Wirtschaft: Steuerverluste durch US-Konzerne in Deutschland
Berlin () – Donald Trumps Steuerpolitik hat Deutschland zwischen 2016 und 2023 mehr als 23 Milliarden Euro an Steuereinnahmen gekostet – mehr als jedes andere EU-Land. Das berichtet das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ unter Berufung auf eine Studie des Tax Justice Network im Auftrag von EU-Linksfraktionschef Martin Schirdewan. In Deutschland entgingen vor allem den Kommunen 9,8 Milliarden Euro an Steuereinnahmen, gefolgt vom Bund mit 6,9 Milliarden Euro und den Ländern mit 6,7 Milliarden Euro.
Die US-Regierung hatte die Unternehmenssteuern gesenkt und Anreize für US-Konzerne geschaffen, Gewinne im eigenen Land auszuweisen statt in Europa. In der Folge hätten US-Konzerne laut der Studie zwischen 2016 und 2023 Gewinne in Höhe von 327 Milliarden Euro aus den EU-Staaten verlagert, in denen sie erwirtschaftet worden waren. Den öffentlichen Haushalten in Europa entgingen dadurch Einnahmen von mindestens 86,4 Milliarden Euro, heißt es in der Studie. Allerdings seien die Steuereinnahmen in den USA dadurch nicht gestiegen: Zwar hätten US-Konzerne 2024 doppelt so viel Gewinn in den USA ausgewiesen wie noch 2016, jedoch insgesamt weniger Steuern als 2016 gezahlt.
Schirdewan sagte dem RND, Donald Trump baue die USA systematisch zum Niedrigsteuerparadies für Big Tech und seine milliardenschweren Freunde Musk, Zuckerberg oder Bezos um. Während Google, Meta und Co. ihre Gewinne zu Niedrigsteuersätzen in die USA verschieben würden, gingen die öffentlichen Haushalte und Kommunen leer aus. Aus Trumps „America First“ werde „Big Tech First“ und „Americans Last“. Denn während die Konzernbosse und Aktionäre sich Milliarden in die Taschen stecken würden, gehe die amerikanische Bevölkerung komplett leer aus. Es seien nicht die versprochenen Jobs in die USA zurückgeholt worden. Es gebe keine höheren Steuereinnahmen. Dafür gebe es aber noch mehr Reichtum für die Superreichen. Das sei kein Wirtschaftspatriotismus, sondern knallharte Klientelpolitik für Milliardäre.
Der Fraktionschef der EU-Linken forderte, die Konzerne dort zu besteuern, wo ihre Gewinne erwirtschaftet werden. Er wirft Europa vor, vor Trump einzuknicken und amerikanischen Großkonzernen eine Sonderbehandlung bei der globalen Mindeststeuer zu gewähren. Während Donald Trumps Politik Europa um Milliarden an Steuereinnahmen bringe, schauten EU-Kommission und Bundesregierung tatenlos zu, sagte Schirdewan. In Schulen, Kitas und Krankenhäusern fehle das Geld. Doch statt die Steuertricksereien der Konzerne zu stoppen, knicke Europa vor Trump ein und gewähre amerikanischen Großkonzernen auch noch eine Sonderbehandlung bei der globalen Mindeststeuer. Das sei eine politische Bankrotterklärung. Wer bei öffentlichen Leistungen den Rotstift ansetze und gleichzeitig den größten Steuertricksern der Welt den roten Teppich ausrolle, betreibe Politik gegen die eigene Bevölkerung. Europa müsse aufhören, sich von Trump auf der Nase herumtanzen zu lassen. Nötig sei eine Besteuerung der Konzerne dort, wo ihre Gewinne erwirtschaftet werden, statt immer neuer Steuergeschenke für Milliardäre.
Hintergrund ist das sogenannte „Side-by-Side“-Abkommen von Januar 2026, wonach US-Unternehmen Steuern in Höhe der globalen Mindeststeuer von 15 Prozent auch in den USA zahlen könnten. Der Studie zufolge liegt der Steuersatz von fast jedem dritten US-Unternehmen jedoch unterhalb von 15 Prozent.
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du gut in Tic Tac Toe? 👍
Spielername und geheimes Wort gehören zusammen. Das Captcha wird nur beim ersten autorisierten Spiel für diese Kombination in diesem Browser abgefragt.
