Wirtschaft: Thyssenkrupp und Stahlverkäufe in Essen
Essen () – Thyssenkrupp-Chef Miguel López will die Stahlsparte nicht um jeden Preis an den indischen Konzern Jindal Steel verkaufen. „Ich werde den Stahl nicht verramschen“, sagte López dem „Spiegel“. Das gelte „für alle, die daran interessiert sind“.
Die Gespräche mit Jindal liefen allerdings weiter, Thyssenkrupp habe unverändert die Absicht, die Mehrheit an der Thyssenkrupp Steel abzugeben. Aber die Bewertung habe sich „erheblich verbessert“, sagte López. „Ich sehe für unser Stahlgeschäft eine exzellente Zukunft.“ Grund dafür seien der mit den Arbeitnehmern vereinbarte Sanierungstarifvertrag, die vereinbarte Veräußerung der Beteiligung an den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) an Salzgitter sowie die neuen Stahlschutzzölle der EU.
Thyssenkrupp verhandelt seit einigen Monaten mit Jindal, zuletzt waren die Gespräche nach Angaben aus dem Konzernumfeld ins Stocken geraten. Einen Zusammenschluss mit dem deutschen Konkurrenten Salzgitter, für den Fall eines Scheiterns der Gespräche mit Jindal, schloss López aus. „Auf keinen Fall“, sagte er dem „Spiegel“.
Thyssenkrupp sei angetreten, „eine niedrigere Menge Stahl zu produzieren, dafür aber modern, effizient, klimafreundlich und profitabel“. Jetzt wisse man, dass dieses Ziel erreichbar sei. „Damit werden wir stärker sein als die kleineren deutschen Anbieter.“ Sich wieder mit zusätzlichen Kapazitäten zu belasten, wäre falsch, erklärte er.
Mit scharfer Kritik überzog López seine Vorgänger, ohne sie namentlich zu nennen. „Ich habe viel zerschlagenes Porzellan vorgefunden, als ich angefangen habe“, sagte der Konzernchef. Vor 2023 habe man „Wert vernichtet in Dimensionen, die wirklich schlimm waren“.
López forderte weitere Unterstützung durch die europäische Politik. Man brauche „Made in Europe“ für ein resilientes Europa. Stahl werde auch in Zukunft gebraucht und könne sauber hergestellt werden. Die von der EU-Kommission geplanten „Buy European“-Regeln, nach denen Mindestanteile des Materials in Europa hergestellt sein müssen, wenn der Staat baut oder den Kauf von Elektroautos fördert, seien jedoch „unprofessionell aufgesetzt“. Beim Stahl will die Kommission zwar grünen Stahl vorschreiben, aber nicht explizit europäischen. Das ergebe keinen Sinn, sagte López. Es drohe „eine massive Abhängigkeit“ von Stahl aus Fernost.
Die von der Bundesregierung beschlossene Prämie von 1.000 Euro zum Ausgleich der hohen Energiepreise infolge des Irankriegs lehnt der Thyssenkrupp-Chef ab. „Ich finde das nicht hilfreich“, sagte er. „Wir werden das intern diskutieren, aber an undurchdachten Maßnahmen beteiligen wir uns normalerweise nicht.“
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Miguel López, Jindal Steel, Salzgitter.
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Die genannten Organisationen, Parteien oder Institutionen sind: Thyssenkrupp, Jindal Steel, Salzgitter, EU, EU-Kommission, Bundesregierung.
Wann ist das Ereignis passiert?
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Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind: Essen, Salzgitter.
Worum geht es in einem Satz?
Thyssenkrupp-Chef Miguel López betont, dass er die Stahlsparte nicht unter Wert an Jindal Steel verkaufen will, sieht jedoch eine verbesserte Bewertung des Geschäfts und fordert stärkere europäische Unterstützung für eine nachhaltige Stahlproduktion.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Verkaufsverhandlungen zwischen Thyssenkrupp und Jindal Steel
- Verbesserung der Unternehmensbewertung
- Sanierungstarifvertrag mit Arbeitnehmern
- Veräußerte Beteiligung an Hüttenwerken Krupp Mannesmann
- Einführung neuer Stahlschutzzölle der EU
- Kritik an vorherigen Unternehmensführungen
- Wunsch nach Unterstützung durch europäische Politik
- Ablehnung von staatlichen Energiepreisprämien
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Thyssenkrupp-Chef Miguel López will Stahlsparte nicht um jeden Preis verkaufen, betont, dass er den Stahl nicht verramschen wird
- Weiterführende Gespräche mit Jindal, aber verbesserte Bewertung des Stahlgeschäfts
- Zukünftige Perspektive positiv aufgrund von Sanierungstarifvertrag und neuen EU-Stahlschutzzöllen
- Gespräche mit Jindal haben sich zuletzt stockend entwickelt
- Fusion mit Salzgitter ausgeschlossen
- Ziel von Thyssenkrupp: weniger Stahl, aber moderne, effiziente, klimafreundliche und profitable Produktion
- López übt scharfe Kritik an Vorgängern
- Fordert Unterstützung der europäischen Politik, warnt vor Abhängigkeit von Stahl aus Fernost
- Kritisiert EU-Kommission für unprofessionelle "Buy European"-Regeln
- Lehnen der Bundesregierung Prämie für hohe Energiepreise ab, bezeichnet dies als nicht hilfreich
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Thyssenkrupp stellt keinen Verkauf zu niedrigen Preisen in Aussicht
- Verhandlungen mit Jindal werden fortgesetzt
- Verbesserung der Bewertung der Stahlsparte
- Positive Zukunftsaussichten für Stahlgeschäft
- Umsetzung eines Sanierungstarifvertrags mit Arbeitnehmern
- Veräußerte Beteiligung an Hüttenwerken Krupp Mannesmann an Salzgitter
- Unterstützung durch europäische Politik gefordert
- Kritik an geplanten "Buy European"-Regeln der EU
- Ablehnung der Energiepreisprämie von 1.000 Euro durch den Thyssenkrupp-Chef
- Ablehnung unüberlegter Maßnahmen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, der Artikel zitiert eine Stellungnahme von Thyssenkrupp-Chef Miguel López, der sagt: "Ich werde den Stahl nicht verramschen".
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