Politik: Demokratie-Sorgen in Sachsen-Anhalt
Magdeburg () – Wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt macht sich mehr als die Hälfte der Deutschen Sorgen um den Zustand der Demokratie, sollte die AfD dort die absolute Mehrheit der Mandate erringen. Das geht aus dem aktuellen „Spiegel“-Ipsos-Politikmonitor hervor.
Der Aussage „Es ist eine Gefahr für die Demokratie in Deutschland, wenn die AfD in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommt“ stimmten 41 Prozent der Befragten voll und ganz zu, 12 Prozent stimmten der Aussage eher zu.
Das Institut Ipsos hat im Auftrag des „Spiegel“ vom 26. bis 31. August bundesweit rund 2.100 Menschen befragt.
In Sachsen-Anhalt wird kommenden Sonntag ein neuer Landtag gewählt. Der AfD könnte es in Magdeburg mit Blick auf aktuelle Umfragen zum ersten Mal in ihrer Geschichte gelingen, einen Ministerpräsidenten zu stellen. Bislang regiert eine Koalition aus CDU, SPD und FDP.
Männliche Befragte sind mit Blick auf die mögliche AfD-Mehrheit weniger in Sorge um die Demokratie als Frauen. Eine deutliche Diskrepanz gibt es zwischen den Befragten in West- und Ostdeutschland: Während in den alten Bundesländern 57 Prozent entsprechende Sorgen äußern, sind es in den neuen Bundesländern nur gut 38 Prozent, die der Aussage voll und ganz oder eher zustimmen.
Falls AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund die Nachfolge von Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) antritt, ist die klare Mehrheit der Deutschen dafür, dass Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz persönliche Konsequenzen zieht. Der Aussage „Im Falle einer Niederlage sollte Friedrich Merz als Kanzler/Parteichef zurücktreten“ stimmten 48 Prozent der Befragten zu, 12 Prozent stimmten dem eher zu.
In den Debatten geht es immer wieder auch um die Frage, ob die Union die sogenannte Brandmauer zur AfD aufgeben sollte. Die knappe Mehrheit der Deutschen ist dagegen, dass sich die CDU der AfD annähert. So stimmten 43 Prozent der Befragten der Aussage „Die CDU sollte sich für eine Zusammenarbeit mit der AfD öffnen“ überhaupt nicht zu, 8 Prozent stimmten dem eher nicht zu.
Diffuser ist das Bild mit Blick auf eine Annäherung zwischen CDU und Linke. Der Aussage „Die CDU sollte sich für eine Zusammenarbeit mit der Linken öffnen“ stimmten 39 Prozent voll und ganz oder eher zu, 40 Prozent stimmten ihr überhaupt nicht oder eher nicht zu.
Die große Mehrheit der Deutschen macht sich der Umfrage zufolge im Falle eines AfD-Wahlsiegs Sorgen um Menschen mit Migrationsgeschichte. Der Aussage „Durch einen Wahlerfolg der AfD würde sich die Sicherheitslage für Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland verschlechtern“ stimmten 43 Prozent voll und ganz zu, 15 Prozent stimmten dem eher zu.
Der „Spiegel“-Ipsos-Politikmonitor hat auch die Absichten der Deutschen abgefragt, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. Auch hier liegt die AfD mit 27 Prozent klar auf Platz eins. 21 Prozent der Befragten würden die Unionsparteien wählen, 15 Prozent die Grünen, 13 Prozent die Linken, 12 Prozent die SPD. Die FDP, derzeit nicht im Bundestag vertreten, käme demnach auf fünf Prozent, das ebenfalls außerparlamentarische BSW auf drei Prozent.
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Wahlplakat vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt (Archiv)
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Ulrich Siegmund, Sven Schulze, Friedrich Merz
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
AfD, CDU, SPD, FDP, Linke, Grüne, BSW, Spiegel, Ipsos, Ulrich Siegmund, Sven Schulze, Friedrich Merz
Wann ist das Ereignis passiert?
Das beschriebene Ereignis (die Umfrage/Datenerhebung durch Ipsos für den „Spiegel“-Ipsos-Politikmonitor) fand im Zeitraum vom 26. bis 31. August statt.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Magdeburg, Sachsen-Anhalt, Deutschland (bundesweit)
Worum geht es in einem Satz?
Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sorgen sich laut einem „Spiegel“-Ipsos-Politikmonitor mit knapp 53% mehr als die Hälfte der Deutschen um den Zustand der Demokratie für den Fall, dass die AfD dort die absolute Mehrheit erringt, während die AfD außerdem (auch für einen hypothetischen Sonntags-Bundestagswahltermin) mit 27% vorn läge und klare Mehrheiten für mögliche persönliche Konsequenzen von Friedrich Merz sowie gegen eine Öffnung der CDU zur AfD ausfallen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Umfrageauftrag des Instituts Ipsos für den „Spiegel“
- Befragung vom 26. bis 31. August
- Erwartete Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am kommenden Sonntag
- Möglicher Wahlsieg der AfD und mögliche absolute Mehrheit
- Möglichkeit, dass AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund den Ministerpräsidenten stellen könnte
- Einschätzung, dass die AfD an die Regierung kommen könnte
- Frage nach einer möglichen Abkehr von der sogenannten Brandmauer zur AfD
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Mehr als die Hälfte der Deutschen äußert Sorgen um den Zustand der Demokratie, falls die AfD in Sachsen-Anhalt die absolute Mehrheit erringt
- 41 Prozent stimmen voll und ganz zu, 12 Prozent eher zu, dass ein AfD-Regierungsantritt eine Gefahr für die Demokratie wäre
- Es gibt eine klare Mehrheit, dass Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz bei einer Niederlage persönliche Konsequenzen ziehen sollte (48 Prozent Zustimmung, 12 Prozent eher Zustimmung)
- Eine Mehrheit ist dagegen, dass sich die CDU der AfD annähert (43 Prozent überhaupt nicht, 8 Prozent eher nicht)
- Bei einer Annäherung zwischen CDU und Linken ist die Zustimmung nicht klar überwiegend (39 Prozent voll/eher dafür, 40 Prozent überhaupt nicht/eher nicht dagegen)
- Bei einem Wahlsieg der AfD befürchten viele eine schlechtere Sicherheitslage für Menschen mit Migrationsgeschichte (43 Prozent voll, 15 Prozent eher)
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Mehr als die Hälfte der Deutschen sorgt sich um den Zustand der Demokratie
- Große Sorge um die Sicherheitslage für Menschen mit Migrationsgeschichte
- Forderung nach persönlichen Konsequenzen für Kanzler Friedrich Merz bei einer möglichen Niederlage
- Mehrheit spricht sich dagegen aus, dass die CDU sich der AfD annähert und dafür eine Zusammenarbeit öffnet
- Uneinigkeit zur Frage einer möglichen Zusammenarbeit zwischen CDU und Linken
- Männer äußern weniger Sorge um den Zustand der Demokratie als Frauen
- Deutliche regionale Unterschiede in der Sorge zwischen West- und Ostdeutschland
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Nein, im Artikel wird keine Stellungnahme oder Reaktion einer konkreten Person oder Organisation zitiert.
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