Top 3
| Platz | Name | Punkte | Siege |
|---|---|---|---|
| Lade Rangliste ... | |||
Text-/Bildquelle: |
Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
Bildhinweis: |
Donald Trump (Archiv)
|
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Donald Trump, Martin Schirdewan, Elon Musk, Mark Zuckerberg, Jeff Bezos
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Redaktionsnetzwerk Deutschland, Tax Justice Network, EU-Linken, Martin Schirdewan, US-Regierung, EU-Kommission, Bundesregierung
Wann ist das Ereignis passiert?
Zeitraum: zwischen 2016 und 2023 (Steuereinnahmenverlust in Deutschland sowie Gewinnverlagerungen der US-Konzerne laut Bericht/Studie).
Zusätzlicher Zeitraum/Datum: Januar 2026 (Hintergrund: „Side-by-Side“-Abkommen).
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Deutschland: Berlin, Kommunen, Bund, Länder (jeweils in Deutschland), sowie die EU-Staaten insgesamt
Worum geht es in einem Satz?
Laut einer Studie des Tax Justice Network im Auftrag von EU-Linksfraktionschef Martin Schirdewan habe Donald Trumps Steuerpolitik Deutschland und anderen EU-Ländern zwischen 2016 und 2023 über 23 Milliarden Euro an Steuereinnahmen gekostet, weil US-Konzerne Gewinne in Niedrigsteuerländer verlagert hätten.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- US-Regierung hatte die Unternehmenssteuern gesenkt und Anreize geschaffen, Gewinne in den USA auszuweisen statt in Europa
- Verlagerung von Gewinnen US-amerikanischer Konzerne aus EU-Staaten in die USA durch niedrigere Steuerbelastung
- Umgebungs-/Rahmenlage durch das Side-by-Side-Abkommen von Januar 2026, das US-Unternehmen die Zahlung von Steuern in Höhe der globalen Mindeststeuer von 15 Prozent auch in den USA ermöglichen soll
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Die EU-Linken forderte, Konzerne dort zu besteuern, wo ihre Gewinne erwirtschaftet werden
- Schirdewan kritisierte, dass EU-Kommission und Bundesregierung tatenlos zusehen und Europa vor Trump einknicke
- Es werde eine Sonderbehandlung bei der globalen Mindeststeuer für amerikanische Großkonzerne kritisiert
- Schirdewan behauptete, öffentlicher Infrastruktur wie Schulen, Kitas und Krankenhäusern fehle Geld, während Steuertricksereien nicht gestoppt würden
- Zudem wurde Trumps Politik als Klientelpolitik für Milliardäre und als „Big Tech First“ statt „America First“ kritisiert
- Kritik richtete sich auch gegen das „Side-by-Side“-Abkommen, weil laut Studie viele US-Unternehmen unter 15 Prozent Steuersatz lägen
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Steuerausfälle in Deutschland durch veränderte US-Steuerpolitik, insbesondere zugunsten von US-Unternehmen
- Betroffen sind Kommunen besonders stark mit entgangenen Steuereinnahmen
- Weitere entgangene Steuereinnahmen für den Bund
- Zusätzliche entgangene Steuereinnahmen für die Länder
- Verlagerung von Unternehmensgewinnen durch US-Konzerne aus EU-Staaten in die USA
- Öffentlichen Haushalten in Europa entgehen dadurch mindestens erhebliche Einnahmen
- Keine zusätzlichen Steuereinnahmen in den USA trotz höher ausgewiesener Gewinne durch US-Konzerne im Vergleich zu früher
- Kürzungen oder fehlende Mittel für öffentliche Leistungen wie Schulen, Kitas und Krankenhäuser
- Kritik an Sonderbehandlung bei der globalen Mindeststeuer für amerikanische Großkonzerne
- Forderung nach Besteuerung von Konzernen dort, wo ihre Gewinne erwirtschaftet werden
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, es wird eine Stellungnahme von EU-Linksfraktionschef Martin Schirdewan (u. a. an das RND) zitiert.
- EU-Kommission will Frontex zur zentralen Abschiebeagentur machen - 25. Oktober 2026
- Wildberger sieht "neues Zeitalter der Cybersicherheit" - 25. Oktober 2026
- VdK-Chefin fürchtet Mehrbelastung pflegender Angehöriger - 25. Oktober 2026
