Chemische Industrie drängt auf Pipeline-Netz für CO2-Endlager

Chemische Industrie drängt auf Pipeline-Netz für CO2-Endlager

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Chemische Industrie drängt auf Pipeline-Netz für CO2-Endlager

Berlin () – Anlässlich der Bundestagsberatungen über einen Gesetzentwurf zur dauerhaften Speicherung von CO2 in unterirdischen Lagerstätten fordert der Verband der Chemischen Industrie (VCI) den raschen Aufbau eines dazugehörigen Pipeline-Netzes.

„Das CO2-Pipelinenetz ist entscheidend für die Zukunft des Industriestandorts und das Erreichen der Klimaziele“, sagte VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup der „Rheinischen Post“ (Donnerstagausgabe). „Es sollte wie das Wasserstoffkernnetz als Infrastruktur von überragendem öffentlichem Interesse anerkannt werden“, forderte er. „Um Planung und Ausbau zu beschleunigen, muss der Staat die Finanzierung absichern und die Kostenrisiken abfedern, statt das Netz ausschließlich privat zu finanzieren.“

Der deutsche Naturschutzring (DNR) warnte vor zu hohen Erwartungen. „CCS kann einen Beitrag leisten, der aber allenfalls homöopathisch sein wird“, sagte DNR-Präsident Kai Niebert. „Denn: CCS ist energieintensiv, teuer und bleibt risikobehaftet. Ein großflächiger Einsatz mit explodierenden Kosten würde die Energiewende ausbremsen und fossile Abhängigkeiten zementieren, statt sie abzubauen.“

Der Weltklimarat (IPCC) bewertet CCS als Instrument, um mit schwer vermeidbaren Emissionen, wie beispielsweise in der Zement-, Stahl- oder Chemieindustrie, umzugehen. Zugleich warnt der IPCC, dass Pläne für CCS die Anreize zur nötigen sofortigen Emissionsminderung verwässern könnten. Ende vergangener Woche hatte eine Studie gezeigt, dass die weltweit nutzbaren CO2-Speicherkapazitäten nur einen Bruchteil der bisherigen Schätzungen aus Forschung und Industrie betragen.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Chemie-Anlagen (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Wolfgang Große Entrup, Kai Niebert

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Verband der Chemischen Industrie (VCI), Rheinische Post, deutscher Naturschutzring (DNR), Kai Niebert, Weltklimarat (IPCC)

Wann ist das Ereignis passiert?

Nicht erwähnt

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Die beschriebenen Ereignisse finden in Berlin statt.

Worum geht es in einem Satz?

Der Verband der Chemischen Industrie fordert den schnellen Aufbau eines CO2-Pipelinenetzes zur dauerhaften Speicherung von CO2, während der Naturschutzring vor übertriebenen Erwartungen an die Technologie warnt und der IPCC dessen Rolle in der Emissionsminderung als begrenzt erachtet.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

Der Hintergrund für das beschriebene Ereignis ist die Diskussion über den Gesetzentwurf zur dauerhaften Speicherung von CO2 in unterirdischen Lagerstätten im Kontext der Bundestagsberatungen. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) fordert den schnellen Aufbau eines CO2-Pipelinenetzes, um die Klimaziele zu erreichen und den Industriestandort Deutschland zukunftsfähig zu gestalten. Kritiker wie der deutsche Naturschutzring äußern jedoch Bedenken hinsichtlich der Wirksamkeit und der wirtschaftlichen Machbarkeit von Carbon Capture and Storage (CCS).

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

Im Artikel wird berichtet, dass der Verband der Chemischen Industrie (VCI) den raschen Aufbau eines CO2-Pipelinennetzes fordert, um die Klimaziele zu erreichen und den Industriestandort zu sichern. Gleichzeitig äußert der deutsche Naturschutzring (DNR Bedenken, dass CCS nur begrenzte Effekte haben könnte und die Energiewende eher bremsen als fördern würde.

Welche Konsequenzen werden genannt?

Die Folgen oder Konsequenzen, die im Artikel erwähnt werden, sind:

Rascher Aufbau eines CO2-Pipelinenetzes, Erreichen der Klimaziele, Planung und Ausbau muss beschleunigt werden, Finanzierung muss vom Staat abgesichert werden, zu hohe Erwartungen an CCS, CCS ist energieintensiv und teuer, Risiken von CCS, großflächiger Einsatz könnte Energiewende ausbremsen, fossile Abhängigkeiten könnten zementiert werden, Anreize zur sofortigen Emissionsminderung könnten verwässert werden, verfügbare CO2-Speicherkapazitäten sind nur ein Bruchteil der bisherigen Schätzungen.

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel werden mehrere Stellungnahmen zitiert.

Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), betont, dass das CO2-Pipelinenetz entscheidend für die Zukunft des Industriestandorts und das Erreichen der Klimaziele sei. Er fordert, dass es als Infrastruktur von überragendem öffentlichem Interesse anerkannt werden sollte und der Staat die Finanzierung absichern muss.

Kai Niebert, Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR), warnt hingegen, dass die Erwartungen an CCS (Carbon Capture and Storage) zu hoch seien und der großflächige Einsatz die Energiewende ausbremsen könnte.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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