Wirtschaftliche Beziehungen zwischen Deutschland und China
Berlin () – Kurz vor der Peking-Reise von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier, die Volksrepublik als verlässlichen ökonomischen Partner gelobt. „China ist angesichts der Sprunghaftigkeit von US-Präsident Donald Trump momentan ein berechenbarerer Partner und Wettbewerber als Amerika“, sagte Treier den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgabe).
„Angesichts der Unsicherheiten im Verhältnis zu den USA könnte es in einigen Bereichen eine engere Kooperation mit China geben.“ Treier nannte dabei Sektoren wie Umwelttechnologie, Recycling, Medizintechnik oder Kreislaufwirtschaft. „Je mehr wir das ernsthafte Gespräch mit Peking suchen und gemeinsame Interessen definieren, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Volksrepublik feste Zusagen macht.“
Treier räumte ein, dass die Abhängigkeit europäischer Unternehmen von kritischen Rohstoffen aus China derzeit ein Problem sei. „Bei Chinas Exportkontrollen für sehr wichtige Rohstoffe wie Seltene Erden oder Permanentmagnete sollte der Kanzler Transparenz und Planbarkeit für deutsche Unternehmen einfordern. Es geht dabei um langfristige Zusagen für die Versorgung mit kritischen Rohstoffen“, so der DIHK-Außenwirtschaftschef.
Im vergangenen Herbst hatte Peking zeitweise die Lieferungen des chinesischen Chip-Herstellers Nexperia blockiert, was die europäischen Automobil-Unternehmen fast in die Knie zwang. „Je mehr wir das ernsthafte Gespräch mit Peking suchen und gemeinsame Interessen definieren, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Volksrepublik feste Zusagen macht“, so Treier. „Es versteht sich von selbst, dass nichtöffentliche Gespräche erfolgversprechender sind als Megafon-Diplomatie.“
Der China-Experte Jürgen Matthes vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln warf Peking derweil „massive Wettbewerbsverzerrungen“ vor. „In der Volksrepublik fließen viel mehr Subventionen als in anderen Ländern“, sagte Matthes den Funke-Zeitungen. Laut dem Statistischen Bundesamt ist das deutsche Handelsbilanzdefizit mit China 2025 auf die Rekordhöhe von 89,3 Milliarden Euro gestiegen. „Die stark unterbewertete chinesische Währung ist ein weiteres Instrument von Chinas Industriepolitik, um einheimischen Unternehmen einen erheblichen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen“, sagte Matthes. So habe der Euro gegenüber dem Yuan seit Anfang 2020 real um mehr als 40 Prozent aufgewertet. Ein niedrig bewerteter Yuan macht für China Ausfuhren billiger und Einfuhren teurer.
„Zudem nimmt der Druck der chinesischen Regierung auf deutsche und europäische Betriebe zu, stärker vor Ort zu produzieren und Zulieferungen aus China zu beziehen“, unterstrich der IW-Experte. „Die Unternehmen tun dies zunehmend, da ihnen ansonsten der Marktzugang beträchtlich erschwert zu werden droht. Das bedeutet, dass Exporte durch Fertigungen in China ersetzt werden.“
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Markt in Peking (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Friedrich Merz, Volker Treier, Donald Trump, Jürgen Matthes
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK), Friedrich Merz (CDU), Funke-Mediengruppe, Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Peking, Nexperia, Statistisches Bundesamt
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind: Peking, Berlin, Köln.
Worum geht es in einem Satz?
Vor der Peking-Reise von Bundeskanzler Merz lobt DIHK-Chef Treier China als verlässlichen Partner trotz Wettbewerbsverzerrungen und drängt auf langfristige Zusagen in Bezug auf kritische Rohstoffe, während gleichzeitig die Abhängigkeit europäischer Unternehmen von China thematisiert wird.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Peking-Reise von Bundeskanzler Friedrich Merz
- Lob von Volker Treier über China als verlässlichen Partner
- Unsicherheiten im Verhältnis zu den USA
- Abhängigkeit europäischer Unternehmen von Rohstoffen aus China
- Supply-Chain-Problematik durch Exportkontrollen
- Wettbewerbsverzerrungen durch Subventionen in China
- Unterbewertung der chinesischen Währung
- Druck der chinesischen Regierung auf europäische Unternehmen zur lokalen Produktion
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier lobt China als verlässlichen Partner
- Erwähnung von engerer Kooperation in Umwelttechnologie, Recycling, Medizintechnik und Kreislaufwirtschaft
- Forderung nach Transparenz und langfristigen Zusagen für kritische Rohstoffe
- Kritik an Chinas Exportkontrollen für Rohstoffe
- China-Experte Jürgen Matthes wirft Peking Wettbewerbsverzerrungen vor
- Hinweis auf massive Subventionen in China
- Rekordhöhe des deutschen Handelsbilanzdefizits mit China bis 2025
- Erwähnung der Abwertung des Yuan als Wettbewerbsvorteil
- Zunehmender Druck der chinesischen Regierung auf Unternehmen, vor Ort zu produzieren
- Drohender Marktzugang für Unternehmen, die sich nicht lokal umstellen
Welche Konsequenzen werden genannt?
- China als berechenbarer Partner im Vergleich zu den USA
- Mögliche engere Kooperation in bestimmten Sektoren
- Notwendigkeit von Transparenz und Planbarkeit bei Rohstofflieferungen
- Forderung nach langfristigen Zusagen für kritische Rohstoffe
- Wettbewerbsverzerrungen durch staatliche Subventionen in China
- Anstieg des Handelsbilanzdefizits mit China auf Rekordhöhe
- Auswirkungen eines niedrig bewerteten Yuan auf Exporte und Importe
- Druck auf Unternehmen, vor Ort in China zu produzieren
- Erschwerter Marktzugang für Unternehmen, die nicht lokal produzieren
- Ersatz von Exporten durch lokale Fertigung in China
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Volker Treier, dem Außenwirtschaftschef der DIHK, zitiert, in der er China als verlässlichen ökonomischen Partner lobt und auf die Notwendigkeit von Transparenz bezüglich der Rohstoffversorgung hinweist.
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