München: Judenhass und AfD-Risiken
München () – Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, sieht in der AfD eine Gefahr für die Demokratie in Deutschland. Sie sehe in vielen Bereichen keinen Unterschied mehr zur NSDAP, bevor diese an die Macht gekommen sei, sagte Knobloch dem „Stern“.
Die Nazis von damals hätten zwar anders ausgesehen, Uniformen getragen und seien anders organisiert gewesen. Sie hätten aber von Anfang an klargemacht, was sie vorhatten. Jeder habe das wissen können, erklärte Knobloch, die unter falscher Identität den Holocaust überlebt hatte.
Sie habe viele schreckliche Parteien erlebt, etwa NPD, Republikaner und DVU, erklärte Knobloch. Diese seien gekommen und wieder verschwunden. Keine sei jedoch so gefährlich wie die AfD.
Sie habe schon einmal erlebt, dass die Deutschen einer Partei hinterhergelaufen seien und sich nicht damit beschäftigen wollten, was das für große Teile der Bevölkerung bedeuten würde. Dies dürfe man nicht noch einmal erlauben. Bei vielem, was AfD-Politiker von sich geben, frage sie sich, wo die Justiz sei. Man dürfe nicht ungestraft gegen Menschen hetzen. „Wir müssen in der Bekämpfung dieser Radikalen selbst zu radikalen Mitteln greifen, anders werden wir es nicht schaffen.“
Auf die Frage, welche Mittel dies sein könnten, empfahl Knobloch, die gerade ein Buch unter dem Titel „Trotzdem Weiter“ veröffentlicht hat, eine neuerliche Prüfung des Verbotsverfahrens, auch wenn sie einem solchen wenig Chancen einräumt.
Das Land, das es geschafft habe, wieder zu sich zu kommen, sei ins Wanken geraten, so Knobloch. Sie sei besorgt über den um sich greifenden Judenhass. Man müsse darum bangen, ob das Land ein demokratisches bleibe.
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Charlotte Knobloch (Archiv)
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Charlotte Knobloch
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
AfD, NSDAP, NPD, Republikaner, DVU, Justiz
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
München, Oberbayern
Worum geht es in einem Satz?
Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, warnt vor der AfD als Gefahr für die Demokratie und sieht dabei Parallelen zur NSDAP, fordert die konsequente Bekämpfung von Radikalismus sowie eine erneute Prüfung des Verbotsverfahrens.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- AfD als Gefahr für die Demokratie in Deutschland, ohne hinreichenden Unterschied zur NSDAP
- Zunehmender Judenhass und Sorge um den Erhalt der Demokratie
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Charlotte Knobloch sagt, die AfD sei eine Gefahr für die Demokratie in Deutschland
- Sie behauptet, es gebe in vielen Bereichen keinen Unterschied mehr zur NSDAP, bevor diese an die Macht gekommen sei
- Sie äußert, die Deutschen seien früher einer Partei nachgelaufen, ohne sich mit Folgen für große Teile der Bevölkerung zu beschäftigen
- Sie fordert, die Bekämpfung der Radikalen mit „radikalen Mitteln“ zu betreiben, sonst werde man es nicht schaffen
- Sie kritisiert, wo die Justiz sei, wenn AfD-Politiker hetzten, und fordert strafrechtliches Eingreifen gegen ungestraftes Hetzen
- Sie empfiehlt eine neuerliche Prüfung des Verbotsverfahrens gegen die AfD
- Sie äußert Besorgnis über um sich greifenden Judenhass und die Frage, ob Deutschland demokratisch bleibt
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Gefahr für die Demokratie in Deutschland
- Kein Unterschied mehr in vielen Bereichen zur NSDAP
- Wiederholung einer Entwicklung, bei der die Bevölkerung einer Partei hinterherläuft, ohne die Folgen für große Teile der Bevölkerung zu durchdenken
- Strafloses Hetzen gegen Menschen darf nicht zugelassen werden
- Erfordernis, Radikale wirksamer zu bekämpfen, nötigenfalls auch mit „radikalen Mitteln“
- Neue Prüfung des Verbotsverfahrens gegen die AfD
- Zunahme von Judenhass mit der Folge, dass die Stabilität des demokratischen Zusammenlebens in Frage gestellt wird
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Charlotte Knobloch wird mit einer Stellungnahme zitiert („sagte Knobloch dem ‚Stern‘“).
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