Politik: Rückkehr syrischer Flüchtlinge in Deutschland
Berlin () – Luise Amtsberg, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss und Berichterstatterin der Grünen zu Syrien und Nahost, hat die Einschätzung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zu einer Rückkehr des Großteils syrischer Geflüchteter scharf zurückgewiesen.
„Die Aussage von Friedrich Merz, dass innerhalb der nächsten drei Jahre `rund 80 Prozent` der in Deutschland lebenden Syrerinnen und Syrer in ihr Herkunftsland zurückkehren sollen, ist nicht nur realitätsfern, sondern zynisch“, sagte Amtsberg den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagsausgaben). „Wer solche Zahlen in den Raum stellt, ignoriert nicht nur die fragile Sicherheitslage in Syrien, sondern auch die Tatsache, dass viele syrische Geflüchtete längst Teil unserer Gesellschaft sind.“
Amtsberg, die im Februar selbst in Syrien war, beschreibt die Lage als desolat. Nahe Damaskus werde sichtbar, in welchem Ausmaß das Assad-Regime ganze Städte systematisch zerstört habe. „Wiederaufbau bedeutet dort nicht, Häuser zu errichten, sondern bei null anzufangen und Leben überhaupt erst wieder möglich zu machen“, sagte die Grünen-Politikerin, die unter der Ampel-Regierung Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung war. „Wer diese Orte mit eigenen Augen gesehen hat, kann nicht ernsthaft so tun, als gäbe es flächendeckend sichere Bedingungen für eine Rückkehr und als wäre Rückkehr nur eine Frage der Entscheidung.“
Von Bundeskanzler Friedrich Merz erwartet sie klare Worte in Richtung des syrischen Übergangspräsidenten. Die militärische Gewalt im Nordosten des Landes müsse unverzüglich eingestellt werden, für eine friedliche Zukunft brauche es in Syrien einen nationalen Dialog unter Beteiligung aller Gruppen, das Zulassen von Parteien, die Aufarbeitung vergangener Verbrechen und die Stärkung der Zivilgesellschaft. „Wer den Anspruch hat, eine friedliche Zukunft in Syrien zu gestalten, darf die Debatte hierzulande nicht auf Abschiebungen reduzieren, sondern muss die Situation der Betroffenen in den Mittelpunkt stellen“, fordert Amtsberg.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Ahmed al-Scharaa und Friedrich Merz am 30.03.2026 |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Luise Amtsberg, Friedrich Merz, Ahmed al-Scharaa
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Luise Amtsberg, Auswärtigen Ausschuss, Grünen, Friedrich Merz, CDU, Funke-Mediengruppe, Assad-Regime, Ampel-Regierung, Menschenrechtsbeauftragte, syrischer Übergangspräsident, Zivilgesellschaft.
Wann ist das Ereignis passiert?
30.03.2026
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die beschriebenen Ereignisse finden oder fanden in folgenden Orten statt: Berlin, Syrien (insbesondere in der Nähe von Damaskus).
Worum geht es in einem Satz?
Luise Amtsberg von den Grünen kritisiert die Äußerung von Bundeskanzler Friedrich Merz zur Rückkehr syrischer Flüchtlinge als unrealistisch und zynisch, und hebt hervor, dass die aktuelle Sicherheitslage in Syrien eine Rückkehr unmöglich macht.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Einschätzung von Friedrich Merz zur Rückkehr syrischer Geflüchteter
- Warnung vor fragiler Sicherheitslage in Syrien
- Systematische Zerstörung durch das Assad-Regime
- Desolate Lebensbedingungen in Syrien
- Forderung nach nationalem Dialog und Stärkung der Zivilgesellschaft
- Ablehnung der Reduzierung auf Abschiebungen
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Luise Amtsberg kritisiert Friedrich Merz' Aussage zur Rückkehr syrischer Geflüchteter
- Merz' Einschätzung als realitätsfern und zynisch bezeichnet
- Erwähnt die fragile Sicherheitslage in Syrien und Integration syrischer Geflüchteter in Deutschland
- Amtsberg beschreibt die desolate Lage in Syrien und die Zerstörung durch das Assad-Regime
- Forderung nach einer militärischen Gewaltbeendigung im Nordosten Syriens
- Betonung auf nationalen Dialog, Aufarbeitung vergangener Verbrechen und Stärkung der Zivilgesellschaft
- Kritik an der Reduktion von Gesprächen auf Abschiebungen anstelle der Situation der Betroffenen
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Scharfe Ablehnung der Einschätzung von Friedrich Merz
- Kritik an der Realität und Zynismus der Rückkehrprognose
- Ignorieren der fragilen Sicherheitslage in Syrien
- Gegenüberstellung von Rückkehr und Integration syrischer Geflüchteter in Deutschland
- Hinweis auf desolates Zustand in Syrien und Zerstörung durch das Assad-Regime
- Aufforderung an Merz zu klaren Worten gegenüber dem syrischen Übergangspräsidenten
- Notwendigkeit der Einstellung militärischer Gewalt im Nordosten Syriens
- Forderung nach nationalem Dialog und Einbindung aller Gruppen
- Betonung der Wichtigkeit der Aufarbeitung vergangener Verbrechen
- Stärkung der Zivilgesellschaft als Bedingung für friedliche Zukunft
- Ablehnung der Debatte über Abschiebungen zugunsten der Situation der Betroffenen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Luise Amtsberg zitiert, die die Einschätzung von Bundeskanzler Friedrich Merz zur Rückkehr syrischer Geflüchteter scharf zurückweist.
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