Berlin () – Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) wirft der Bundesregierung vor, bei der geplanten Stationierung von US-Mittelstreckenraketen wie ein „Vasall der USA“ zu agieren.
Olaf Scholz habe in dieser Frage „als Vasallenkanzler gehandelt“, sagte die BSW-Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Die Entscheidung fälle Washington, das Risiko trage die Bevölkerung in Deutschland. Scholz liefere damit „die deutschen Sicherheitsinteressen auf Gedeih und Verderb der US-Administration aus“.
Hintergrund ist eine eher allgemein gehaltene Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des BSW. Unter anderem wollten die Parlamentarier wissen, ob der auf dem Nato-Gipfel im Juli bekanntgegebene Plan, ab 2026 wieder konventionelle US-Mittelstreckenraketen in Deutschland aufstellen zu wollen, von Berlin oder Washington ausgegangen war.
Die Bundesregierung antwortete nicht direkt, sondern verwies darauf, dass die Stationierung dem „gesetzten Ziel der Stärkung der Abschreckung und Verteidigung in Reaktion auf die von Russland ausgehende Bedrohung“ diene. Die USA und Deutschland bekräftigten damit „die Bedeutung der transatlantischen Partnerschaft für die Verteidigung Europas“, hieß es weiter.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte im Zusammenhang mit den Stationierungsplänen vor Kurzem von einer „Lücke“ in der Fähigkeit zur Abschreckung gesprochen. Dagdelen merkte in der NOZ dazu an: „Weder kann die Bundesregierung die vermeintliche Verteidigungslücke belegen, noch hat sie ansatzweise ein Mitspracherecht beim Einsatz der Waffen für Angriffe auf Russland.“
Die vorgesehenen Waffensysteme mittlerer Reichweite vom Typ Tomahawk und SM-6 sowie die in Entwicklung befindlichen Hyperschallraketen wären in der Lage, Ziele in Russland zu treffen. Mittelstreckenwaffen waren lange aus Europa verschwunden, nachdem die USA und die Sowjetunion 1987 im INF-Abrüstungsvertrag ihre Abschaffung vereinbart hatten. 2019 kündigte US-Präsident Donald Trump das Abkommen mit der Begründung, dass Russland den Vertrag durch die Neuentwicklung entsprechender Waffensysteme, vor allem des Marschflugkörpers 9M729, gebrochen habe.
Das BSW verweist hingegen darauf, dass Russland für die 9M729 eine Reichweite von nur 480 Kilometern angebe, wodurch sie vom INF-Vertrag nicht betroffen sei. Beweise für eine Vertragsverletzung durch Russland seien bislang nicht vorgelegt worden, kritisiert das BSW.
| Text-/Bildquelle: |
Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: |
Sevim Dagdelen (Archiv)
|
Das könnte Sie auch interessieren:- Erzeugerpreise im August weiter gesunken 19. September 2025 Wirtschaftliche Entwicklung der Erzeugerpreise in Wiesbaden Wiesbaden () - Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte sind im August 2025 um 2,2 Prozent niedriger als im August 2024…
- Wagenknecht-Lager erhöht Druck auf Thüringer BSW-Chefin Wolf 30. Oktober 2024 Berlin/Erfurt () - Der Machtkampf im Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) spitzt sich zu. Immer mehr Parteifunktionäre kritisieren die Formulierungen zu Krieg, Frieden und dem russischen…
- Wagenknecht gegen weitere BSW-Regierungsbeteiligungen 28. Juni 2025 Berlin () - BSW-Chefin Sahra Wagenknecht sieht weitere Regierungsbeteiligungen ihrer Partei in den Ländern mit Skepsis. Mit Blick auf die Landtagswahlen im kommenden Jahr sagte…
- Wagenknecht bezichtigt Habeck der "offenen Lüge und Verleumdung" 10. Juni 2025 Berlin () - Nachdem die Staatsanwaltschaft Dresden gegen Ex-Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ein Ermittlungsverfahren wegen Verleumdung - ausgelöst durch eine Strafanzeige des BSW - eröffnet…
- Bundesregierung genehmigte im Januar Waffenlieferungen an Israel 12. Februar 2025 Bundesregierung genehmigte im Januar Waffenlieferungen an Israel Berlin () - Im Januar genehmigte die Bundesregierung aus SPD und Grünen Rüstungsexporte im Wert von fast 2…
- Importpreise im August weiter gesunken 30. September 2025 Wirtschaftliche Entwicklungen in Wiesbaden Wiesbaden () - Die Importpreise sind im August 2025 um 1,5 Prozent niedriger als im August 2024 gewesen. Im Juli und…
- Wagenknecht: Scholz-Äußerungen zum BSW "zeigen die Not der SPD" 29. März 2024 Berlin () - Nach Ansicht von Sahra Wagenknecht zeigt die Positionierung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gegen eine Zusammenarbeit mit ihrer neuen Partei "die Not…
