Gesellschaft: Väter und Elternzeit in Deutschland
Berlin () – Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer hat sich für eine stärkere Beteiligung von Vätern an der Elternzeit ausgesprochen. Überlegungen, den Bezug des Elterngeldes stärker an eine partnerschaftliche Aufteilung zu knüpfen, seien grundsätzlich sinnvoll, sagte die Vorsitzende des Sachverständigenrats den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Zugleich warnte sie jedoch eindringlich vor Einschnitten beim Elterngeld. „Ich verstehe diese Diskussion überhaupt nicht“, sagte Schnitzer mit Blick auf entsprechende Sparüberlegungen der Bundesregierung.
Familienministerin Karin Prien (CDU) hatte zuletzt vorgeschlagen, den Bezug des Elterngeldes stärker an eine gleichmäßige Aufteilung der Elternzeit zwischen Müttern und Vätern zu koppeln. Zudem wird in der Koalition angesichts des Sparkurses erneut über Änderungen beim Elterngeld diskutiert.
Schnitzer verwies auf Schweden als Vorbild. Dort habe eine Regelung mit verpflichtenden Vätermonaten dazu geführt, dass sich mehr Väter an der Elternzeit beteiligten und Arbeitgeber sich darauf eingestellt hätten. „Davon sind wir in Deutschland noch weit entfernt. Eine partnerschaftliche Aufteilung wäre deshalb zu begrüßen“, sagte sie.
Gleichzeitig sprach sich die Wirtschaftsweise gegen Leistungskürzungen aus. Das Elterngeld habe seit seiner Einführung einen grundlegenden Kulturwandel ausgelöst. „Als ich vor 30 Jahren Kinder bekommen habe, gab es praktisch nur zwei Möglichkeiten: Entweder man blieb mehrere Jahre unbezahlt zu Hause oder man ging nach wenigen Wochen wieder arbeiten.“ Heute kehrten viele Frauen nach etwa einem Jahr – häufig zunächst in Teilzeit – in den Beruf zurück. „Das hat die Erwerbsbiografien von Frauen nachhaltig verändert.“
Statt das Elterngeld zu kürzen, plädierte Schnitzer sogar für eine Erhöhung. „Inflationsbereinigt ist die Leistung deutlich gesunken. Eine Erhöhung wäre aus meiner Sicht der richtige Schritt“, sagte sie. „Dieses Erfolgsmodell weiter auszuhöhlen, wäre ein Fehler.“
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Monika Schnitzer, Karin Prien
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Die genannten Organisationen, Parteien oder Institutionen sind:
Sachverständigenrat, Funke-Mediengruppe, Bundesregierung, CDU, Schweden.
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Berlin, Schweden
Worum geht es in einem Satz?
Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer spricht sich für eine stärkere Beteiligung von Vätern an der Elternzeit aus und warnt vor Kürzungen des Elterngeldes, das ihrer Meinung nach eine positive Entwicklung in der Familien- und Erwerbsbiografie gefördert hat.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Forderung nach stärkerer Beteiligung von Vätern an der Elternzeit
- Diskussion über Änderungen beim Elterngeld aufgrund von Sparüberlegungen der Bundesregierung
- Vorschlag von Familienministerin zur Koppelung des Elterngeldes an partnerschaftliche Aufteilung
- Bezug auf positives Beispiel aus Schweden mit verpflichtenden Vätermonaten
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Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Monika Schnitzer fordert stärkere Beteiligung von Vätern an der Elternzeit
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- Bezug auf Schweden als Vorbild für Vätermonate
- Schnitzer spricht sich gegen Leistungskürzungen aus
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- Warnung, das Erfolgsmodell nicht auszuhöhlen
Welche Konsequenzen werden genannt?
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- Frauen kehren häufiger in Teilzeit nach einem Jahr zurück
- Veränderung der Erwerbsbiografien von Frauen
- Plädoyer für Erhöhung des Elterngeldes
- Inflationsbedingter Rückgang des Elterngeldes
- Warnung vor Leistungskürzungen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Monika Schnitzer zitiert, in der sie sich für eine stärkere Beteiligung von Vätern an der Elternzeit ausspricht und vor Einschnitten beim Elterngeld warnt.
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