Modernisierungsagenda der Bundesregierung stößt auf geteiltes Echo

Modernisierungsagenda der Bundesregierung stößt auf geteiltes Echo

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Politik in Deutschland: Modernisierungsagenda und Reaktionen

Berlin () – Die von der Bundesregierung verabschiedete Modernisierungsagenda stößt auf ein geteiltes Echo.

„Die Modernisierungsagenda hat enormes Potenzial“, sagte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) der „Rheinischen Post“ (Donnerstag). „Sie kann zu einem Befreiungsschlag für unsere Wirtschaft werden und der Bürgerfreundlichkeit unserer Verwaltungen einen neuen Schub verpassen.“ So greife die Bundesregierung dem deutschen Verwaltungsapparat genau dort in die Räder, „wo er immer neue Bürokratie produziert“, erklärte der Ministerpräsident. „All das bringt einen frischen Geist in Staat und Verwaltung – für mehr Tempo, mehr Transparenz und damit wieder mehr Vertrauen in die Handlungsfähigkeit unseres Staates.“

Zugleich erklärte Wüst, für eine grundlegende Staatsmodernisierung brauche es eine enge Zusammenarbeit zwischen EU, Bund, Ländern und Kommunen. Mehr Effizienz erreiche man zudem „nicht ohne Standardisierung und ein Stück Zentralisierung, insbesondere um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen“, so der Ministerpräsident. „Ich bin dazu bereit, offen über Zuständigkeiten und Kompetenzen zu sprechen.“

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) hat ein höheres Reformtempo angemahnt. „Die auf der Kabinettsklausur besprochenen Vorhaben stellen einen ersten Schritt auf dem Weg zu weniger Bürokratie und mehr Leistungsfähigkeit von Staat und Verwaltung dar“, sagte DStGB-Hauptgeschäftsführer André Berghegger den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben). Mit der Neuordnung einiger Aufgaben, wie etwa einer zentralen KfZ-Zulassung, sei es „bei weitem nicht getan“, mahnte der CDU-Politiker an.

Es brauche nachhaltige Entlastungen und die Umsetzung des Grundsatzes „digital only“ für die Verwaltungsprozesse. So erspare man sich „das teure doppelte Vorhalten sowohl der digitalen als auch der analogen Strukturen, erhöhen die Effizienz und machen dringend benötigte Ressourcen frei“, hofft Berghegger.

Verdi-Chef Frank Werneke kritisierte die in der Agenda geplanten Stellenstreichungen. „Ein schnelles, digitales und handlungsfähiges Deutschland verspricht die sogenannte Modernisierungsagenda, die das Bundeskabinett heute auf ihrer Klausur beschlossen hat“, sagte er. „Das ist sicher gut gemeint – allerdings zeigt das dazugehörige Papier, dass hier ein entscheidender Partner vergessen wurde: die Beschäftigen im öffentlichen Dienst, die diesen Staat am Laufen halten. Ihnen wird per Spiegelstrich mitgeteilt, dass pauschal acht Prozent der Bundesbeschäftigten in den kommenden Jahren gehen sollen. Das kann angesichts von aktuell 600.000 unbesetzten Stellen insgesamt im öffentlichen Dienst und mehr als 140 Millionen aufgelaufenen Überstunden nur noch als Sarkasmus bei den Betroffenen ankommen.“

Es sei ein Grundirrtum anzunehmen, dass Digitalisierung als erstes bedeute, schnell weniger Menschen zu brauchen. „Das Gegenteil ist der Fall: Es werden ausreichend viele Menschen benötigt, um die Einführung der Digitalisierung zu bewältigen“, so Werneke. „Es reicht nicht, eine Cloud zu installieren und mit KI zu füttern – Modernisierung funktioniert nur mit motivierten Mitarbeitenden.“

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Klingbeil, Merz, Dobrindt bei Kabinettsklausur in der Villa Borsig am 01.10.2025

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

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Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Hier sind die genannten Organisationen, Parteien und Institutionen:

Bundesregierung, NRW-Ministerpräsident, CDU, Rheinische Post, Deutscher Städte- und Gemeindebund (DStGB), Funke-Mediengruppe, Verdi, Bundestag

Wann ist das Ereignis passiert?

01.10.2025

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Die Ereignisse finden statt in: Berlin, Villa Borsig.

Worum geht es in einem Satz?

Die von der Bundesregierung verabschiedete Modernisierungsagenda wird unterschiedlich bewertet: Während einige Politiker das Potenzial für Effizienz und Bürgerfreundlichkeit loben, kritisieren andere die geplanten Stellenstreichungen und betonen die Notwendigkeit, die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst einzubeziehen und zu unterstützen.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Verabschiedung der Modernisierungsagenda durch die Bundesregierung
  • Ziel: Bürokratieabbau und Effizienzsteigerung in der Verwaltung
  • Forderung nach enger Zusammenarbeit zwischen EU, Bund, Ländern und Kommunen
  • Notwendigkeit der Standardisierung und Zentralisierung zur Nutzung der Digitalisierung
  • Forderungen nach höheren Reformgeschwindigkeiten seitens des Deutschen Städte- und Gemeindebundes
  • Kritik an geplanten Stellenstreichungen im öffentlichen Dienst
  • Diskussion über die Rolle der Beschäftigten im Prozess der Modernisierung
  • Überforderung der bestehenden personellen Kapazitäten im öffentlichen Dienst
  • Bedenken bezüglich der Umsetzung der Digitalisierung ohne ausreichend Personal

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst lobt das Potenzial der Modernisierungsagenda
  • Wüst betont die Notwendigkeit enger Zusammenarbeit zwischen EU, Bund, Ländern und Kommunen
  • DStGB fordert höheres Reformtempo und nachhaltige Entlastungen
  • DStGB-Hauptgeschäftsführer kritisiert unzureichende Maßnahmen zur Bürokratieabbau
  • Verdi-Chef Frank Werneke kritisiert geplante Stellenstreichungen
  • Werneke warnt vor den Folgen der Digitalisierung für Beschäftigte im öffentlichen Dienst
  • Diskussion über die Notwendigkeit motivierter Mitarbeiter für erfolgreiche Digitalisierung

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Potenzial für wirtschaftlichen Befreiungsschlag
  • Verbesserung der Bürgerfreundlichkeit der Verwaltung
  • Erhöhung von Tempo und Transparenz
  • Mehr Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates
  • Notwendigkeit enger Zusammenarbeit zwischen EU, Bund, Ländern und Kommunen
  • Steigerung der Effizienz durch Standardisierung und Zentralisierung
  • Nachhaltige Entlastungen gefordert
  • Umsetzung des Grundsatzes "digital only" für Verwaltungsprozesse
  • Freisetzung dringend benötigter Ressourcen
  • Kritik an Stellenstreichungen
  • Bedarf an ausreichend Mitarbeitenden für Digitalisierung
  • Notwendigkeit motivierter Mitarbeitender für erfolgreiche Modernisierung

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme zitiert. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) äußert sich positiv zur Modernisierungsagenda und beschreibt sie als potenziellen "Befreiungsschlag für unsere Wirtschaft".

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