Politik in Berlin: Streit um Antisemitismus
Berlin () – Im internen Streit der Linken über Antisemitismus drängt der frühere Fraktionschef Gregor Gysi seine Partei zu einer klaren Positionierung.
„Solche Machtkämpfe sind nie gut für eine Partei“, sagte Gysi dem „Spiegel“. „Aber diesen Machtkampf müssen wir jetzt zu Ende führen. Auf dem Bundesparteitag im Juni müssen sich alle sehr genau überlegen, welchen Weg sie gehen und welche Konsequenzen das hat. Am Ende muss sich die Mehrheit klar gegen Antisemitismus positionieren.“
Gysi warnte davor, dass der anhaltende Streit über den Nahostkonflikt der Partei schaden könnte. Die ständige Beschäftigung damit lenke davon ab, „dass wir die Partei sind, die sich etwa für soziale Gerechtigkeit und erschwingliches Wohnen und gegen die AfD einsetzt“. Nach einem Parteitagsbeschluss müsse die Linke schnell zu ihren eigentlichen Kernthemen zurückkehren. „Sonst werden sich viele Menschen wieder von uns abwenden. Und wir haben ja noch ein paar wichtige Wahlen vor uns in diesem Jahr“, sagte Gysi.
Er verwahrte sich gegen Rassismusvorwürfe aus der eigenen Partei, übte in diesem Zusammenhang aber auch Selbstkritik. „Ich gebe zu, dass meine Wortwahl nicht so glücklich war. Das tut mir auch leid“, sagte er. „Ich hätte nicht nur und so pauschal über migrantische Mitglieder sprechen sollen. Ich hätte auch sagen müssen, dass es auch junge, deutsche Mitglieder ohne Migrationshintergrund gibt, die exakt den Standpunkt vertreten, wonach Israel von Anfang an nur kolonial und imperialistisch war – so wie es auch die Linksjugend vor Kurzem beschlossen hat. So etwas zeugt von einem ungeheuren Mangel an Geschichtswissen.“
Gysi hatte in einem Interview auf eine Frage nach Antisemitismus in der Linken unter anderem erklärt, es seien viele Menschen mit „spezifischem Migrationshintergrund“ in die Partei gekommen, was er begrüße. Diese brächten aber Sichten auf Israel mit, die zum Teil falsch seien. In einem Brandbrief der parteiinternen Bundesarbeitsgemeinschaft Migrantische Linke warfen mehr als 200 Mitglieder Gysi daraufhin vor, „rassistische Narrative“ zu reproduzieren.
Gysi weist dies als „so etwas von absurd“ zurück. Er habe seinen Kritikern geschrieben, „dass ich bereit bin, mit ihnen zu reden“, sagte der Linkenpolitiker. Bisher habe er auf das Angebot keine Antwort erhalten.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Gregor Gysi (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Gregor Gysi
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Die genannten Organisationen, Parteien oder Institutionen sind:
die Linke, AfD, Linksjugend, Bundesarbeitsgemeinschaft Migrantische Linke.
Wann ist das Ereignis passiert?
Das Datum oder der Zeitraum des beschriebenen Ereignisses ist: Bundesparteitag im Juni.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind: Berlin.
Worum geht es in einem Satz?
Gregor Gysi drängt die Linke in einem internen Streit über Antisemitismus zu einer klaren Positionierung und warnt vor den negativen Folgen des anhaltenden Konflikts für die Partei, während er auch Selbstkritik an seiner Wortwahl übt und zur Rückkehr zu den Kernanliegen aufruft.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Interner Streit über Antisemitismus innerhalb der Partei
- Machtkämpfe in der Linken über Positionierung zu Israel und dem Nahostkonflikt
- Warnung von Gregor Gysi vor möglichen Schäden für die Partei
- Selbstkritik von Gysi bezüglich seiner Wortwahl
- Vorwurf von rassistischen Narrativen an Gysi durch parteiinterne Mitglieder
- Diskussion über unterschiedliche Ansichten von Mitgliedern mit Migrationshintergrund zu Israel
- Notwendigkeit einer klaren Positionierung auf dem kommenden Bundesparteitag
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Gregor Gysi fordert klare Positionierung der Linken gegen Antisemitismus
- Warnung über Schäden für die Partei durch anhaltenden Streit über den Nahostkonflikt
- Rückkehr zu Kernthemen wie soziale Gerechtigkeit und Wohnungsnot gefordert
- Gysi räumt ein, dass seine Wortwahl unglücklich war und übt Selbstkritik
- Parteiinternes Konflikt über Rassismusvorwürfe gegenüber Gysi
- Gysi weist Vorwürfe zurück und bietet Dialog an, erhielt jedoch keine Antwort
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Unklarheit über Parteipositionierung
- Gefahr einer Abwendung von Wählern
- Abweichung von Kernthemen
- Möglicher Schaden für die Partei durch andauernden Streit
- Notwendigkeit, Machtkämpfe zu beenden
- Dringlichkeit vor bevorstehenden Wahlen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Gregor Gysi zitiert, in der er seine Partei zu einer klaren Positionierung gegen Antisemitismus drängt und auf die Bedeutung sozialer Gerechtigkeit hinweist.
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