Ethikratsvorsitzender gegen Brandmauer bei medizinethischen Fragen

Ethikratsvorsitzender gegen Brandmauer bei medizinethischen Fragen

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Ethik und Abstimmungen im Bundestag, Berlin

Berlin () – Der Vorsitzende des Ethikrats, Helmut Frister, spricht sich dafür aus, bei Abstimmungen über bio- und medizinethische Anträge im nicht vor Mehrheiten mit AfD-Abgeordneten zurückzuschrecken.

Es sei möglich, „dass bei einer Abstimmung, in der die Fraktionsbindung aufgehoben ist, eine Mehrheit durch Stimmen ermöglicht wird, die von der AfD kommen“, sagte Frister der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitagausgabe). Dieses Szenario solle den Bundestag nicht davon abhalten, in eine solche Abstimmung zu gehen, sonst beschneide er sich der , über medizinethische Fragen ohne Fraktionsbindung abzustimmen.

Grundsätzlich befürworte er es, mit der AfD keine gemeinsame Sache zu machen. „Die Brandmauer zur AfD halte ich für richtig, aber sie passt nur für Abstimmungen, bei denen mit Fraktionsbindung abgestimmt wird“, so Frister. Bei Abstimmungen, bei denen es nur um das Gewissen des anderen gehe, lasse sie sich aus seiner Sicht nicht anwenden.

Der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Martin Sichert, sagte der Zeitung, er rechne etwa bei der bevorstehenden Abstimmung um den Umgang mit nichtinvasiven Pränataltests mit unterschiedlichen Haltungen in seiner Fraktion, bei einer möglichen Widerspruchslösung für die Organspende hingegen mit einer geschlossenen Ablehnung. „Grundsätzlich ist jeder Abgeordnete immer seinem Gewissen verpflichtet, einen Fraktionszwang gibt es zumindest bei der AfD nicht“, behauptete er gefragt nach bio- und medizinethischen Fragen.

Abgeordnete von , SPD und Grünen kündigten an, auch in ethischen Fragen eine Zusammenarbeit mit AfD-Abgeordneten nicht aktiv zu suchen. Der CSU-Politiker Stephan Pilsinger ist Teil einer Abgeordnetengruppe, die einen Antrag zum „Erhalt der Freiwilligkeit“ bei der Organspende vorbereitet. Über die AfD sagte er mit Blick auf den Antrag: „Wir reden nicht mit denen, und wir machen nichts mit denen.“ Und doch sei es so, „dass diese 24 Prozent der Abgeordneten stellt und in solchen Fragen am Ende ausschlaggebend sein kann“. Er nehme an, dass auch AfD-Abgeordnete solche Abstimmungen als Gewissensentscheidungen verstehen.

Sabine Dittmar (SPD), die sich für die Widerspruchslösung einsetzt, bei der nach einem Hirntod die Spendenbereitschaft unterstellt wird, sagte: „Bei der AfD ist zu diesem Thema keine Zustimmung in Sicht, das ist klar erkennbar – deswegen haben wir uns dort gar nicht auf die Suche nach Zustimmung begeben. Ich hätte auch gar nicht gewusst, wen aus der Fraktion man zu dem Thema ansprechen kann.“ Zu einer Informationsveranstaltung habe ihre Gruppe auch Abgeordnete und Mitarbeiter der AfD eingeladen. Mit deren Zustimmung rechnet sie nicht. „In den demokratischen Fraktionen brauchen wir eine Zustimmung von rund 70 Prozent, daran orientieren wir uns“, so Dittmar.

