Bundesrechnungshof kritisiert geplante Elektroauto-Förderung

Bundesrechnungshof kritisiert geplante Elektroauto-Förderung

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Haushaltskritik in Bonn: Politik und Sparmaßnahmen

Bonn () – Der Präsident des Bundesrechnungshofs, Kay Scheller, wirft der Bundesregierung bei der Förderung der Elektromobilität Planlosigkeit vor.

„Vielen Bürgern fällt es schwer, hier eine Strategie zu erkennen – ich gehöre dazu“, sagte Scheller der „Welt am Sonntag“. „Rein in die E-Auto-Förderung, raus, jetzt wieder rein – was soll der Verbraucher davon halten?“ Das sei nicht gut, wenn der Staat so auftrete. „Das wirkt planlos. Wo ist der langfristige Plan?“

Auch andere Subventionen müssten hinterfragt werden. „Aufgabenkritik ist das Gebot der Stunde. Es müssten eigentlich alle Ausgabenprogramme mit freiwilligen Leistungen auf ihre Notwendigkeit hin geprüft werden“, sagte der Rechnungshofpräsident. „Es gibt zum Beispiel immer noch klimaschädliche Subventionen und Steuervergünstigungen.“ Ein solcher Fall sei die Diesel-Förderung für Busse im ÖPNV: „Je höher der Verbrauch, desto höher die Subvention“, sagte Scheller. „Oder der Steuerbonus für Handwerkerleistungen – da leisten wir uns einen Einnahmeverzicht in Milliardenhöhe, ohne dass damit wirklich Schwarzarbeit bekämpft würde. Da muss man mal ran.“

Scheller forderte von der Politik mehr Mut zu Einsparungen und Prioritätensetzung bei den Staatsausgaben. „Wer mit einer veränderten Wirklichkeit umgehen muss, muss Prioritäten setzen, muss entscheiden, was wirklich Vorrang hat – und was nicht“, sagte er der „Welt am Sonntag“. „Dazu braucht es Entscheidungsbereitschaft und Mut – den sehe ich derzeit nicht in dem Maße, wie das Land ihn bräuchte.“

Dazu gehöre es auch die Leistungen des Sozialstaats zu hinterfragen. „Er sollte ausgerichtet sein auf die wirklich Schwachen und auf die wirklich Hilfsbedürftigen“, sagte der Rechnungshofpräsident. „Dass mit dem Sozialstaat bis weit in die Mittelschicht hinein gefördert wird, muss aber auf den Prüfstand. Was können wir uns noch leisten, wenn wir Spielraum für neue Aufgaben brauchen?“

Deutschland müsse in die Landesverteidigung investieren. „Wir können uns nicht mehr auf den Schutz der USA verlassen“, sagte er. Auch die „auf Verschleiß gefahrene Infrastruktur: die Schiene, die Autobahnen, marode Brücken“ müsse dringend erneuert werden. Scheller kritisierte den beschlossenen Ausbau der Mütterrente und die Verlängerung der Haltelinie. „Das Umlagesystem der Rente funktioniert schon lange nicht mehr ohne massive Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt – derzeit rund 120 Milliarden Euro“, sagte Scheller. „Neue Leistungen erhöhen den Druck auf die Finanzierung. Der Bundesrechnungshof empfiehlt, den Zuschuss aus dem Bundeshaushalt nicht noch mehr auszuweiten. Das Geld fehlt für andere Ausgaben.“

Es komme nicht nur darauf an, den Ernst der Lage zu erkennen, sondern auch entsprechend zu handeln. „Ein handlungsfähiger Staat braucht nachhaltiges Haushalten und stabile, solide Finanzen“, sagte Scheller. „Er muss sich an die neue Wirklichkeit anpassen. Das ist unterentwickelt. Die Wirklichkeit wird sich aber nicht uns und unseren Möglichkeiten anpassen.“ Grundsätzlich müssten alle freiwilligen Leistungen des Staates „auf ihre Notwendigkeit hin geprüft werden“. Auch im öffentlichen Dienst sieht er Einsparpotenzial.

