
News - Vermischtes - aktuelle Entwicklungen und Hintergründe
Proteste und Menschenrechtslage im Iran
Teheran/Oslo () – Sechzehn Tage nach Beginn der neuen landesweiten Protestwelle gegen die Regierung im Iran sind nach Angaben von Menschenrechtlern mindestens 648 Demonstranten getötet worden. Tausende seien verletzt worden, meldete die Organisation „Iran Human Rights“ (IHRNGO) mit Sitz in Oslo am Montag. Es gebe außerdem unbestätigte Berichte, dass die Zahl der Toten noch weitaus höher sein kann, die Zahl von über 6.000 wurde genannt.
Aufgrund der Internetsperre seit dem 8. Januar und starken Einschränkungen des Zugangs zu Informationen sei es äußerst schwierig, diese Berichte unabhängig zu überprüfen, hieß es aus Norwegen. Die Zahl der bei den jüngsten Protesten festgenommenen Personen wird auf über 10.000 geschätzt.
„Die weit verbreitete Ermordung ziviler Demonstranten durch die Islamische Republik in den letzten Tagen erinnert an die Verbrechen des Regimes in den 1980er Jahren, die als Verbrechen gegen die Menschlichkeit anerkannt wurden“, sagte IHRNGO-Chef Mahmood Amiry-Moghaddam am Montag. Die Gefahr von Massenhinrichtungen und außergerichtlichen Hinrichtungen von Demonstranten sei äußerst ernst, eine erste Hinrichtung in Zusammenhang mit den Demonstrationen sei bereits für die nächsten Tage angekündigt.
Die internationale Gemeinschaft habe nun die Pflicht, zivile Demonstranten vor Massentötungen durch die Islamische Republik und ihr Korps der Islamischen Revolutionsgarde zu schützen. „Wir rufen die Menschen und die Zivilgesellschaft in demokratischen Ländern auf, ihre Regierungen an diese Verantwortung zu erinnern“, sagte Amiry-Moghaddam.
Die neue Protestwelle, die am 28. Dezember auf dem Teheraner Basar wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage begann, weitete sich schnell auf andere Teile des Iran aus, begleitet von regierungskritischen Parolen. Bis zum Internet-Blackout hatten sich die Proteste nach Angaben von Beobachtern auf alle 31 Provinzen und rund 120 Städte ausgeweitet.
Mittlerweile werden offensichtlich auch Gegendemos organisiert. Im Gegensatz zu den ursprünglichen Protesten, können hier auch Medienvertreter relativ gefahrlos Bilder aufnehmen und verbreiten – darauf waren beispielsweise am Enqelab-Platz in Teheran mehrere Hundert Menschen mit den offiziellen Fahnen der Islamischen Republik zu sehen, begleitet von starten Sicherheitskräften.
| Text-/Bildquelle: |
Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: |
Iran (Archiv)
|
💬 Zu den Kommentaren
Das könnte Sie auch interessieren:- Zahl der Toten bei Iran-Protesten steigt auf mindestens 116 11. Januar 2026 Proteste und Menschenrechte im Iran Teheran () - Die Zahl der Todesopfer im Zuge der nunmehr seit 14 Tagen andauernden Protestwelle im Iran ist nach…
- Proteste im Iran dauern an - Mindestens 65 Tote 10. Januar 2026 Gesellschaftliche Unruhen im Iran Teheran () - Die Proteste im Iran dauern an - und die Informationslage ist angesichts abgeschalteter Internet- und Telefonverbindungen weiterhin unübersichtlich.Die…
- Trump verhängt Sondersteuer für Geschäftspartner des Iran 12. Januar 2026 Wirtschaftliche Maßnahmen der USA gegen Iran Washington () - US-Präsident Donald Trump hat eine Sondersteuer für alle Länder angekündigt, die mit dem Iran Geschäfte machen.Der…
- Auswärtiges Amt bestellt Irans Botschafter ein 13. Januar 2026 Politische Proteste im Iran Berlin () - Das Auswärtige Amt (AA) hat den iranischen Botschafter einbestellt. Das teilte das Ministerium unter Leitung von Bundesminister Johann…
