Politik: Schwerin und Parlamentsstreit
Schwerin () – Am Freitag haben die Fraktionsvorsitzenden der Fraktionen von SPD, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen im Landtag Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam auf ein Schreiben des AfD-Fraktionsvorsitzenden Enrico Schult reagiert. Das teilte die Fraktion Die Linke im Landtag Mecklenburg-Vorpommern mit.
Schult hatte in dem Schreiben die Einhaltung parlamentarischer Gepflogenheiten und gegenseitige Achtung eingefordert sowie Anspruch auf das Amt des Landtagspräsidenten erhoben. Die drei Fraktionen wiesen diese Ansprüche zurück und forderten Schult auf, seinen Worten Taten folgen zu lassen.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Julian Barlen erklärte, Demokratie sei keine Einbahnstraße, das gelte aber auch für die AfD. Wer parlamentarische Gepflogenheiten und gegenseitige Achtung einfordere, sollte sich zunächst an die eigene Nase fassen.
Dazu gehörten Respekt vor dem politischen Gegenüber, die Achtung der Verfassungsordnung und ein Verhalten, das der Würde des Parlaments entspreche. Schult habe davon gesprochen, dass seine Truppe einmarschieren werde und die anderen Fraktionen zittern würden; dafür solle er sich entschuldigen.
Der Vorsitzende der Fraktion Die Linke, Hennis Herbst, sagte, wer von anderen Verfassungstreue und demokratische Gepflogenheiten verlange, müsse sich an den Zuständen in den eigenen Reihen messen lassen.
Er verwies auf Nikolaus Kramer, der vom Bundesamt für Verfassungsschutz dem Personennetzwerk des ehemaligen Flügels als Unterstützer zugerechnet worden sei und Kontakte zur Identitären Bewegung gepflegt habe. Hinzu kämen weitere Abgeordnete mit Bezügen zur früheren Jungen Alternative, zum ehemaligen Flügel, zur Identitären Bewegung oder zu völkisch-nationalistischen Burschenschaften.
Schult könne es mit seinen Worten nicht ernst meinen, wenn seine Fraktion extrem rechte Positionen bediene und von rechtsextremen Netzwerken durchzogen sei.
Die kommissarische Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Claudia Müller, erklärte, parlamentarische Rechte gälten selbstverständlich für alle Fraktionen. Aus parlamentarischen Gepflogenheiten entstehe aber weder ein Anspruch auf Zusammenarbeit noch auf die Stimmen anderer Abgeordneter.
Wer ein herausgehobenes Amt im Landtag übernehmen wolle, brauche eine demokratische Mehrheit. Das Mehrheitsprinzip lasse sich nicht durch den Verweis auf Gepflogenheiten außer Kraft setzen.
Gerade für das Landtagspräsidium gelte, dass nur repräsentieren könne, wer selbst glaubwürdig für Fairness, gegenseitigen Respekt und die Verfassungsordnung stehe.
Gemeinsam stellten Barlen, Herbst und Müller klar, dass die parlamentarischen Rechte jeder Fraktion gewahrt würden. Eine Zusammenarbeit mit der AfD ergebe sich daraus nicht.
Bis auf Weiteres stünden die Forderungen der AfD nach gegenseitiger Achtung und parlamentarischen Gepflogenheiten in offensichtlichem Widerspruch zum Auftreten und Personal ihrer eigenen Fraktion. Schult habe es als Fraktionsvorsitzender selbst in der Hand, daran etwas zu ändern; seinen Satz, Demokratie sei keine Einbahnstraße, gäben sie ihm gerne mit auf den Weg.
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Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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AfD-Wahlparty in Schwerin am 20.09.2026
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Enrico Schult, Julian Barlen, Hennis Herbst, Nikolaus Kramer, Claudia Müller
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
AfD, SPD, Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen, Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Landtagspräsidium, Bundesamt für Verfassungsschutz, Identitäre Bewegung, Junge Alternative, „ehemaliger Flügel“, völkisch-nationalistische Burschenschaften
Wann ist das Ereignis passiert?
Das Ereignis fand am Freitag, dem 25.09.2026 statt (im Text: „Am Freitag“).