„Man sollte auch mal die Verwaltung auf den Prüfstand stellen“, forderte Scheller. „Da gibt es bei den obersten Bundesbehörden viel Potenzial. Wir haben für viele überschaubare Themen große Matrixstrukturen, die dann zur Komplexität beitragen. Das ist ein Grund, warum es oft viel zu lange dauert, bis man von einer Idee zu einer Entscheidung kommt.“

Der Rechnungshofpräsident kritisiert, dass die Milliarden aus dem sogenannten Sondervermögen für Infrastruktur nicht ausschließlich für zusätzliche Investitionen ausgegeben werden. „Offensichtlich fließt das Geld nicht in dem Maße in Investitionen, wie es bei diesen schuldenfinanzierten Programmen sein sollte“, sagte er. „Dadurch entstehen im Kernhaushalt Spielräume für Konsumausgaben. Das kann nicht sein, das widerspricht der geforderten und angebrachten Zusätzlichkeit dieser Mittel“, stellte Scheller klar.

„Wir haben gewaltige Herausforderungen, aber eine völlig unzureichende Haushaltsvorsorge. Jetzt trifft viel Geld auf Strukturen, die oft gar nicht in der Lage sind, es wirksam einzusetzen.“ Der Rechnungshofpräsident sieht strukturelle Mängel. „Das System macht es häufig schwer, wirtschaftlich zu handeln“, sagte er. „Wir haben vielfach ineffiziente Strukturen, eine unzureichende Digitalisierung und sehr komplexe Verfahren mit vielen Akteuren, die sich häufig selbst im Weg stehen. Das kostet Zeit, Geld und Wirksamkeit. Die Prozesse müssen dringend über die gesamte Behördenlandschaft verbessert werden.“

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: E-Auto-Ladestation (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Die vollständigen Namen der Personen, die im Artikel vorkommen, sind:

Kay Scheller.

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

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Wo spielt die Handlung des Artikels?

Bonn, Deutschland

Worum geht es in einem Satz?

Der Präsident des Bundesrechnungshofs, Kay Scheller, kritisiert die Bundesregierung für ihre planlose Elektromobilitätsförderung und fordert eine grundsätzliche Überprüfung der Staatsausgaben sowie eine Priorisierung bei der Haushaltsplanung, um ineffiziente Subventionen abzubauen und in wichtige Bereiche wie Infrastruktur und Verteidigung zu investieren.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Vorwurf der Planlosigkeit bei der Elektromobilitätsförderung
  • Unklarer strategischer Rahmen für Verbraucher
  • Kritische Anmerkungen zu Subventionen und deren Notwendigkeit
  • Forderung nach Einsparungen und Prioritätensetzung
  • Unzureichende Investitionen in Infrastruktur
  • Mangelnde Anpassung an veränderte Gegebenheiten
  • Ineffiziente Strukturen und komplexe Verfahren in der Verwaltung
  • Notwendigkeit der Prüfung aller freiwilligen Staatsausgaben
  • Herausforderungen durch ungenügende Haushaltsvorsorge

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

Der Artikel beschreibt keine Reaktionen von Politik, Öffentlichkeit oder Medien.

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Planlosigkeit in der Elektromobilitätsförderung
  • Mangel an langfristigen Strategien
  • Infragestellung von Subventionen
  • Notwendigkeit von Ausgabenkritik
  • Einsparungsbedarf und Prioritätensetzung gefordert
  • Hinterfragen von Sozialleistungen
  • Investitionsbedarf in Landesverteidigung
  • Dringende Erneuerung der Infrastruktur
  • Druck auf Rentenfinanzierung durch neue Leistungen
  • Einschränkungen bei Bundeshaushaltszuschüssen empfohlen
  • Notwendigkeit nachhaltiger Haushaltsführung
  • Einsparpotenzial im öffentlichen Dienst gesehen
  • Kritik an ineffizienten Verwaltungsstrukturen
  • Gefahr von falscher Mittelverwendung aus Sondervermögen
  • Strukturelle Mängel im System identifiziert
  • Verbesserung der Prozesse in Behörden erforderlich

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme des Präsidenten des Bundesrechnungshofs, Kay Scheller, zitiert, der der Bundesregierung Planlosigkeit bei der Förderung der Elektromobilität vorwirft.

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