- Mehr Rüstungsexporte unter Ampelregierung 7. Februar 2025 Mehr Rüstungsexporte unter Ampelregierung Berlin () - Die scheidende Bundesregierung hat deutlich mehr Rüstungsexporte ermöglicht als die Regierung von Angela Merkel in der Wahlperiode davor.Zwischen…
- Wagenknecht konstatiert "Bürgergeld-Missbrauch" 20. März 2024 Berlin () - Die BSW-Vorsitzende und frühere Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht wendet sich gegen einen aus ihrer Sicht weit verbreiteten "Missbrauch" der Sozialleistung Bürgergeld durch Menschen,…
- SPD-"Manifest": Wagenknecht bietet Verfassern Zusammenarbeit an 11. Juni 2025 Berlin () - BSW-Parteichefin Sahra Wagenknecht hat das "Manifest" einer Reihe von SPD-Politikern für einen anderen außenpolitischen Kurs begrüßt."Das ist eine dringend notwendige Initiative", sagte…
- Thüringer BSW-Vorsitzende äußert Verständnis für Wagenknecht 24. März 2025 Thüringer BSW-Vorsitzende äußert Verständnis für Wagenknecht Erfurt () - Thüringens stellvertretende Ministerpräsidentin und BSW-Landesvorsitzende Katja Wolf äußert Verständnis für den harten Umgang von Parteichefin Sahra…
- Wagenknecht will Koalitionsverhandlungen in Ländern koordinieren 27. September 2024 Berlin () - BSW-Parteichefin Sahra Wagenknecht hat ihren Anspruch darauf verteidigt, über mögliche Regierungsbeteiligungen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg das letzte Wort zu haben. Es…
- Voigt handelte mit Wagenknecht "Friedensformel" für Thüringen aus 22. November 2024 Erfurt () - Thüringens CDU-Vorsitzender Mario Voigt hat persönlich mit der BSW-Bundesvorsitzenden Sahra Wagenknecht eine Formel für das umstrittene Thema der Stationierung von US-Mittelstreckenraketen ausgehandelt…
- Breuer: USA halten an Tomahawk-Stationierung in Deutschland fest 31. Mai 2025 Berlin () - Die USA halten auch unter Präsident Donald Trump an den Plänen fest, ab 2026 Mittelstreckenwaffen wie den Marschflugkörper Tomahawk in Deutschland zu…
- Wagenknecht sieht Wahl als Abstimmung über ihre politische Zukunft 13. Februar 2025 Wagenknecht sieht Wahl als Abstimmung über ihre politische Zukunft Berlin () - BSW-Chefin Sahra Wagenknecht fürchtet offenbar persönliche Folgen, sollte ihre Partei nach der Wahl…
- Wagenknecht wirft Meinungsforschern "gezielte Manipulation" vor 24. Februar 2025 Wagenknecht wirft Meinungsforschern "gezielte Manipulation" vor Berlin () - Nach dem knappen Scheitern des BSW an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl erhebt Parteichefin Sahra Wagenknecht…
- Wagenknecht fordert Ukraine zu Verzicht auf Nato-Beitritt auf 28. Mai 2025 Berlin () - Sahra Wagenknecht fordert die Ukraine auf, eine zukünftige Nato-Mitgliedschaft auszuschließen. Das sagte die BSW-Vorsitzende vor dem Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj…
- Junge Union glaubt nicht an Regierungswillen von Wagenknecht 25. Oktober 2024 Berlin () - Der Vorsitzende der Jungen Union (JU), Johannes Winkel, hat BSW-Chefin Sahra Wagenknecht für ihre Rolle in den Thüringer Koalitionsgesprächen scharf kritisiert."Was Sahra…
- Wagenknecht: Scholz und Faeser verantwortlich für Aschaffenburg 22. Januar 2025 Wagenknecht: Scholz und Faeser verantwortlich für Aschaffenburg Berlin () - BSW-Chefin Sahra Wagenknecht macht Kanzler Olaf Scholz und Innenministerin Nancy Faeser (beide SPD) verantwortlich für…
- Wagenknecht fordert Nullrunde für Bundestagsabgeordnete 9. März 2024 Berlin () - Das "Bündnis Sahra Wagenknecht" (BSW) will die im Sommer anstehende Diäten-Erhöhung für Bundestagsabgeordnete stoppen. "Wir fordern eine Nullrunde für Bundestagsabgeordnete in diesem…
- Wagenknecht schließt Kanzlerkandidatur nicht aus 28. Oktober 2024 Berlin () - Die BSW-Vorsitzende Sahra Wagenknecht hält sich eine Kanzlerkandidatur für ihre Partei offen. "Es entsteht ein gewisser Druck, wenn selbst die Grünen mit…
- Insa-Chef Binkert sieht großes Wählerpotenzial für BSW 26. Januar 2024 Berlin () - Nach Einschätzung des Meinungsforschungsinstituts Insa hat das "Bündnis Sahra Wagenknecht" (BSW) ein hohes Wählerpotenzial. "Bundesweit liegt die Wagenknecht-Partei bei sieben Prozent und…
Die Nachrichtenagentur versorgt seit über 10 Jahren ihre Kunden rund um die Uhr mit topaktuellen Nachrichtentexten und Bildern.