Politik: Bundesregierung und Bundeswehr in Berlin
Berlin () – Der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Janosch Dahmen, will Deutschland notfalls mit der Waffe verteidigen. Dahmen hat seine frühere Wehrdienstverweigerung zurückgezogen und ist seit Kurzem Reservist der Bundeswehr, berichtet der „Spiegel“.
„Meine Überzeugung war und ist: Ich will keinen Menschen töten. Doch ich muss anerkennen, die Zeiten und Rahmenbedingungen, vor denen ich diese Gewissensentscheidung verantworten muss, haben sich geändert“, erklärte Dahmen. Der Unfall- und Notmediziner absolvierte im Juni nach eigenen Angaben eine mehrtägige Übung im Sanitätslehrregiment im bayerischen Feldkirchen und legte in Straubing öffentlich das Gelöbnis ab.
Spätestens durch den Angriffskrieg Russlands unter Präsident Wladimir Putin im Februar 2022 auf die Ukraine sei ihm klar geworden: „Es kann nicht nur die Aufgabe der anderen sein, unser schützenswertes Land und unsere freie, liberale Gesellschaft zu verteidigen, wenn sie von ihren Feinden angegriffen wird“, begründete der 44-Jährige seinen Entschluss.
Der Grünen-Bundestagsabgeordnete wirbt auch in seiner Partei und Fraktion für einen neuen Umgang mit der Bundeswehr. Derzeit wird in einer Projektgruppe der Bundestagsfraktion über das Für und Wider von Freiwilligen- und Pflichtdiensten beraten. „Ich bin für einen allgemeinen Gesellschaftsdienst. Alle Menschen, Männer und Frauen, sollten diesen nach der Schule für sechs bis zwölf Monate leisten. Entweder bei der Bundeswehr oder bei einer Hilfsorganisation, dem Bevölkerungsschutz oder einer sozialen Einrichtung“, schlug Dahmen vor.
Diese gleichwertigen Gesellschaftsdienste sollten laut Dahmen keine einmalige Sache am Ende der Schulzeit bleiben. „Jeder sollte beispielsweise alle sechs Jahre für sechs Wochen zurück in den jeweiligen Bereich gehen. Wir können es nicht nur der jungen Generation zur Aufgabe machen, für Wehrhaftigkeit und Resilienz zu sorgen“, so Dahmen weiter.
Auf dem Bundesparteitag in Hannover im Herbst vergangenen Jahres hatten sich die Grünen mit knapper Mehrheit für die verpflichtende Musterung von jungen Männern ausgesprochen, wie sie jetzt auch das neue Wehrgesetz für die Jahrgänge ab 2008 vorsieht. Weitere Dienstmodelle, wie sie innerhalb der Grünen kursieren, wurden damals nicht beraten.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Janosch Dahmen (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Janosch Dahmen, Wladimir Putin
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Grünen-Bundestagsfraktion, die Grünen, Spiegel, Bundeswehr, Russland, Präsident Wladimir Putin, Bundestag, Bundestagsfraktion, Bundespartei(t)ag, Hannover, Projektgruppe, Bundesparteitag, Sanitätslehrregiment, Bevölkerungsschutz, Hilfsorganisation, soziale Einrichtung, Bundeswehr (Reservist), Musterung, Wehrgesetz
Wann ist das Ereignis passiert?
Zeitraum/Datum: „im Juni“ (mehrtägige Übung im Sanitätslehrregiment) sowie „seit Kurzem“ (Reservist seit kurzem). Außerdem: „auf dem Bundesparteitag in Hannover im Herbst vergangenen Jahres“ (für die verpflichtende Musterung).
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin, Bayern (Feldkirchen), Straubing, Hannover
Worum geht es in einem Satz?
Janosch Dahmen, gesundheitspolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, hat seine frühere Wehrdienstverweigerung zurückgezogen, seit Kurzem Reservist der Bundeswehr, erklärt Deutschland notfalls mit der Waffe verteidigen zu wollen und plädiert zudem für einen allgemeinen Gesellschaftsdienst für alle sowie regelmäßige Rückkehrphasen zur Stärkung von Wehrhaftigkeit und Resilienz.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine seit Februar 2022 durch Präsident Wladimir Putin, wodurch die Einsicht entstand, dass nicht nur andere das eigene schützenswerte Land und die freie, liberale Gesellschaft verteidigen sollen
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Keine Reaktion von Politik, Öffentlichkeit oder Medien im Artikel beschrieben
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Unterstützung für die Verteidigung Deutschlands mit militärischen Mitteln, falls notwendig
- Rücknahme der früheren Wehrdienstverweigerung und Aufnahme des Reservistenstatus
- Bedarf an Anerkennung veränderter Rahmenbedingungen für Gewissensentscheidungen
- Öffentliche Diskussion über einen neuen Umgang mit der Bundeswehr innerhalb der Grünen
- Forderung nach einem allgemeinen Gesellschaftsdienst für alle Menschen nach der Schule
- Umsetzung eines Dienstes wahlweise bei Bundeswehr, Hilfsorganisationen, Bevölkerungsschutz oder sozialen Einrichtungen
- Vorschlag für regelmäßige Rückkehr in den jeweiligen Bereich alle sechs Jahre für mehrere Wochen
- Verlagerung von Wehrhaftigkeit und Resilienz als gesellschaftliche Daueraufgabe statt nur für die junge Generation
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja – Janosch Dahmen wird im Artikel mit Zitaten/Erklärungen zitiert.
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