- Protestwelle: Iran bestellt europäische Diplomaten ein 12. Januar 2026 Proteste im Iran: Politische Spannungen steigen Teheran () - Das iranische Außenministerium hat im Zuge der andauernden Protestwelle die diplomatischen Vertreter Deutschlands, Frankreichs, Italiens und…
- Proteste im Iran: Mindestens 17 Tote und über 500 Festnahmen 4. Januar 2026 Proteste und Unruhen im Iran Teheran () - Bei den seit rund einer Woche andauernden Protesten im Iran sind nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen mindestens 17…
- Iran wohl offen für Gespräche mit Israel - Angriffe gehen weiter 16. Juni 2025 Jerusalem/Teheran () - Der Iran hat offenbar über arabische Vermittler Botschaften an Israel und die USA gesendet, um ein Ende der Feindseligkeiten und die Wiederaufnahme…
- Merz und Macron rufen iranische Behörden zu Gewaltverzicht auf 9. Januar 2026 Iran: Proteste und internationale Reaktionen Berlin () - Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer haben das…
- Proteste im Iran gehen weiter 9. Januar 2026 Proteste im Iran: Entwicklungen und Reaktionen Berlin/Teheran () - Die seit dem Jahreswechsel andauernden Proteste im Iran gehen weiter. Nach tagelangem Schweigen berichten mittlerweile auch…
- Importpreise zu Jahresbeginn weiter rückläufig 27. Februar 2026 Wirtschaftliche Entwicklungen in Wiesbaden 2026 Wiesbaden () - Die Importpreise sind im Januar 2026 um 2,3 Prozent niedriger als im Januar 2025 gewesen.Im Dezember 2025…
- Stoltenberg wird Finanzminister von Norwegen 4. Februar 2025 Stoltenberg wird Finanzminister von Norwegen Oslo/München () - Die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) muss kurzfristig auf ihren designierten Vorsitzenden Jens Stoltenberg verzichten. Der frühere Nato-Generalsekretär sei…
- Iran meldet Tote und Verletzte nach israelischen Luftschlägen 13. Juni 2025 Jerusalem/Teheran () - Nach dem israelischen Luftschlag auf Ziele im Iran meldet das Regime in Teheran Tote und Verletzte.Die von den radikal-islamischen Revolutionsgarden gesteuerte Nachrichtenagentur…
- Bundesregierung pocht auf Ende der Gewalt im Iran 12. Januar 2026 Iran: Regierung verurteilt Gewalt gegen Proteste Berlin () - Die Bundesregierung pocht auf ein Ende des gewaltsamen Vorgehens des Regimes im Iran gegen Demonstranten."Die Lage…
- Proteste im Iran weiten sich aus 1. Januar 2026 Proteste in Iran: Wirtschaftliche Unruhen eskalieren Teheran () - Die seit mehreren Tagen anhaltenden Proteste im Iran gegen die hohe Inflation und die angespannte Wirtschaftslage…
- G7-Außenminister drohen Iran mit "restriktiven Maßnahmen" 15. Januar 2026 G7-Außenminister kritisieren Iranische Menschenrechtslage Berlin/London/Teheran () - Die G7-Außenminister haben in einer gemeinsamen Erklärung das Vorgehen der iranischen Behörden gegen die andauernden Proteste scharf kritisiert…
- Importpreise im Januar gestiegen 28. Februar 2025 Importpreise im Januar gestiegen Wiesbaden () - Die Importpreise sind im Januar 2025 um 3,1 Prozent höher gewesen als im Januar 2024. Dies war der…
- Inflationsrate von 2,1 Prozent im Januar bestätigt 17. Februar 2026 Wirtschaftliche Entwicklungen in Wiesbaden 2026 Wiesbaden () - Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat die Inflationsrate für den Monat Januar 2026 mit 2,1 Prozent bestätigt. Ende…
- Erzeugerpreise im Januar zurückgegangen 8. März 2024 Wiesbaden () - Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte sind im Januar 2024 zurückgegangen. Sie waren um 4,4 Prozent niedriger als im Januar 2023, teilte das Statistische…
