Wirtschaft: Ifo-Position zu Spritpreisen in München
München () – Der Chef des Münchener Ifo-Instituts, Clemens Fuest, spricht sich gegen die Pläne der schwarz-roten Koalition zur pauschalen Absenkung der hohen Spritpreise aus.
„Senkungen der Mehrwertsteuer oder der Energiesteuer sind nicht die richtigen Instrumente“, sagte Fuest der „Welt“. Die Regierung könne die gesamtwirtschaftlichen Kosten der höheren Ölpreise nicht aus der Welt schaffen. „Sie kann diese Kosten nur umverteilen.“ Dazu solle sie möglichst zielgenaue Instrumente wählen, forderte Fuest. „Außerdem sollte man das wichtige Preissignal, dass Benzin und Diesel knapp sind, nicht beeinträchtigen. Steuersenkungen entlasten alle Autofahrer, auch viele, bei denen das nicht sinnvoll ist.“
Direkte Transfers über den neuen Auszahlungsmechanismus hält Fuest für sinnvoll, falls die Politik Haushalte mit niedrigem Einkommen entlasten wolle. Fernpendler könne man durch eine höhere Pendlerpauschale entlasten, beispielsweise ab 20 Kilometern. „Etwas weniger zielgenau, aber besser als eine Benzinsteuersenkung wäre eine Senkung der Kfz-Steuer“, sagte er. „Damit würde zumindest das Preissignal hoher Benzinpreise nicht gestört.“
Den von der SPD geforderten Preisdeckel sieht Fuest dagegen kritisch. Er funktioniere nur, wenn einzelne Unternehmen so viel Marktmacht hätten, dass sie die Preise nach oben treiben können. Außerdem bestehe die Gefahr, dass es zu Versorgungsproblemen kommt, wenn der staatlich regulierte Preis zu niedrig angesetzt wird. Die Anbieter würden das Benzin dann eher ins Ausland verkaufen. „Bei Übergewinnsteuern stellt sich das Problem, dass die großen Mineralölkonzerne im Ausland ansässig sind. An deren Gewinne kommt man mit einer Übergewinnsteuer kaum heran“, sagte Fuest.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Clemens Fuest
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Clemens Fuest, Ifo-Institut, schwarz-rote Koalition, SPD, Regierung, Welt, Politik, Haushalte, Autofahrer, Fernpendler, Kfz-Steuer, Pendlerpauschale, Benzin, Diesel, Mineralölkonzerne, Anbieter
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
München
Worum geht es in einem Satz?
Clemens Fuest, Chef des Ifo-Instituts, kritisiert die geplanten pauschalen Steuersenkungen zur Senkung hoher Spritpreise und plädiert stattdessen für zielgenauere Entlastungen (z. B. direkte Transfers oder höhere Pendlerpauschale) sowie gegen Preisdeckel und Übergewinnsteuern mit Hinweis auf mögliche Fehlanreize und Versorgungsrisiken.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Kritik an pauschaler Senkung der hohen Spritpreise durch die schwarz-rote Koalition
- Ablehnung von Senkungen der Mehrwertsteuer oder der Energiesteuer als nicht geeignete Instrumente
- Hinweis auf höhere Ölpreise als gesamtwirtschaftliche Kosten, die nur umverteilt werden können
- Forderung nach zielgenaueren Entlastungsinstrumenten (direkte Transfers, höhere Pendlerpauschale, Kfz-Steuersenkung)
- Skepsis gegenüber SPD-Preisdeckel wegen möglicher Marktmacht und Risiko von Versorgungsproblemen
- Bedenken gegenüber Übergewinnsteuern wegen schwerer Erreichbarkeit der Gewinne großer im Ausland ansässiger Mineralölkonzerne
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Clemens Fuest kritisiert die Pläne der schwarz-roten Koalition zur pauschalen Absenkung hoher Spritpreise
- Er lehnt Senkungen der Mehrwertsteuer oder der Energiesteuer als nicht geeignete Instrumente ab
- Die Regierung könne die gesamtwirtschaftlichen Kosten höherer Ölpreise nicht beseitigen, sondern nur umverteilen
- Er fordert möglichst zielgenaue Maßnahmen statt pauschaler Entlastung für alle Autofahrer
- Direkte Transfers über den neuen Auszahlungsmechanismus hält er für sinnvoll, falls Haushalte mit niedrigem Einkommen entlastet werden sollen
- Er spricht sich für höhere Pendlerpauschale für Fernpendler aus, statt einer Benzinsteuersenkung
- Er sieht eine Senkung der Kfz-Steuer als weniger zielgenau, aber besser als Benzinsteuersenkung an
- Er bewertet den von der SPD geforderten Preisdeckel kritisch wegen möglicher Marktmacht einzelner Unternehmen und der Gefahr von Versorgungsproblemen bei zu niedrigem Preis
- Er kritisiert Übergewinnsteuern als nur begrenzt wirksam, weil große Mineralölkonzerne oft im Ausland ansässig sind
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Mehrwertsteuer oder Energiesteuer pauschal zu senken ist nicht das richtige Instrument
- Die gesamtwirtschaftlichen Kosten höherer Ölpreise können nicht beseitigt, sondern nur umverteilt werden
- Statt pauschaler Steuersenkungen sollen zielgenauere Instrumente eingesetzt werden
- Ein wichtiges Preissignal, dass Benzin und Diesel knapp sind, soll nicht beeinträchtigt werden
- Steuersenkungen würden alle Autofahrer entlasten, auch solche, bei denen das nicht sinnvoll ist
- Direkte Transfers über einen Auszahlungsmechanismus können sinnvoll sein, wenn Haushalte mit niedrigem Einkommen entlastet werden sollen
- Fernpendler könnten durch eine höhere Pendlerpauschale ab etwa 20 Kilometern entlastet werden
- Eine Senkung der Kfz-Steuer wäre im Vergleich weniger zielgenau, aber würde das Preissignal hoher Benzinpreise weniger stören
- Preisdeckel funktionieren nur unter bestimmten Bedingungen, andernfalls besteht das Risiko unerwünschter Effekte
- Bei einem zu niedrig angesetzten regulierten Preis drohen Versorgungsprobleme
- Anbieter könnten Benzin eher ins Ausland verkaufen, statt es im Inland bereitzustellen
- Übergewinnsteuern könnten weniger wirksam sein, weil große Mineralölkonzerne Gewinne im Ausland erzielen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, es wird eine Stellungnahme des Münchener Ifo-Instituts-Chefs Clemens Fuest zitiert (u. a. „Senkungen der Mehrwertsteuer oder der Energiesteuer sind nicht die richtigen Instrumente …“).
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