Debatte zur Organspende in Berlin
Berlin () – Im Bundestag zeichnet sich eine erneute Grundsatzdebatte über die Organspende ab. Eine fraktionsübergreifende Gruppe um die SPD-Abgeordnete Sabine Dittmar hat am Donnerstag in Berlin einen Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchsregelung vorgestellt.
Der Entwurf sieht vor, dass alle Volljährigen in Deutschland künftig grundsätzlich als Organspender gelten, wenn sie nicht widersprechen. Zu der Gruppe gehören unter anderem Armin Grau (Grüne), Gitta Connemann (CDU), Peter Aumer (CSU) und Julia-Christina Stange (Linke).
Dittmar sagte am Donnerstag in Berlin, dass dieses Verfahren in etlichen europäischen Ländern bereits Praxis sei. Es gehe darum, dass sich nicht mehr die Mehrheit, die offen für eine Organspende sei, „bewegen“ müsse, um aktiv zuzustimmen. Stattdessen solle die ablehnende Minderheit die Initiative ergreifen müssen, so Dittmar.
Bisher gilt in Deutschland die erweiterte Zustimmungslösung, die im Transplantationsgesetz geregelt ist. Organe dürfen nur entnommen werden, wenn eine Einwilligung vorliegt. Liegt keine Erklärung vor, werden die Angehörigen nach dem mutmaßlichen Willen gefragt. Die Abgeordneten verwiesen auf die anhaltend niedrigen Spenderzahlen und die lange Warteliste schwerkranker Patienten, die auf ein Spenderorgan warteten. Auch medizinische Fachgesellschaften wie die Deutsche Transplantationsgesellschaft sowie der Bundesrat hatten sich zuletzt für eine Widerspruchslösung ausgesprochen.
Widerstand formiert sich ebenfalls fraktionsübergreifend durch Kirsten Kappert-Gonther (Grüne), Lars Castellucci (SPD) und Stephan Pilsinger (CSU). Kappert-Gonther bezeichnete die Widerspruchsregelung als Scheinlösung, die erhebliche ethische Fragen aufwerfe. Es fehle im internationalen Vergleich der Beleg, dass sie die Organspendezahlen tatsächlich erhöhe. Erfolgreich seien vielmehr gute Strukturen in Entnahmekrankenhäusern, Aufklärung, transparente Verfahren und einfache Dokumentation. Schweigen sei keine Zustimmung, und Selbstbestimmung umfasse auch das Recht, keine Entscheidung zu treffen. Der Präsident der Deutschen Transplantationsgesellschaft, Mario Schiffer, sieht die Widerspruchslösung hingegen als überfälligen und notwendigen Schritt. Sie habe das Potenzial, die Anzahl der Organspenden in Deutschland strukturell zu erhöhen.
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du gut in Tic Tac Toe? 👍
Spielername und geheimes Wort gehören zusammen. Das Captcha wird nur beim ersten autorisierten Spiel für diese Kombination in diesem Browser abgefragt.
Top 3
| Platz | Name | Punkte | Siege |
|---|---|---|---|
| Lade Rangliste ... | |||
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Paradigmenwechsel in der Organspende – Widerspruchsregelung jetzt! am 07.05.2026 |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Sabine Dittmar, Armin Grau, Gitta Connemann, Peter Aumer, Julia-Christina Stange, Kirsten Kappert-Gonther, Lars Castellucci, Stephan Pilsinger, Mario Schiffer
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
SPD, Grüne, CDU, CSU, Linke, Deutsche Transplantationsgesellschaft, Bundesrat.
Wann ist das Ereignis passiert?
07.05.2026
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfand, sind: Berlin.
Worum geht es in einem Satz?
Im Bundestag wurde ein Gesetzentwurf vorgestellt, der eine Widerspruchsregelung für die Organspende vorsieht, bei der alle Volljährigen als Organspender gelten sollen, sofern sie nicht widersprechen, was auf fraktionsübergreifenden Widerstand und unterschiedliche Meinungen über die Effektivität und ethischen Implikationen stößt.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Einführung eines Gesetzentwurfs zur Widerspruchsregelung
- Aktuelle Regelung in Deutschland ist die erweiterte Zustimmungslösung
- Niedrige Organspenderzahlen und lange Wartelisten schwerkranker Patienten
- Vergleich mit anderen europäischen Ländern, die Widerspruchsregelungen haben
- Forderung nach einer aktiven Zustimmung von der ablehnenden Minderheit
- Unterstützung durch medizinische Fachgesellschaften und den Bundesrat
- Widerstand und ethische Bedenken gegen die Widerspruchsregelung
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Bundestag diskutiert über Gesetzentwurf zur Widerspruchsregelung bei Organspenden
- Fraktionsübergreifende Unterstützung von SPD, Grünen, CDU, CSU und Linken
- Vorschlag: Alle Volljährigen gelten als Organspender ohne Widerspruch
- Argumentation für Widerspruchslösung basiert auf Praxis in anderen europäischen Ländern
- Bisherige Regelung erfordert aktive Zustimmung zur Organspende
- Hinweis auf niedrige Spenderzahlen und lange Wartelisten für Organtransplantationen
- Unterstützung des Vorschlags durch medizinische Fachgesellschaften und den Bundesrat
- Widerstand innerhalb der Politik, insbesondere von Grünen und SPD, gegen die Widerspruchslösung
- Kritiker fordern bessere Strukturen und Aufklärung statt Widerspruchslösung
- Präsident der Deutschen Transplantationsgesellschaft unterstützt die Widerspruchslösung als notwendig.
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Einführung der Widerspruchsregelung
- Grundsätzlich alle Volljährigen als Organspender
- Ablehnende Minderheit muss Initiative ergreifen
- Mögliche Erhöhung der Organspenden in Deutschland
- Auseinandersetzungen über ethische Fragen
- Kritische Stimmen fordern bessere Strukturen in Entnahmekrankenhäusern
- Diskussion über Selbstbestimmung und Entscheidungsmöglichkeiten
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme einer Person zitiert. Sabine Dittmar sagte, dass es darum gehe, dass sich nicht mehr die Mehrheit, die offen für eine Organspende sei, "bewegen" müsse, um aktiv zuzustimmen.
- Kölns Kaderplaner sieht KI als wichtigen Helfer - 30. Juli 2026
- Baum stürzt am Möhnesee auf Jugendgruppe: Zwei Schwerverletzte - 30. Juli 2026
- CSU-Fraktion fordert nach Gespräch mit Streeck Präventionsoffensive gegen Drogen - 30. Juli 2026

