Gesellschaft: Cannabis-Legalisierung in Deutschland
Berlin () – Rund eineinhalb Jahre nach Inkrafttreten der teilweisen Cannabis-Legalisierung gibt es in Deutschland 343 Vereine, die Gras für ihre Mitglieder anbauen dürfen.
Das ist das Ergebnis einer Abfrage in den zuständigen Landesministerien und deren nachgelagerten Behörden, die der „Spiegel“ nach eigenen Angaben durchgeführt hat. Nordrhein-Westfalen liegt als bevölkerungsreichstes Bundesland erwartungsgemäß mit 96 genehmigten Cannabisvereinen an der Spitze, gefolgt von Niedersachsen mit 68.
Kiffer finden in Niedersachsen am leichtesten Zugang zu Gras, dort kommen 8,5 Klubs auf eine Million Einwohner. Mutmaßlich werden es bald noch mehr: Laut Landwirtschaftskammer Niedersachsen liegen derzeit mehr als 50 Anträge von Vereinen vor, die ebenfalls eine Genehmigung bekommen könnten. In Hamburg haben aktuell 13 Klubs die Erlaubnis, Gras anzubauen und abzugeben, in Schleswig-Holstein 10.
Währenddessen haben es Cannabisvereine in Bayern offenbar ungleich schwerer, eine Genehmigung zu bekommen – oder aber es gibt dort weniger Menschen, die einen solchen Verein gründen möchten: Die Behörden im Freistaat haben bislang nur 8 Klubs zugelassen. In Baden-Württemberg gibt es 26 Anbauvereinigungen. In Ostdeutschland hat Sachsen die meisten Klubs: 21 an der Zahl.
Der CDU-Chef und heutige Kanzler Friedrich Merz versprach im Bundestagswahlkampf noch, das Gesetz zur Cannabis-Legalisierung rückgängig zu machen. „Ich möchte meine Kinder und Enkelkinder davor schützen, dass sie legal solche Drogen nehmen“, sagte er damals. In ihrem Wahlprogramm kündigten CDU und CSU an, die Legalisierung zurückzunehmen. Nach der Bundestagswahl einigte sich die schwarz-rote Koalition darauf, das Gesetz bis 2028 evaluieren zu lassen.
Dass es wieder abgeschafft wird, so wie von der Union angekündigt, gilt inzwischen als unwahrscheinlich. Hendrik Streeck (CDU), der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, teilte auf „Spiegel“-Anfrage mit, man müsse das Gesetz „an einigen Punkten nachschärfen“. Der durchschnittliche THC-Gehalt legaler Cannabisprodukte sei zu hoch, so Streeck. Zudem kritisiert der Drogenbeauftragte, dass Privatpersonen drei Cannabispflanzen zu Hause züchten dürfen. „Die Intention des Gesetzes war nicht, dass ein talentierter Hobbygärtner den gesamten Freundeskreis versorgt.“ Drei Pflanzen könnten bis zu ein Kilogramm Cannabis liefern, das entspreche rund 4.000 Joints und habe mit Eigenbedarf wenig zu tun.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | „Smoke-in“ vor dem Brandenburger Tor (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Die vollständigen Namen der Personen im Artikel sind:
Friedrich Merz, Hendrik Streeck
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Deutsche, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen, CDU, CSU, Friedrich Merz, schwarz-rote Koalition, Hendrik Streeck, Bundesregierung, "Smoke-in", Brandenburger Tor, dts Nachrichtenagentur.
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
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Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind:
Berlin, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen.
Worum geht es in einem Satz?
Nach rund eineinhalb Jahren Cannabis-Legalisierung in Deutschland gibt es mittlerweile 343 Anbauvereine, wobei Nordrhein-Westfalen mit 96 genehmigten Klubs an der Spitze liegt, während die Rücknahme des Gesetzes, wie von der CDU angekündigt, als unwahrscheinlich gilt, jedoch Anpassungen diskutiert werden.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Inkrafttreten der teilweisen Cannabis-Legalisierung in Deutschland
- Genehmigungsprozess für Cannabisvereine durch Landesbehörden
- Hohe Anzahl an Anträgen für Vereinsgründungen, insbesondere in Niedersachsen
- Unterschiede in Genehmigungszahlen zwischen Bundesländern
- Politische Versprechen und Meinungen von führenden Politikern, einschließlich Friedrich Merz
- Evaluierung des Gesetzes durch die schwarz-rote Koalition
- Bedenken zu THC-Gehalt und Eigenbedarf durch Drogenbeauftragten
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Rund 343 Cannabisvereine in Deutschland erlaubt
- Nordrhein-Westfalen mit 96 genehmigten Clubs an der Spitze
- Niedersachsen mit den meisten Klubs pro Million Einwohner (8,5)
- Mehr als 50 weitere Anträge in Niedersachsen
- In Hamburg 13 und in Schleswig-Holstein 10 genehmigte Klubs
- In Bayern bisher nur 8 genehmigte Klubs
- CDU-Chef Friedrich Merz kündigte Rücknahme der Legalisierung an
- Koalition einigt sich auf Evaluation des Gesetzes bis 2028
- Rücknahme des Gesetzes gilt als unwahrscheinlich
- Drogenbeauftragter Hendrik Streeck sieht Bedarf für Nachschärfungen
- Kritisiert hohen THC-Gehalt und private Anbaugrenzen
Welche Konsequenzen werden genannt?
- 343 genehmigte Cannabisvereine in Deutschland
- Niedersachsen hat die meisten Klubs pro Million Einwohner
- Mehr als 50 Anträge auf Genehmigungen in Niedersachsen
- Unterschiedliche Genehmigungszahlen in den Bundesländern
- Unwahrscheinlichkeit einer Rücknahme der Legalisierung
- Notwendigkeit zur Anpassung des Gesetzes
- Kritische Bewertung des THC-Gehalts legaler Produkte
- Diskussion um das private Züchten von Cannabispflanzen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, der Artikel zitiert eine Stellungnahme von Hendrik Streeck (CDU), dem Sucht- und Drogenbeauftragten der Bundesregierung, der anmerkt, dass das Gesetz "an einigen Punkten nachgeschärft" werden müsse.
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