Ipsos-Umfrage: Bundesregierung bleibt hinter Erwartungen zurück

Politik in Berlin: Öffentliche Bewertungen

Berlin () – Laut einer neuen Umfrage des Instituts Ipsos hat sich die Sicht der Deutschen auf die Situation in fast allen zentralen Politikfeldern unter Schwarz-Rot eher verschlechtert als verbessert. Eine Ausnahme bildet die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr: Hier überwiegt der Eindruck des Fortschritts, so eines der Ergebnisse der Erhebung, die am Dienstag veröffentlicht wird.

Ein knappes Drittel der Deutschen (32 Prozent) nimmt demnach unter der aktuellen Bundesregierung eine Verbesserung der Einsatzfähigkeit der Bundeswehr wahr, 30 Prozent sehen eine Verschlechterung. Weitere 32 Prozent der Befragten erkennen hier keine Veränderung. Damit ist die Verteidigungspolitik der Bereich mit der besten Bewertung. Dennoch bleibt das Ergebnis deutlich hinter den Erwartungen vom Juni 2025, also kurz nach Amtsantritt der aktuellen Regierung, zurück: Der Anteil derjenigen, die Fortschritte sehen, liegt 21 Prozentpunkte unter dem damaligen Wert.

Die größte Diskrepanz zwischen den Erwartungen zu Beginn der Legislaturperiode und der aktuellen Wahrnehmung zeigt sich beim Blick auf die Wirtschaft und die Verkehrs-infrastruktur. Nur 10 Prozent sagen in der neuen Ipsos-Umfrage, dass der Wirtschaftsstandort Deutschland gestärkt wurde, 65 Prozent sehen keine Veränderung. Damit liegt der Anteil derjenigen, die seit Beginn der Koalition aus CDU/CSU und SPD eine Verbesserung der wirtschaflichen Lage wahrnehmen, 32 Prozentpunkte unter dem Erwartungswert vom Juni 2025.

Beim Ausbau und der Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur erkennen 12 Prozent Fortschritte, die Hälfte der Bevölkerung (50 Prozent) nimmt Rückschritte wahr. Die Lücke zu den anfänglichen Erwartungen beträgt somit 25 Prozentpunkte.

In den Bereichen innere Sicherheit und Kriminalitätsbekämpfung sehen lediglich 15 Prozent der Bundesbürger Verbesserungen, 46 Prozent berichten von Verschlechterungen. Der Anteil positiver Bewertungen bleibt damit 22 Prozentpunkte hinter dem Wert vom Juni 2025 zurück.

Bei der Sicherung der Rente weicht die aktuelle Einschätzung am wenigsten von den Erwartungen aus dem Vorjahr ab: Der Anteil derer, die Fortschritte in der Rentenpolitik wahrnehmen, verfehlt die kurz nach der Regierungsbildung geäußerten Erwartungen lediglich um 9 Prozentpunkte. Dennoch überwiegt auch in diesem Bereich die Skepsis deutlich: Nur 11 Prozent der Deutschen sprechen von Verbesserungen, rund zwei Drittel (65 Prozent) bewerten die Entwicklung unter Schwarz-Rot als rückläufig.

In Schlüsselbereichen des Wandels wie der Digitalisierung, dem Klimaschutz und dem Abbau der Bürokratie dominiert der Eindruck von Stillstand. Bei der Digitalisierung geben 39 Prozent an, die Situation habe sich weder verbessert noch verschlechtert. 36 Prozent sehen vor allem Rückschritte, immerhin 19 Prozent nehmen Fortschritte wahr.

In Bezug auf den Klimaschutz sagen 40 Prozent, es habe sich nichts verändert. Nur 9 Prozent glauben, dass die Bundesregierung wirksame Maßnahmen zum Klimaschutz umgesetzt hat. Zugleich überwiegen negative Bewertungen: 46 Prozent der Deutschen sehen Rückschritte beim Klimaschutz.

Im Bereich Bürokratieabbau halten 38 Prozent die Lage für unverändert, 49 Prozent für rückläufig; lediglich 12 Prozent für verbessert. Am negativsten fällt das Urteil bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum aus. Nur 6 Prozent der Deutschen sehen in diesem Bereich Verbesserungen, eine klare Mehrheit von 69 Prozent nimmt unter der aktuellen Bundesregierung Verschlechterungen wahr – der negativste Wert unter allen abgefragten Politikfeldern. Trotz der ohnehin niedrigen Erwartungshaltung aus dem Vorjahr liegt der Anteil derjenigen, die Fortschritte wahrnehmen, 13 Prozentpunkte unter dem damaligen Wert vom Juni 2025.

Ipsos hatte nach eigenen Angaben eine quotierte Online-Befragung von 1.000 Wahlberechtigten im Alter von 18 bis 75 Jahren in Deutschland durchgeführt, gewichtet nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region und Wahlverhalten bei der letzten Bundestagswahl. Die Befragung wurde vom 3. bis 5. Juli 2026 durchgeführt.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Friedrich Merz mit Ministern (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ipsos-Umfrage: Bundesregierung bleibt hinter Erwartungen zurück

News - Politik - aktuelle Entwicklungen und Hintergründe

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Friedrich Merz, Ipsos

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Ipsos, CDU/CSU, SPD, Bundeswehr, Bundesregierung, dts Nachrichtenagentur

Wann ist das Ereignis passiert?

Das Ereignis (Veröffentlichung der Umfrageergebnisse sowie der Zeitraum der Befragung) fand am Dienstag statt; die Umfrage wurde vom 3. bis 5. Juli 2026 durchgeführt.

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Berlin

Worum geht es in einem Satz?

Laut einer neuen Ipsos-Umfrage hat sich die Sicht der Deutschen auf die meisten Politikfelder unter Schwarz-Rot zwar eher verschlechtert (mit teils deutlichen Rückständen gegenüber den Erwartungen von Juni 2025), einzig bei der Einsatzfähigkeit der Bundeswehr überwiegt der Eindruck von Fortschritt.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Neue Ipsos-Umfrage zur Wahrnehmung der Deutschen unter der Bundesregierung von CDU/CSU und SPD
  • Veröffentlichung am Dienstag
  • Quotierte Online-Befragung von 1.000 Wahlberechtigten
  • Befragungszeitraum 3. bis 5. Juli 2026

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Der Artikel beschreibt keine konkreten Reaktionen von Politik, Öffentlichkeit oder Medien auf die Umfrage, sondern nur die Ergebnisse der Umfrage zu wahrgenommenen Veränderungen durch die Bundesregierung.

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Sichtbare Verschlechterung in den meisten zentralen Politikfeldern unter Schwarz-Rot
  • Rückstand gegenüber den Erwartungen vom Juni 2025 in Wirtschaft und Verkehrs-infrastruktur
  • Wirtschaftlicher Standort wird überwiegend nicht als gestärkt wahrgenommen
  • Ausbau und Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur wird eher als rückläufig gesehen
  • Innere Sicherheit und Kriminalitätsbekämpfung werden deutlich häufiger als verschlechtert statt verbessert bewertet
  • Rentenpolitik wird zwar vergleichsweise weniger negativ abweichend eingeschätzt, dennoch überwiegt die Skepsis
  • Eindruck von Stillstand bei Digitalisierung, Klimaschutz und Bürokratieabbau
  • Klimaschutz wird mehrheitlich mit Rückschritten verbunden
  • Bürokratieabbau wird überwiegend als rückläufig oder unverändert bewertet
  • Wohnraum wird am negativsten beurteilt, Verbesserungen sind eine klare Minderheit

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Nein.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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