Verteidigungspolitik in Deutschland und Europa
Berlin () – Europäische Verbündete haben kurz vor dem Nato-Gipfel eine differenzierte, aber klare Erwartung, wie Deutschland seine neue militärische Stärke in die Allianz einbringen soll. Das ist das Ergebnis einer Umfrage in acht europäischen Staaten, die die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung beim Marktforschungsunternehmen Ipsos in Auftrag gegeben hat und über die der „Tagesspiegel“ berichtet.
Ganz generell sieht eine Mehrheit von 52 Prozent der Befragten Deutschland in der Pflicht, sich mehr für die Sicherheit Europas zu engagieren. Diese Forderung kommt mit 60 Prozent am deutlichsten von den Deutschen selbst, aber beispielsweise auch klar aus der Türkei (57 Prozent). In den Niederlanden (54 Prozent), in Polen (52 Prozent), Schweden (51 Prozent) und Frankreich (50 Prozent) gibt es ebenfalls entsprechende Mehrheiten. Nur in Großbritannien (49 Prozent) und in Italien ist die Begeisterung dafür etwas weniger groß.
Noch größer ist die Zustimmung zur Frage, ob Europa insgesamt sicherer sein wird, wenn Deutschland wie jetzt mit seinen hohen Milliarden-Investitionen in die Bundeswehr seine militärischen Fähigkeiten stärkt. Insgesamt 56 Prozent der Befragten sind dieser Meinung. In den Niederlanden sehen das mit 68 Prozent der Befragten die meisten so – dicht gefolgt von Schweden (64), Großbritannien (62) und Frankreich (61).
Ohne klare Mehrheit wird dagegen auf die Frage geantwortet, ob aus der neuen Stärke der Bundeswehr, die laut Kanzler Friedrich Merz (CDU) zur stärksten konventionellen Armee Europas ausgebaut werden soll, für Deutschland auch eine militärische Führungsrolle erwachsen soll. 42 Prozent der Befragten lehnten eine deutsche Führungsrolle in der Nato weder ab, noch befürworteten sie diese, heißt es in der Studie. Am kritischsten wird sie mit 43 Prozent in Polen gesehen. Nur 23 Prozent fordern dort eine militärische Führungsrolle Deutschlands in der Allianz.
Die Autoren der Studie kommen anhand der Zahlen zum Schluss, dass an einer verantwortungsvollen und partnerschaftlich gedachten Führung durch Deutschland gelegen ist. Die FDP-Sicherheitsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die dem Verteidigungsausschuss im Europaparlament vorsteht, sagte dem „Tagesspiegel“, Führung bedeute Zusammenarbeit und Verlässlichkeit – nicht Dominanz und schon gar keine Alleingänge. Diese Umfrage bestätige genau das, was sie bei jedem Treffen in ganz Europa höre: Die Partner hätten keine Angst vor einem starken Deutschland.
Mehrheitlich abgelehnt wird jedoch die Perspektive einer atomaren Aufrüstung Deutschlands. Europaweit befürworteten rund drei von zehn Befragten langfristig eigene deutsche Nuklearwaffen, während vier von zehn dies ablehnten, heißt es in der Studie. Die größten Vorbehalte dagegen gibt es allerdings in Deutschland selbst – 55 Prozent der Bundesbürger lehnen eigene nukleare Abschreckungsfähigkeiten ab, nur 29 Prozent sprechen sich dafür aus.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Deutsches Kriegsschiff (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Die im Artikel erwähnten vollständigen Namen sind:
Friedrich Merz, Marie-Agnes Strack-Zimmermann
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Die genannten Organisationen, Parteien oder Institutionen sind:
Nato, FDP, Friedrich-Naumann-Stiftung, Marktforschungsunternehmen Ipsos, Bundeswehr, Kanzler Friedrich Merz (CDU), Europaparlament, Tagesspiegel.
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die beschriebenen Ereignisse finden in den folgenden Orten statt:
- Deutschland
- Türkei
- Niederlande
- Polen
- Schweden
- Frankreich
- Großbritannien
- Italien
Der spezifische Bezug auf Berlin stammt aus der ersten Zeile.
Worum geht es in einem Satz?
Europäische Verbündete erwarten von Deutschland eine stärkere militärische Engagement innerhalb der NATO, wobei 52 Prozent der Befragten, unter denen die Zustimmung in Deutschland am höchsten ist, der Meinung sind, dass Deutschlands Investitionen in die Bundeswehr die Sicherheit Europas erhöhen, während eine klare militärische Führungsrolle Deutschlands sowie die Idee einer atomaren Aufrüstung weitgehend abgelehnt werden.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Umfrage in acht europäischen Staaten
- Auftrag durch die Friedrich-Naumann-Stiftung
- Erwartungen der europäischen Verbündeten an Deutschland
- Mehrheit sieht Deutschland in der Pflicht zur Sicherheit Europas
- Hohe Zustimmung zu militärischen Investitionen in die Bundeswehr
- Uneinigkeit über militärische Führungsrolle Deutschlands in der NATO
- Ablehnung der atomaren Aufrüstung Deutschlands
- Zusammenfassung der Ansichten von Sicherheitsexperten
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Europäische Verbündete erwarten von Deutschland mehr Engagement für die Sicherheit Europas
- 52 Prozent der Befragten wünschen sich ein stärkeres Sicherheitsengagement Deutschlands
- 60 Prozent der Deutschen selbst unterstützen eine solche Forderung
- Hohe Zustimmung für Investitionen in die Bundeswehr (56 Prozent)
- In den Niederlanden 68 Prozent Zustimmung zu höheren militärischen Investitionen
- Uneinheitliche Meinung zur militärischen Führungsrolle Deutschlands in der NATO
- 42 Prozent leihen sich neutral zur Frage der Führungsrolle
- FDP-Expertin betont Bedeutung von Zusammenarbeit und Verlässlichkeit in der Führung
- Mehrheitliche Ablehnung einer atomaren Aufrüstung Deutschlands
- 55 Prozent der Deutschen lehnen eigene nukleare Fähigkeiten ab
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Mehrheitliche Erwartung an Deutschland, sich mehr für die Sicherheit Europas zu engagieren
- Zustimmung zur Stärkung der militärischen Fähigkeiten Deutschlands erhöht
- Unklare Mehrheit zur militärischen Führungsrolle Deutschlands in der NATO
- Wunsch nach verantwortungsvoller und partnerschaftlicher Führung durch Deutschland
- Ablehnung der atomaren Aufrüstung Deutschlands überwiegend in der Bevölkerung
- Vorbehalte gegenüber deutschen Nuklearwaffen besonders stark in Deutschland selbst
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Marie-Agnes Strack-Zimmermann zitiert, die betont, dass Führung Zusammenarbeit und Verlässlichkeit bedeutet und nicht Dominanz.
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