Bildungspolitik in Berlin
Berlin () – Die Arbeitgeber fordern die Bundesregierung auf, ihre angekündigten Vorhaben zu Bildungsdaten konsequent umzusetzen. In einem Positionspapier der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), über das das „Handelsblatt“ berichtet, heißt es: „Deutschland kann die Qualität des Bildungssystems und seiner Leistungsergebnisse wesentlich verbessern, wenn Bildungsdaten systematisch genutzt werden.“ Ziel müsse es sein, die Grundkompetenzen aller jungen Menschen sicher zu gewährleisten, die Zahl der Leistungsschwächeren zu senken und der Leistungsstarken zu steigern.
In ihrem Koalitionsvertrag hatten Union und SPD festgelegt, die Schaffung einer bundesweiten Schüler-ID und eines Bildungsverlaufsregisters unterstützen zu wollen. Doch bislang ist noch nichts passiert. Auf Anfrage teilte das Bundesbildungsministerium von Karin Prien (CDU) mit: „Der Bund unterstützt die Länder beim Thema Schüler-ID gerne.“ Das könne beispielsweise im Angebot von Austauschformaten bestehen oder durch Forschungsförderung. Aber weiter hieß es: „Zu Unterstützungsmöglichkeiten wird derzeit noch beraten.“ Eine Kompetenz zur Einführung einer Schüler-ID und Festlegung von konkreten Zwecken habe der Bund nicht, dies obliege den Ländern im Schulrecht.
Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger kritisierte diese Untätigkeit. „Wenn es um die Zukunft unserer Kinder geht, dürfen wir nicht länger im Nebel stochern“, sagte Dulger dem „Handelsblatt“. „Wir müssen wissen, wo Kinder den Anschluss verlieren, welche Förderung tatsächlich hilft und was aus jungen Menschen wird, die die Schule ohne Abschluss verlassen.“ Eine Schüler-ID helfe, Bildungswege nachzuvollziehen, Lernrückstände früh zu erkennen und junge Menschen gezielter zu fördern. „Jetzt müssen Bund und Länder handeln“, forderte Dulger. „Wir können es uns gerade nach den schlechten Pisa-Ergebnissen nicht leisten, junge Menschen auf ihrem Bildungsweg aus den Augen zu verlieren.“
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Karin Prien, Rainer Dulger
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
dts Nachrichtenagentur, Bundesregierung, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Handelsblatt, Union, SPD, Bundesbildungsministerium, CDU
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Die Arbeitgeber fordern Bund und Länder auf, die angekündigte bundesweite Schüler-ID und ein Bildungsverlaufsregister zügig umzusetzen, um Bildungswege nachzuverfolgen, Lernrückstände früh zu erkennen und junge Menschen gezielter zu fördern.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Bislang ausstehende Umsetzung der im Koalitionsvertrag angekündigten bundesweiten Schüler-ID und eines Bildungsverlaufsregisters
- Schlechte Pisa-Ergebnisse und Defizite bei den Grundkompetenzen junger Menschen
- Fehlende systematische Nutzung von Bildungsdaten
- Unzureichende Erkenntnisse darüber, wann Kinder den Anschluss verlieren, welche Förderung hilft und wie Bildungswege nach einem Schulabgang ohne Abschluss verlaufen
- Zuständigkeit der Länder für die Einführung einer Schüler-ID und noch ungeklärte Unterstützung durch den Bund
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Das Bundesbildungsministerium erklärte, die Länder bei einer Schüler-ID etwa durch Austauschformate oder Forschungsförderung unterstützen zu wollen. Konkrete Unterstützungsmöglichkeiten würden noch beraten.
- Das Ministerium verwies darauf, dass die Einführung einer Schüler-ID und die Festlegung ihrer Zwecke in die Zuständigkeit der Länder fallen.
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Mögliche Verbesserung der Qualität des Bildungssystems und seiner Leistungsergebnisse
- Sicherung der Grundkompetenzen aller jungen Menschen
- Verringerung der Zahl der Leistungsschwächeren und Erhöhung der Zahl der Leistungsstarken
- Bessere Nachvollziehbarkeit von Bildungswegen
- Frühzeitige Erkennung von Lernrückständen
- Gezieltere Förderung junger Menschen
- Bessere Erkenntnisse über die Wirksamkeit von Fördermaßnahmen und den weiteren Weg junger Menschen ohne Schulabschluss
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger fordert Bund und Länder zur Einführung einer Schüler-ID auf, während das Bundesbildungsministerium auf die Zuständigkeit der Länder und laufende Beratungen über Unterstützungsmöglichkeiten verweist.
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