Gesellschaftliche Debatte um Elterngeld in Berlin
Berlin () – Die frühere Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat vor möglichen Kürzungen beim Elterngeld gewarnt. „Aktuell haben wir die niedrigste Geburtenrate seit 1946. Gerade in dieser Situation über Kürzungen beim Elterngeld zu sprechen, wird sicher nicht zu höheren Geburtenzahlen beitragen“, sagte Giffey den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Giffey, die zwischen 2018 und 2021 Bundesfamilienministerin war und jetzt Berlins Wirtschaftssenatorin ist, erklärte weiter, sie sehe im Elterngeld nicht nur eine Familienleistung, sondern auch ein arbeitsmarktpolitisches Instrument. Es helfe, Karrierebrüche – vor allem bei Frauen – zu reduzieren, die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern und den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Dieser Aspekt komme ihr in der Debatte zu kurz.
Giffey warb stattdessen für eine Reform des Elterngelds, mit der eine gerechtere partnerschaftliche Aufteilung möglich werde. Sie verwies darauf, dass noch immer 74 Prozent der Elterngeldbeziehenden Frauen seien. „Mehr Partnerschaftlichkeit beim Elterngeld wäre nicht nur ein Gewinn für Familien, sondern auch für unsere Wirtschaft und die volle Ausnutzung aller unserer Potentiale“, sagte sie weiter.
Auch der designierte Vorsitzende der FDP, Wolfgang Kubicki, sieht mögliche Einschnitte beim Elterngeld kritisch. „Mich erstaunt sehr, wie leicht sich die Koalition mit Kürzungen bei Familien tut, während man sich in anderen Bereichen keinen Millimeter bewegt. Ob bei der Mitversicherung für Familienangehörige oder jetzt beim Elterngeld – das sind die komplett falschen Signale an junge Familien, in denen beide Eltern arbeiten“, sagte Kubicki den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Gerade Familien solle man unterstützen.
Die Vorsitzende des Zukunftsforum Familie (ZFF), Britta Altenkamp, sieht in der Debatte um Kürzungen beim Elterngeld ein fatales Signal an Familien. „Während überall die sinkende Geburtenrate und gesellschaftliche Verunsicherung bedauert wird, soll ausgerechnet die Leistung geschwächt werden, die Familien in dieser besonders sensiblen Lebensphase absichert“, erklärte sie gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Sie verwies auch darauf, dass die staatliche Lohnersatzleistung seit der Einführung 2007 nicht substanziell angepasst worden sei. Statt weiterer Kürzungen bräuchte es längst eine Reform, forderte sie und konkretisierte: „Mehr Anreize für eine paritätische Aufteilung der Sorgearbeit, etwa durch ein höheres Mindestelterngeld und eine deutliche Ausweitung der Partnermonate.“ Das habe die Bundesregierung auch angekündigt – nun rücke sie von diesem Versprechen ab, bemängelte Altenkamp.
Im Zuge der Haushaltsaufstellung soll auch Familienministerin Karin Prien in ihrem Ressort sparen. Dem Vernehmen nach soll sie rund 350 Millionen Euro beim Elterngeld kürzen.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Franziska Giffey, Wolfgang Kubicki, Britta Altenkamp, Karin Prien
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Franziska Giffey, SPD, Funke-Mediengruppe, Wolfgang Kubicki, FDP, Zukunftsforum Familie (ZFF), Karin Prien
Wann ist das Ereignis passiert?
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Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind:
Berlin.
Worum geht es in einem Satz?
Die ehemalige Bundesfamilienministerin Franziska Giffey warnt vor möglichen Kürzungen beim Elterngeld, da dies die bereits niedrige Geburtenrate nicht fördern und negativen Auswirkungen auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf haben würde.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Niedrigste Geburtenrate seit 1946
- Diskussion über Kürzungen beim Elterngeld
- Perspektive von Familienministerin und Wirtschaftssenatorin
- Elterngeld als arbeitsmarktpolitisches Instrument
- Ungleichheit bei der Verteilung des Elterngeldes zwischen den Geschlechtern
- Kritik an der Koalition von politischen Akteuren
- Fehlende Anpassung des Elterngeldes seit seiner Einführung
- Haushaltsaufstellung und Einsparungen im Familienressort
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
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- Betont niedrigste Geburtenrate seit 1946
- Elterngeld als arbeitsmarktpolitisches Instrument wichtig
- Forderung nach Reform für gerechtere partnerschaftliche Aufteilung
- Wolfgang Kubicki kritisiert Kürzungen als falsches Signal für Familien
- Britta Altenkamp sieht fatales Signal an Familien
- Hinweis auf fehlende Anpassung der Elterngeldleistungen seit 2007
- Forderung nach mehr Anreizen für paritätische Aufteilung der Sorgearbeit
- Familienministerin Karin Prien plant Kürzungen von etwa 350 Millionen Euro beim Elterngeld
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Warnung vor möglichen Kürzungen beim Elterngeld
- Anstieg der Geburtenzahlen wird nicht gefördert
- Risiko von Karrierebrüchen bei Frauen steigt
- Erschwerte Vereinbarkeit von Familie und Beruf
- Schwierigkeiten beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt
- Ungerechte Verteilung der Elterngeldbezüge bleibt bestehen
- Negatives Signal an junge Familien
- Stärkung der gesellschaftlichen Verunsicherung
- Fehlende Anpassung der Lohnersatzleistung seit 2007
- Bedarf an Reformen und Anreizen für paritätische Aufteilung der Sorgearbeit
- Abkehr von politischen Versprechen der Bundesregierung
- Finanzielle Einsparungen im Bereich Elterngeld von 350 Millionen Euro
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel werden mehrere Stellungnahmen zitiert. Zum Beispiel warnt die frühere Bundesfamilienministerin Franziska Giffey vor Kürzungen beim Elterngeld und betont, dass solche Maßnahmen nicht zu höheren Geburtenzahlen beitragen würden.
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