Bericht zeigt gravierende Mängel bei Bundeswehr-Digitalfunk

Bericht zeigt gravierende Mängel bei Bundeswehr-Digitalfunk

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Bundeswehr: Probleme bei Funksystem in Berlin

Berlin () – Ein bislang unter Verschluss gehaltener Testbericht offenbart schwerwiegendere Probleme beim neuen Funksystem der Bundeswehr. Die Mängel seien größer als bisher bekannt, berichtet die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf das Papier, das die Abgeordneten seit Wochen vom Verteidigungsministerium einfordern. Demnach bewertete die Bundeswehr die im November zuletzt im Einsatz getestete Technik als „ungenügend“ und warnt vor Risiken schon im Übungsbetrieb, sollte die Technik in diesem Entwicklungsstand verwendet werden.

Dem Bericht zufolge musste der Einsatztest Ende November wegen erheblicher Fehler letztlich abgebrochen werden. Die Mängel seien so gravierend gewesen, dass bereits im Ausbildungs- und Übungsbetrieb „Gefahr für Leib und Leben“ bestanden habe. Das System sei weder reif für den Einsatz noch für den regulären Betrieb geeignet. Ob eine Einsatzreife bis 2026 erreicht werden könne, sei unklar, heißt es wörtlich in dem Papier.

Besonders problematisch waren laut Bericht Ausfälle sogar beim einfachen Sprechfunk, etwa zwischen umgerüsteten Kampfpanzern. Funksprüche seien teils nicht übertragen worden, zudem hätten Soldaten nicht erkennen können, ob ihre Meldungen gesendet worden seien. Ein verlässlicher Feuerstopp-Befehl sei so nicht möglich, ebenfalls keine Feindmeldungen, was im Gefecht ein unzulässiges Risiko sei.

Auch zentrale Funktionen wie die Ortung eigener Kräfte (Friendly Force Tracking) hätten nur eingeschränkt funktioniert. Insgesamt sei selbst der Sprechfunk „als mangelhaft zu bewerten“, zudem seien Reichweiten deutlich hinter den Anforderungen zurückgeblieben.

Das Verteidigungsministerium äußerte sich auf Nachfrage der „Welt am Sonntag“ inhaltlich nicht zu Details, ging weder auf die Mängel, noch auf möglicherweise zuletzt erzielte Verbesserungen ein und verwies auf eine spätere Unterrichtung zum Projektfortgang. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte eigentlich volle Transparenz zum IT-Großprojekt „Digitalisierung Landbasierter Operationen“ (D-LBO) versprochen, bei dem es schon im vergangenen Mai eine abgebrochene Testung gab.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Sanitätsfahrzeug der Bundeswehr (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Boris Pistorius

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Bundeswehr, Welt am Sonntag, Verteidigungsministerium, Boris Pistorius, SPD, Digitalisierung Landbasierter Operationen (D-LBO)

Wann ist das Ereignis passiert?

Der Zeitraum, in dem das beschriebene Ereignis stattfand, ist "Ende November" und "im November" (letzte Testung).

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Berlin

Worum geht es in einem Satz?

Ein geheimer Testbericht zeigt erhebliche Mängel des neuen Funksystems der Bundeswehr auf, das als "ungenügend" bewertet wurde und bereits im Ausbildungsbetrieb gefährliche Risiken birgt, wodurch unklar bleibt, ob Einsatzreife bis 2026 erreicht werden kann.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Geheime Testberichte zum Funksystem der Bundeswehr
  • Mängel größer als bekannt
  • Testbewertung "ungenügend"
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  • Unzureichende Reichweiten
  • Keine Transparenz des Verteidigungsministeriums

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Testbericht über Funksystem der Bundeswehr offenbart schwerwiegende Probleme
  • Mängel größer als bisher bekannt, Bewertung als "ungenügend"
  • Einsatztest im November abgebrochen wegen gravierender Fehler
  • Gefahr für Leib und Leben im Ausbildungsbetrieb
  • Funksprüche nicht zuverlässig übertragen, Meldungen nicht erkennbar
  • Fehler bei Feuerstopp-Befehlen und Feindmeldungen im Gefecht
  • Ortung eigener Kräfte funktionierte eingeschränkt
  • Sprechfunk und Reichweiten als mangelhaft bewertet
  • Verteidigungsministerium äußert sich nicht zu Details oder Verbesserungen
  • Minister Boris Pistorius versprach volle Transparenz, Testung im Mai abgebrochen

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Schwerwiegende Probleme beim neuen Funksystem der Bundeswehr
  • Mängel größer als bisher bekannt
  • Technik als "ungenügend" bewertet
  • Warnung vor Risiken im Übungsbetrieb
  • Einsatztest musste abgebrochen werden
  • Gefahr für Leib und Leben im Ausbildungsbetrieb
  • System nicht reif für den Einsatz
  • Unklare Einsatzreife bis 2026
  • Ausfälle beim Sprechfunk
  • Funksprüche nicht übertragbar
  • Soldaten konnten keine gesendeten Meldungen erkennen
  • Verlässlicher Feuerstopp-Befehl nicht möglich
  • Fehlende Feindmeldungen im Gefecht
  • Eingeschränkte Funktionen bei der Ortung eigener Kräfte
  • Sprechfunk als mangelhaft bewertet
  • Reichweiten hinter Anforderungen zurückgeblieben
  • Keine inhaltliche Stellungnahme des Verteidigungsministeriums
  • Fehlende Transparenz zum Projektfortgang
  • Abgebrochene Testung im Mai 2022

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme des Verteidigungsministeriums zitiert, das sich jedoch nicht zu den Details der Mängel äußert und auf eine spätere Unterrichtung verweist.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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