Politik: Grün-Rot-Rot im Bund
Berlin () – Die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Katharina Dröge, spricht sich erstmals öffentlich für eine grün-rot-rote Koalition auf Bundesebene aus.
Der „Zeit“ sagte sie: „Grün-Rot-Rot wäre sich in vielen sozialen Fragen und hoffentlich auch beim Klimaschutz einig. Wir könnten hier viel hinbekommen, und ein großer Teil des Landes würde sagen: Cool, endlich tut sich was.“
Dröge wirft Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor, mit seiner aktuellen Reformpolitik eine „Umverteilung von unten nach oben“ zu organisieren, während die meisten Studien zeigen würden, dass es „für soziale Themen wie die gerechte Besteuerung extrem hoher Vermögen, Regulierung für bezahlbare Mieten oder den Kampf gegen Kinderarmut große gesellschaftliche Mehrheiten“ gebe. Die Spitzenpolitikerin, die dem linken Flügel ihrer Partei angehört, schließt daraus: „Die Mitte tickt eigentlich links.“
Aber auch Schwarz-Grün ist für Dröge weiterhin eine Option: „Nur Schwarz-Grün und Grün-Rot-Rot wären Regierungen mit einer eigenen Aufbruchserzählung. Wenn Union und SPD gemeinsam regieren, verwalten sie doch nur den Stillstand.“
Damit reagiert Dröge auf aktuelle Umfragewerte, die die Grünen momentan zwischen 14 und 16 Prozent sehen, SPD und Linke jeweils mit geringem Abstand dahinter. Rein rechnerisch rückt damit eine linke Mehrheit im Bund in immer größere Nähe, während der Union durch den sogenannten Unvereinbarkeitsbeschluss eine Koalition mit AfD und Linkspartei verwehrt ist. Sowohl Schwarz-Grün als auch Grün-Rot-Rot wären politische Bündnisse, die in Deutschland auf Bundesebene noch nie regiert haben.
Für die Grünen ist das dennoch ein ungewöhnlicher Schritt. Dröge gibt gegenüber der „Zeit“ zu: „Wir Grünen haben lange Zeit mit Blick auf Schwarz-Grün und Grün-Rot-Rot zu verdruckst gewirkt. Ich will offensiv sagen, dass wir Grünen beides verhandeln wollen und deutlich machen, was unsere Bedingungen sind.“
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Katharina Dröge (Archiv)
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Katharina Dröge, Friedrich Merz
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Bündnis 90/Die Grünen, Bundestag, CDU, Friedrich Merz, SPD, Linke, Union, AfD, Linkspartei, AfD.
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Katharina Dröge (Grüne) spricht sich erstmals öffentlich für eine mögliche grün-rot-rote Koalition auf Bundesebene aus und kritisiert dabei Merz’ Reformpolitik als Umverteilung „von unten nach oben“, während sie zugleich betont, dass auch Schwarz-Grün weiterhin verhandlungsfähig bleibt.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Aktuelle Umfragewerte, die die Grünen bei etwa 14 bis 16 Prozent sehen, während SPD und Linke knapp dahinter liegen
- Rein rechnerische Nähe einer linken Mehrheit im Bund durch die Umfragekonstellation
- Einschränkung für eine Koalition der Union mit AfD und Linkspartei durch den sogenannten Unvereinbarkeitsbeschluss
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Dröge positioniert sich erstmals öffentlich für eine grün-rot-rote Koalition auf Bundesebene
- Die Reaktionen in Politik, Öffentlichkeit oder Medien werden im Artikel nicht beschrieben
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Chancen auf eine breitere gesellschaftliche Unterstützung für sozial- und klimapolitische Vorhaben
- Möglichkeit, dass in der Sozial- und Klimapolitik gemeinsame politische Ziele zwischen mehreren Parteien schneller umgesetzt werden
- Stärkung linker Reformagenden im Bund und potenzieller Druck auf die politische Mitte
- Mehr Verhandlungsspielraum für Koalitionsoptionen innerhalb der Grünen
- Potenziell beschleunigte Regierungsbildung mit neuen Mehrheiten im Bund
- Höhere Wahrscheinlichkeit, dass sich die politische Ausrichtung auf Bundesebene stärker in Richtung sozialer und klimapolitischer Reformen verschiebt
- Fortführung oder Veränderung bestehender parteipolitischer Linien durch die Verschiebung der Koalitionslogik
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja: Katharina Dröge (Grünen-Fraktionschefin im Bundestag) wird im Artikel mit mehreren wörtlichen Aussagen gegenüber der „Zeit“ zitiert.
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