Ökonom für staatliches Vetorecht bei Ausfuhr kritischer Rohstoff
Veröffentlicht
News - Politik - aktuelle Entwicklungen und Hintergründe
Wirtschaft: Rohstoffausfuhr und Staatliche Kontrolle in Deutschland
Berlin () – Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, spricht sich für mehr staatliche Kontrolle bei der Ausfuhr kritischer Rohstoffe aus. „Deutschland sollte ausländischen Unternehmen zwar erlauben, hier kritische Rohstoffe abzubauen. Die Bundesregierung sollte aber ein Vetorecht für die Ausfuhr dieser Rohstoffe haben“, sagte Fratzscher dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Zumindest dann, wenn es zu Handelskonflikten komme, brauche es die Möglichkeit, die Rohstoffe in Deutschland zu behalten.
Fratzscher reagierte damit auf gemeinsame Recherchen des RND und mehrerer regionaler Partnermedien. Die Bundesregierung will Deutschland bei kritischen Rohstoffen unabhängiger von Importen aus Ländern wie China machen. Doch die Recherchen zeigen: Vom geplanten Abbau kritischer Rohstoffe in Deutschland profitieren bislang vor allem internationale Konzerne und Investoren.
In Deutschland haben sich Unternehmen die Genehmigungen für mehr als 140 sogenannte Felder gesichert. Auf zwei Dritteln dieser Felder sind Unternehmen tätig, die ganz oder anteilig Gesellschaftern außerhalb der EU gehören. Hinter den Investoren stehen in vielen Fällen komplexe Firmengeflechte. Darin finden sich etwa US-Private-Equity-Unternehmen, Investoren aus Großbritannien, oder auch Gonzalo Sánchez de Lozada, Ex-Präsident von Bolivien, der nach blutig niedergeschlagenen Protesten zurücktrat und aus dem Land floh. In mehreren Fällen führen die Netzwerke hinter den Abbau-Unternehmen gar in Autokratien wie Kuwait oder China.
Die EU verfolgt das Ziel, bis zum Jahr 2030 zehn Prozent der benötigten kritischen Rohstoffe aus heimischen Vorkommen zu beziehen. Die Ergebnisse der RND-Recherche zeigen jedoch: Selbst dort, wo Rohstoffe künftig in Deutschland gefördert werden, fehlt bislang die politische Kontrolle darüber, wem sie im Ernstfall zur Verfügung stehen. Eine Verpflichtung, dass diese Rohstoffe der heimischen oder europäischen Industrie zugutekommen, ist mit den Abbaugenehmigungen bislang nicht verbunden.
4,5/5(12 Bewertungen)
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Wenn es dir Spaß gemacht hat, könntest du vielleicht noch einen Kommentar abgeben. Danke. 👍
Fratzscher warnt vor mangelnder Regulierung bei Kryptowährungen 20. Februar 2025 Fratzscher warnt vor mangelnder Regulierung bei Kryptowährungen Berlin () - Angesichts der zunehmenden Verbreitung von Kryptowährungen wie dem Bitcoin warnt der Ökonom Marcel Fratzscher vor…
DIW-Präsident lobt Haushaltsentwurf 9. September 2024 Berlin () - Zu Beginn der Haushaltswoche im Bundestag hat sich der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, positiv zum Haushaltsentwurf 2025…
Besorgnis über Abhängigkeit von chinesischen Rohstoffen 25. Juli 2025 Berlin () - Nach dem EU-China-Gipfel warnen Bundespolitiker vor einer zu großen Abhängigkeit von China bei Rohstoffen.Grünen-Chefin Franziska Brantner sagte der "Rheinischen Post" (Samstag): "Wir…
China wieder wichtigster Handelspartner Deutschlands 19. November 2025 Wirtschaft: Außenhandel Deutschlands im Wandel Wiesbaden () - Mit einem Außenhandelsumsatz von 185,9 Milliarden Euro von Januar bis September 2025 hat China die Vereinigten Staaten…
DIW befürchtet Rezession wegen US-Zollpolitik 1. April 2025 DIW befürchtet Rezession wegen US-Zollpolitik Berlin () - Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) fürchtet, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr wegen der US-Zollpolitik…
DIW-Präsident will "unabhängigen Fiskalrat" 18. März 2025 DIW-Präsident will "unabhängigen Fiskalrat" Berlin () - Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, fordert eine strengere Kontrolle über die Verwendung der…
Fratzscher warnt vor Lockerung von CO2-Auflagen für Autos 21. September 2024 Berlin () - Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hat eindringlich vor einer von der Industrie und von Verkehrsminister Volker Wissing…
DIW warnt vor den Folgen einer kriselnden US-Wirtschaft 1. Mai 2025 DIW warnt vor den Folgen einer kriselnden US-Wirtschaft Berlin () - Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, warnt vor den Folgen…
Fratzscher rät von weiteren Subventionen der Industrie ab 21. Juli 2025 Berlin () - Anlässlich des Treffens von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit Top-Managern im Kanzleramt rät DIW-Präsident Marcel Fratzscher von weiteren Subventionen an die Industrie…