Corinna Rüffer () setzt sich für eine Überprüfung der Kassenzulassung von nichtinvasiven Pränataltests ein, mit denen Trisomien bei Ungeborenen erkannt werden können. „Niemand strebt in solchen Fragen Mehrheiten mit der AfD an, bei der sich führende Köpfe behindertenfeindlich äußern“, sagte sie. Weil sie für ihren Antrag eine breite Mehrheit erwarte, gehe sie nicht davon aus, dass das Verhalten der AfD irgendeine Rolle spiele. Sie räumte aber ein, dass die vielen Mandate der AfD eine Mehrheitsbildung erschweren. „Es spielt natürlich eine Rolle, wenn ein Viertel der Abgeordneten für die Vorsondierungen nicht infrage kommt – wenn man einen solchen interfraktionellen Antrag durchbekommen will, zählt man Köpfe“, so Rüffer. „Und das wird nicht gerade leichter.“

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Text-/Bildquelle:
Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
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Helmut Frister am 11.06.2026

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Die vollständigen Namen der Personen im Artikel sind:

Helmut Frister, Martin Sichert, Stephan Pilsinger, Sabine Dittmar, Corinna Rüffer

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Die genannten Organisationen, Parteien oder Institutionen sind: Ethikrat, AfD, Bundestag, Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Union, SPD, Grünen, CSU, Abgeordnetengruppe, Organspende.

Wann ist das Ereignis passiert?

Das beschriebene Ereignis fand am 11.06.2026 statt.

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Das beschriebene Ereignis findet in Berlin statt.

Worum geht es in einem Satz?

Der Vorsitzende des Ethikrats, Helmut Frister, plädiert dafür, bei Abstimmungen im Bundestag über bio- und medizinethische Themen nicht vor Mehrheiten, die auch AfD-Abgeordnete umfassen können, zurückzuschrecken, obwohl er grundsätzlich gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD ist.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Aussage von Helmut Frister zum Umgang mit der AfD im Bundestag
  • Diskussion über Fraktionsbindung bei Abstimmungen
  • Unterschiedliche Positionen innerhalb der AfD zu bio- und medizinethischen Themen
  • Widerstand der Fraktionen Union, SPD und Grünen gegen Kooperation mit der AfD
  • Strukturelle Stärke der AfD im Bundestag (24% der Abgeordneten)
  • Herausforderungen bei der Mehrheitsbildung aufgrund der AfD-Dichte
  • Ethik- und Gewissensfragen im medizinischen Kontext

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Helmut Frister spricht sich gegen Zurückhaltung bei Abstimmungen mit AfD aus.
  • Meinungsverschiedenheiten innerhalb der AfD bei geplanten Abstimmungen.
  • Abgeordnete von Union, SPD, und Grünen möchten keine Kooperation mit der AfD suchen.
  • CSU-Politiker Pilsinger betont, nicht mit der AfD reden zu wollen, erkennt jedoch deren Bedeutung.
  • SPD-Abgeordnete Dittmar sieht keine Zustimmung von der AfD und sucht dort keine Unterstützung.
  • Grüne Abgeordnete Rüffers Antrag zielt auf breite Mehrheit ohne AfD, erkennt jedoch deren Einfluss auf Mehrheitsbildung.

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Möglichkeit einer Mehrheit durch AfD-Stimmen bei Abstimmungen
  • Beschränkung der Möglichkeit, über medizinethische Fragen ohne Fraktionsbindung abzustimmen
  • Abgeordnete von Union, SPD und Grünen suchen keine aktive Zusammenarbeit mit der AfD
  • AfD-Abgeordnete könnten entscheidend für Abstimmungen sein
  • Keine Zustimmung von der AfD bei bestimmten Themen erwartet
  • Erschwerte Mehrheitsbildung durch hohe Mandatsanzahl der AfD
  • Notwendigkeit von etwa 70 Prozent Zustimmung in demokratischen Fraktionen
  • Herausforderung bei der Überprüfung von Anträgen durch AfD-Haltung

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Helmut Frister zitiert, in der er sich dafür ausspricht, bei Abstimmungen über medizinethische Anträge nicht vor Mehrheiten mit AfD-Abgeordneten zurückzuschrecken.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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