- Transkript von Schlagabtausch zwischen Trump, Vance und Selenskyj auf Deutsch (Gespräch im Wortlaut) 1. März 2025 Transkript von Schlagabtausch zwischen Trump, Vance und Selenskyj auf Deutsch (Gespräch im Wortlaut) Washington () - US-Präsident Donald Trump und sein Vize JD Vance sind…
- Deutsch-Iranische Handelskammer warnt vor neuen Iran-Sanktionen 20. April 2024 Hamburg () - Die Deutsch-Iranische Handelskammer mit Sitz in Hamburg warnt vor schärferen Sanktionen gegen den Iran. "Wir wenden uns deutlich gegen weitere Sanktionsmaßnahmen im…
- Campact: Weiter Demos gegen Union und AfD bis Bundestagswahl 4. Februar 2025 Campact: Weiter Demos gegen Union und AfD bis Bundestagswahl Berlin () - Die Demonstrationen gegen Rechtsextremismus und die gemeinsamen Abstimmungen der CDU/CSU-Fraktion mit der AfD…
- Iran lehnt Gespräche mit USA unter "maximalem Druck" ab 8. März 2025 Iran lehnt Gespräche mit USA unter "maximalem Druck" ab Teheran () - Der Iran lehnt es nach eigenen Angaben ab, Gespräche mit den USA über…
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Iran Human Rights (IHRNGO), Islamische Republik, Islamische Revolutionsgarde
Wann ist das Ereignis passiert?
Das beschriebene Ereignis begann am 28. Dezember.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Worum geht es in einem Satz?
Seit Beginn der neuen Protestwelle im Iran vor 16 Tagen wurden mindestens 648 Demonstranten getötet und über 10.000 festgenommen, während die internationale Gemeinschaft zum Schutz der Zivilisten aufgerufen wird, da Berichte über mögliche Massenhinrichtungen durch die Regierung zunehmen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Beginn der Protestwelle am 28. Dezember
- Auslöser waren schlechte wirtschaftliche Bedingungen
- Proteste starteten auf dem Teheraner Basar
- Rasche Ausweitung auf andere Städte und Provinzen
- Verwendung regierungskritischer Parolen
- Internet-Blackout ab dem 8. Januar
- Berichte über Übergriffe auf Demonstranten durch Sicherheitskräfte
- Organisation von Gegendemos durch die Regierung
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Mehr als 648 Demonstranten getötet, möglicherweise über 6.000
- Tausende verletzt, über 10.000 Festnahmen
- Internet- und Informationssperren erschweren unabhängige Berichte
- IHRNGO vergleicht aktuelle Situation mit Verbrechen der 1980er Jahre
- Gefahr von Massenhinrichtungen und außergerichtlichen Hinrichtungen
- Internationale Gemeinschaft aufgefordert, Zivilisten zu schützen
- Protestwelle begann am 28. Dezember wegen wirtschaftlicher Lage
- Proteste breiteten sich auf alle 31 Provinzen und rund 120 Städte aus
- Gegendemos werden organisiert, Medien können relativ gefahrlos berichten
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Mindestens 648 Demonstranten getötet
- Tausende Verletzte
- Schätzungen über 10.000 Festnahmen
- Schwierigkeit der unabhängigen Berichterstattung
- Gefahr von Massenhinrichtungen
- Ankündigung erster Hinrichtungen
- Verpflichtung der internationalen Gemeinschaft zum Schutz ziviler Demonstranten
- Erinnerung an Verantwortung der Zivilgesellschaft in demokratischen Ländern
- Ausweitung der Proteste auf alle 31 Provinzen und rund 120 Städte
- Organisation von Gegendemos
- Medienvertreter können gefährdungsfrei berichten
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme zitiert. IHRNGO-Chef Mahmood Amiry-Moghaddam sagte, dass die weit verbreitete Ermordung ziviler Demonstranten durch die Islamische Republik an die Verbrechen des Regimes in den 1980er Jahren erinnere.
Die Nachrichtenagentur versorgt seit über 10 Jahren ihre Kunden rund um die Uhr mit topaktuellen Nachrichtentexten und Bildern.