Kiesewetter fordert Aufbau staatlicher Rohstoff-Reserve 21. Oktober 2025 Rohstoffpolitik und Unabhängigkeit in Deutschland Berlin () - Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter fordert für mehr Unabhängigkeit von China den Aufbau einer staatlichen Rohstoff-Reserve.Außerdem plädiert er…
DIHK-Außenwirtschaftschef wirbt für engere Kooperation mit China 22. Februar 2026 Wirtschaftliche Beziehungen zwischen Deutschland und China Berlin () - Kurz vor der Peking-Reise von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und…
DIW-Präsident Fratzscher erwartet Mehrwertsteuererhöhung 17. Februar 2026 Wirtschaftliche Herausforderungen in Deutschland Berlin () - Die Bundesbürger müssen sich nach den Worten des Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, darauf…
Fratzscher befürchtet schwächere Wirtschaft mit Kanzler Merz 20. September 2024 Berlin () - DIW-Präsident Marcel Fratzscher hat die Wirtschaftspolitik von Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz scharf kritisiert. "Wenn Friedrich Merz schon Kanzler wäre, würde es der deutschen…
Konjunkturprognose: DIW-Chef warnt vor "unsäglicher Schwarzmalerei" 16. Februar 2024 Berlin () - DIW-Präsident Marcel Fratzscher hat angesichts der fortgesetzten Rezession in Deutschland vor negativen Übertreibungen gewarnt. "Die anhaltende wirtschaftliche Schwäche Deutschlands ist nicht überraschend…
Kanzlerwahl: Wirtschaft fürchtet Schaden durch Hängepartie 6. Mai 2025 Kanzlerwahl: Wirtschaft fürchtet Schaden durch Hängepartie Berlin () - Ökonomen und Vertreter von Wirtschaftsverbänden haben den gescheiterten ersten Wahlgang bei der Wahl des Bundeskanzlers scharf…
DIW warnt vor eskalierenden Verteilungskonflikten 13. Januar 2026 Wirtschaftliche Konflikte in Berlin analysiert Berlin () - Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, warnt vor wachsenden Verteilungskonflikten in der Bundesregierung…
DIW kritisiert Bundeshaushalt als "Riesen-Mogelpackung" 11. Juli 2025 Berlin () - Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, hat harte Kritik am Bundeshaushalt geübt. "Im Grunde schnürt man eine Riesen-Mogelpackung, ohne die…
Rohstoff-Engpässe bei deutschen Firmen spitzen sich zu 20. Juni 2025 Berlin () - Die Situation durch die stark eingeschränkten Lieferungen von Seltenen Erden aus China bei deutschen Firmen hat sich weiter verschärftWie das "Handelsblatt" berichtet,…
DIW-Präsident Fratzscher kritisiert Weidels Vorstoß zu EU-Austritt 22. Januar 2024 Berlin () - Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hat die Gedankenspiele von AfD-Chefin Alice Weidel über einen EU-Austritt Deutschlands (Dexit)…
DIW-Präsident mahnt EZB zu Zinssenkung 7. März 2024 Berlin () - Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hält es bei der Sitzung der EZB am Donnerstag für angezeigt, die…
DIW-Präsident hält Staatseinstieg in Meyer Werft für falschen Weg 19. September 2024 Berlin () - Vor dem Besuch von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) auf der Meyer Werft hat der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel…
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Die vollständigen Namen der im Artikel vorkommenden Personen sind:
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Bundesregierung, Redaktionsnetzwerk Deutschland, EU, US-Private-Equity-Unternehmen, Gonzalo Sánchez de Lozada, Großbritannien, Kuwait, China.
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die Ereignisse finden in Berlin, Deutschland statt.
Worum geht es in einem Satz?
Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, fordert mehr staatliche Kontrolle über die Ausfuhr kritischer Rohstoffe aus Deutschland, um auch im Falle von Handelskonflikten die Versorgung der heimischen Industrie zu sichern.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
Forderung nach mehr staatlicher Kontrolle bei der Ausfuhr kritischer Rohstoffe
Handelskonflikte potentiell gefährden die Rohstoffversorgung
Unabhängigkeitsbestreben Deutschlands von Importen, insbesondere aus China
Internationale Konzerne profitieren von Abbau genehmigter Felder in Deutschland
Ungenügende politische Kontrolle über Rohstoffverfügbarkeit
Fehlende Verpflichtung zugunsten heimischer oder europäischer Industrie bei Genehmigungen
Komplexe Firmenstrukturen hinter Investoren in Rohstoffprojekten
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Marcel Fratzscher zitiert, in der er sich für mehr staatliche Kontrolle bei der Ausfuhr kritischer Rohstoffe ausspricht.