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern)
Worum geht es in einem Satz?
Die Fraktionsvorsitzenden von SPD, Die Linke und Grünen im Landtag Mecklenburg-Vorpommern wiesen die Forderungen des AfD-Fraktionsvorsitzenden Enrico Schult nach Einhaltung parlamentarischer Gepflogenheiten und einem Anspruch auf das Landtagspräsidium zurück und machten ihm vor, mit seinem Personal und Auftreten selbst gegen die Verfassungsordnung bzw. Fairness zu verstoßen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Schult hatte in seinem Schreiben die Einhaltung parlamentarischer Gepflogenheiten und gegenseitige Achtung eingefordert sowie den Anspruch auf das Amt des Landtagspräsidenten erhoben.
- Schult hatte dabei laut der Reaktionen zudem formuliert, dass seine Truppe einmarschieren werde und die anderen Fraktionen zittern würden.
- Die drei Fraktionen begründeten ihre Zurückweisung mit dem Widerspruch zwischen den von Schult verlangten Gepflogenheiten und dem Auftreten bzw. dem Personal in seiner eigenen Fraktion.
- Die Linke verwies dabei auf Nikolaus Kramer (vom Bundesamt für Verfassungsschutz dem Personennetzwerk des ehemaligen Flügels als Unterstützer zugerechnet) sowie weitere Abgeordnete mit Bezügen zur früheren Jungen Alternative, zum ehemaligen Flügel, zur Identitären Bewegung oder zu völkisch-nationalistischen Burschenschaften.
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Die Fraktionsvorsitzenden von SPD, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen reagierten gemeinsam auf das Schreiben des AfD-Fraktionsvorsitzenden Enrico Schult
- Sie wiesen die Ansprüche Schults zurück, parlamentarische Gepflogenheiten einzuhalten und Anspruch auf das Amt des Landtagspräsidenten zu erheben
- SPD kritisierte, Demokratie gelte auch für die AfD und Schult solle sich für Aussagen wie mögliche „Einmarsch“-Andeutungen entschuldigen
- Die Linke verwies darauf, dass sich Schult bzw. seine Fraktion an „Zuständen in den eigenen Reihen“ messen lassen müsse, einschließlich personeller Bezüge zu extremistischen bzw. verfassungsfeindlichen Netzwerken
- Die Grünen betonten, parlamentarische Rechte gälten zwar für alle, aber aus Gepflogenheiten entstehe kein Anspruch auf Zusammenarbeit oder Stimmen anderer
- Die Grünen stellten klar, dass ein Amt im Landtag eine demokratische Mehrheit voraussetze und das Mehrheitsprinzip nicht durch Gepflogenheitsverweise außer Kraft gesetzt werde
- Die drei Fraktionen erklärten, dass keine Zusammenarbeit mit der AfD folge, und bezeichneten Schults Forderungen als in Widerspruch zum Auftreten und Personal seiner Fraktion stehend
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Ablehnung der von der AfD erhobenen Ansprüche auf Einhaltung parlamentarischer Gepflogenheiten und gegenseitige Achtung
- Zurückweisung des Anspruchs auf das Amt des Landtagspräsidenten
- Forderung an den AfD-Fraktionsvorsitzenden, seinen Worten durch entsprechendes Verhalten nachzukommen
- Betonung, dass demokratische Mehrheiten für die Übernahme eines herausgehobenen Amts erforderlich sind
- Klare Aussage, dass aus parlamentarischen Rechten kein Anspruch auf Zusammenarbeit oder Stimmen der anderen Abgeordneten folgt
- Feststellung, dass die parlamentarischen Rechte aller Fraktionen gewahrt werden, jedoch keine Zusammenarbeit mit der AfD daraus entsteht
- Erklärung, dass die Forderungen der AfD derzeit im offensichtlichen Widerspruch zum Auftreten und zur personellen Zusammensetzung innerhalb ihrer Fraktion stehen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Es wird eine Reaktion/Stellungnahme von Personen der Fraktionen zitiert, z. B. so erläuterte der SPD-Fraktionsvorsitzende Julian Barlen („Demokratie sei keine Einbahnstraße…“).
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