal festgelegt werden, können Mietwagenunternehmen ihre Preise grundsätzlich freier gestalten. Plattformen wie Uber treten dabei als Vermittler zwischen Fahrgästen und Fahrdienstleistern auf.
Verglichen wurden die Tarife von 15 deutschen Großstädten mit zehn europäischen Hauptstädten und New York. Grundlage ist jeweils eine standardisierte fünf Kilometer lange Fahrt einschließlich vier Minuten Wartezeit. An der Spitze der deutschen Städte liegt Dresden mit 21,97 Euro, gefolgt von München mit 21,80 Euro und Köln mit 21,70 Euro. Berlin kommt auf 18,35 Euro. Nur Kopenhagen ist im internationalen Vergleich mit 25,04 Euro teurer. New York liegt bei 20,57 Euro.
Auch gemessen an der regionalen Wirtschaftskraft sieht die Studie Deutschland im internationalen Vergleich schlecht. Der sogenannte BIP-Preis-Quotient liegt demnach in Dublin bei 8,781, in New York bei 5,590 und in Stockholm bei 4,569. Die deutschen Städte liegen zwischen 3,336 in München und 1,579 in Dresden. Je höher der Wert, desto günstiger ist die Taxifahrt gemessen an der regionalen Wirtschaftsleistung.
Der Bundesverband Taxi und Mietwagen hält dagegen. Taxifahren in Deutschland habe einen Preis, der sicherstelle, dass der Fahrer sozialversicherungspflichtig angestellt sein könne, sagte Geschäftsführer Michael Oppermann den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Trotz hoher Lohn- und Lohnnebenkosten liege Deutschland international im Mittelfeld.
Die Studie berücksichtige die Kosten der Taxiunternehmen überhaupt nicht, kritisierte Oppermann. Rund zwei Drittel der Kosten entfielen auf Personal, hinzu kämen unter anderem Fahrzeuge und Kraftstoff. Es sei ihm nicht erklärlich, wie man ernsthaft eine ökonomische Untersuchung zu den Taxitarifen anstellen könne, ohne dabei auch die Kostenstruktur der Unternehmen zu beleuchten.
Eine Liberalisierung der Preise lehnt der Verband nicht grundsätzlich ab. Möglich seien moderate Korridor-Optionen, zudem müsse etwa die Kartenakzeptanz flächendeckend sichergestellt werden. Zugleich müsse verhindert werden, dass Plattformen mit Angeboten außerhalb des Taxitarifs die Preise systematisch unterböten. Oppermann fordert dafür Mindestbeförderungsentgelte für Mietwagen.
Kritik übt der Verband zudem an der Auswahl der Vergleichsstädte. Die Studie lege weder ein Auswahlkriterium noch einen Sampling Frame oder eine Vollerhebung offen. Städte wie Sofia, Prag, Tallinn oder Zagreb seien nicht berücksichtigt worden und lägen nach eigenen EU-Vergleichen des Verbands bei den Kosten für eine Taxifahrt teils deutlich über deutschen Städten.
Der Bundesverband „Wirfahren“ sieht dagegen gerade in der staatlichen Tarifbindung einen Grund für das hohe Preisniveau. Mehr Preiswettbewerb könne zu niedrigeren und stärker an der regionalen Kaufkraft orientierten Preisen führen, argumentiert die Studie. „Um von diesem Preisniveau wieder herunterzukommen, brauchen wir Flexibilität“, sagte der Co-Vorsitzender Thomas Mohnke den Funke-Zeitungen . Die Unternehmen sollten ihre Preise stärker an Angebot und Nachfrage anpassen können.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Wolfgang Benedikt Schmal, Michael Oppermann, Thomas Mohnke
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Bundesverband Taxi und Mietwagen, Wirfahren, Uber, Funke-Mediengruppe, Bundesverband „Wirfahren“, Europäische Union
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin, Dortmund, Madrid, Rom, Dublin, Warschau, Lissabon, Dresden, München, Köln, Kopenhagen, New York, Stockholm, Sofia, Prag, Tallinn, Zagreb
Worum geht es in einem Satz?
Laut einer Studie sollen Taxifahrten in deutschen Großstädten im internationalen Vergleich besonders teuer sein, was der Bundesverband Taxi und Mietwagen jedoch wegen zweifelhafter Methodik und fehlender Berücksichtigung der Kostenstruktur zurückweist.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Taxifahren ist in deutschen Großstädten laut einer Studie im internationalen Vergleich auffällig teuer
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Der Bundesverband Taxi und Mietwagen weist die Schlussfolgerungen der Studie zurück und kritisiert insbesondere die Methodik
- Michael Oppermann sagt, die Studie berücksichtige die Kosten der Taxiunternehmen nicht und belege deshalb keine ökonomische Bewertung der Tarife
- Der Verband fordert dafür Mindestbeförderungsentgelte für Mietwagen, um systematisches Unterbieten durch Plattformen zu verhindern
- Der Verband kritisiert außerdem die Auswahl der Vergleichsstädte und bemängelt fehlende Transparenz zu Auswahlkriterien und Datengrundlage
- „Wirfahren“ argumentiert dagegen, das hohe Preisniveau liege gerade an der staatlichen Tarifbindung, und fordert mehr Flexibilität für Preisgestaltung nach Angebot und Nachfrage
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Taxifahren in deutschen Großstädten wird im internationalen Vergleich als auffällig teuer dargestellt
- Kritik an der Methodik der Untersuchung und an der Vergleichsgrundlage durch den Bundesverband Taxi und Mietwagen
- Debatte um Preisbindung und staatliche Regulierung im Taximarkt
- Forderungen nach mehr Preisflexibilität und moderaten Preisanpassungen statt strikter Bindung
- Diskussion über Auswirkungen von Liberalisierung auf das Preisniveau
- Forderung nach Mindestbeförderungsentgelten für Mietwagen, um systematisches Unterbieten durch Plattformen zu verhindern
- Zweifel an der Kostenbetrachtung der Studie und an der Einbeziehung der Kostenstruktur von Taxiunternehmen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja: Der Geschäftsführer des Bundesverbands Taxi und Mietwagen, Michael Oppermann, sowie der Co-Vorsitzende Thomas Mohnke werden im Artikel mit Aussagen zitiert.
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