Wagenknecht: Regierungsbeteiligung in Thüringen war Fehler

Wagenknecht: Regierungsbeteiligung in Thüringen war Fehler

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Politik in Thüringen: BSW nach Regierungsbeteiligung

Erfurt () – BSW-Gründerin Sahra hat den Eintritt ihrer Partei in die Thüringer Landesregierung als Fehler bezeichnet. „Es war ein Fehler, direkt in die zu gehen, weil eine Partei, die das erste Mal in einen Landtag kommt, in der Regel nicht die Erfahrung, nicht die Fähigkeiten hat, eine Regierung wirklich mit Rückgrat zu tragen“, sagte sie POLITICO.

Richtig wäre aus ihrer Sicht ein anderer Weg gewesen: „Damals hätte es die Möglichkeit gegeben, dass die CDU zunächst mal eine Minderheitsregierung macht, mit wechselnden Mehrheiten regiert. Da hätten wir uns konstruktiv einbringen können.“

Sie räumte ein, dass die Erfahrungen in Thüringen die Partei bundesweit Vertrauen gekostet haben. „Wir haben ja tatsächlich sehr, sehr viele von diesen erreicht, 2024, sowohl bei der Europawahl als auch bei den Landtagswahlen“, sagte sie mit Blick auf frühere Wahlerfolge im Osten. „Und dann haben wir leider viele von diesen Menschen wieder verloren, weil sie enttäuscht waren durch unsere Regierungsbeteiligung und vor allem auch enttäuscht waren durch das, was sie in Thüringen erlebt haben.“ Selbstkritisch fügte sie hinzu: „Und da haben wir auch Fehler gemacht.“

Der Kurs in Thüringen befinde sich derzeit in einem schmerzhaften Korrekturprozess, so Wagenknecht weiter. „In ist es ja auch korrigiert worden, in Thüringen korrigiert es sich gerade auch, allerdings auf eine ziemlich unerfreuliche Weise. Also die, die diesen Weg unterstützt haben, verlassen jetzt die Partei.“ Sie ordnete dies dennoch positiv ein: „Aber es ist ja zumindest auch ein Zeichen für Klärungsprozesse. Und in jungen Parteien gibt es solche Klärungen.“

Für Sachsen-Anhalt schlägt Wagenknecht nun ein Modell vor, das sie ausdrücklich auch für Thüringen empfiehlt: einen überparteilichen Ministerpräsidenten mit einem Kabinett aus Fachleuten, das sich im Landtag wechselnde Mehrheiten sucht. „Deswegen sage ich ja auch nicht, dass wir Minister stellen, sondern ich sage, für welches Modell wir uns einsetzen. Und das wäre auch ein Modell für Thüringen“, sagte sie.

Mit Blick auf den amtierenden Thüringer Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU) sagte Wagenknecht: „Ich meine, Herr Voigt ist jetzt stark angeschlagen. Die Mehrheit der Menschen in Thüringen möchte nicht, dass er weiter Ministerpräsident ist. Also wäre auch da zum Beispiel eine überparteilich respektierte Persönlichkeit, die auch bei den AfD-Wählern Unterstützung hat, die vor allem auch viele Dinge vertritt, die sich die Menschen wünschen, die BSW wählen, auch die AfD wählen.“ Ein solches Modell könne, so Wagenknecht, „diese Polarisierung überwinden“ und „das Land auch wieder zusammenführen“.

Den kursierenden Vorwurf, das BSW mache sich zum „Steigbügelhalter der AfD“, wies Wagenknecht als „kompletten Blödsinn“ zurück. „Der Mainstream unterstellt uns, weil wir Herrn Schulze nicht wählen werden, dass wir irgendwie Steigbügelhalter der AfD sind. Und die AfD unterstellt uns mit Verweis auf Thüringen, dass wir Steigbügelhalter der Altparteien sind, was natürlich kompletter Blödsinn ist.“

Ihre grundsätzliche Ablehnung einer mit den etablierten Parteien bekräftigte Wagenknecht zugleich. „Ich will nur nicht, dass wir in eine Brandmauer-Koalition mit den Altparteien eintreten, wo wir alles das in den Wind schreiben, wofür gewählt wurde“, sagte sie. Eine Regierungsbildung an sich in Thüringen lehne sie nicht ab: „Natürlich will ich, dass eine Regierung gebildet wird.“

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Text-/Bildquelle:
Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis:
Sahra Wagenknecht am 03.09.2026

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Sahra Wagenknecht, Mario Voigt, Herr Voigt, Herr Schulze

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

BSW, CDU, AfD, POLITICO, dts Nachrichtenagentur

Wann ist das Ereignis passiert?

Datum/Zeitraum: 03.09.2026

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Erfurt, Thüringen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, (Bundesweit/Deutschland)

Worum geht es in einem Satz?

Sahra Wagenknecht bezeichnete den Eintritt ihres BSW in die Thüringer Landesregierung als Fehler, kritisierte die daraus entstandenen Vertrauensverluste, plädiert künftig für ein Modell mit überparteilich respektiertem Ministerpräsidenten und Fachkabinetten statt einer Brandmauer-Koalition und weist zugleich Vorwürfe als „kompletten Blödsinn“ zurück.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Eintritt des BSW in die Thüringer Landesregierung
  • Fehlende Erfahrung und Fähigkeiten des BSW, eine Regierung mit Rückgrat zu tragen
  • Entscheidung, direkt in die Regierung zu gehen, obwohl die Partei zuvor erstmals in einen Landtag gekommen ist
  • Enttäuschung und Vertrauensverlust der erreichten Wählerinnen und Wähler durch die Regierungsbeteiligung und das, was in Thüringen erlebt wurde
  • Fehler, die das BSW selbst eingeräumt hat
  • Unterstützer verlassen die Partei im Zuge des schmerzhaften Korrekturprozesses

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Wagenknecht erklärte den Eintritt des BSW in die Thüringer Landesregierung als Fehler
  • Sie sagte, die Erfahrungen in Thüringen hätten dem BSW bundesweit Vertrauen gekostet
  • Sie berichtete, dass viele Unterstützer den Weg anschließend verlassen hätten
  • Der kursierende Vorwurf, das BSW sei „Steigbügelhalter der AfD“, wurde von ihr als „kompletter Blödsinn“ zurückgewiesen
  • Ihr Vorschlag eines überparteilichen Ministerpräsidenten sollte nach ihrer Darstellung Polarisierung überwinden und das Land wieder zusammenführen

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Verlust von Vertrauen bundesweit durch die Erfahrungen in Thüringen
  • Enttäuschung zahlreicher Unterstützer aufgrund der Regierungsbeteiligung
  • Enttäuschung vieler Menschen wegen der in Thüringen gemachten Erfahrungen
  • Verlassen der Partei durch Befürworter des Regierungswegs
  • Schmerzhaft empfundener Korrekturprozess im politischen Kurs
  • Ziel einer Polarisierungsüberwindung und stärkeren Zusammenführung des Landes

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja—Sahra Wagenknecht (BSW) wird im Artikel mit mehreren direkten Zitaten bzw. einer Stellungnahme zur Regierungsbeteiligung in Thüringen zitiert.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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