News - Politik - aktuelle Entwicklungen und Hintergründe
Gesellschaftliche Reformen im Landesgesetz NRW
Düsseldorf () – Das NRW-Landeskabinett hat das erste Antidiskriminierungsgesetz eines deutschen Flächenlandes beschlossen. Es werde in dieser Woche in den Landtag eingebracht, sagte NRW-Gleichstellungsministerin Verena Schäffer (Grüne) am Dienstag der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Bisher existiert ein Landesantidiskriminierungsgesetz (LADG) nur im Stadtstaat Berlin.
„Das ist ein Meilenstein für den Schutz vor Diskriminierung“, sagte Schäffer der WAZ. Sie erinnerte an das kürzlich veröffentlichte Sozio-Ökonomische Panel der Bundesbeauftragten für Antidiskriminierung. Demnach haben etwa 13 Prozent der Menschen in Deutschland, darunter besonders viele mit Migrationshintergrund, schon Alltagsdiskriminierung erlebt.
Laut der Ministerin werde mit dem LADG eine Schutzlücke des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) geschlossen. Das AGG schützt bei privatrechtlichen Fragen, zum Beispiel bei Streit mit einem Arbeitgeber, Vermieter oder einem Fitness-Studio über Diskriminierung. Wenn ein Bürger im Kontakt mit staatlichen Behörden diskriminiert werde, helfe ihm das AGG aber nicht, so Schäffer.
Sie sagte, dass mit diesem Gesetz nicht einzelne Lehrkräfte oder Polizisten an den Pranger gestellt werden sollten. Klagen gegen Diskriminierung richteten sich gegen die staatliche Institution, also zum Beispiel eine Schule oder eine Polizeibehörde.
Der Deutsche Beamtenbund (DBB) in NRW und die Opposition im Landtag kritisieren das Landesantidiskriminierungsgesetz scharf. Sie warnen vor einem Generalverdacht gegenüber Beschäftigten in Behörden und vor einer unnötigen Bürokratie. Die Zahl der Diskriminierungsfälle in Behörden sei zudem so gering, dass ein solches Gesetz unnötig sei.
Besonders heftig kritisiert wird, dass künftig schon Indizien, die auf eine Diskriminierung hindeuten, ausreichen sollten, um die Beschuldigten zur Beweisführung zu zwingen, dass es keine Diskriminierung gegeben habe. Dies kehre die Beweislast um. Verena Schäffer bestreitet das: „Wie das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz sieht das Gesetz eine Beweislasterleichterung vor. Indizien müssen eine Diskriminierung plausibel erscheinen lassen.“ Bloße Vermutungen oder pauschale Vorwürfe reichten definitiv nicht aus.
4,5/5(8 Bewertungen)
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Wenn es dir Spaß gemacht hat, könntest du vielleicht noch einen Kommentar abgeben. Danke. 👍
Verena Schäffer als Ministerin in NRW vereidigt 28. Januar 2026 Neue Ministerin für Nordrhein-Westfalen vereidigt Düsseldorf () - Landtagspräsident André Kuper hat die neue Ministerin Verena Schäffer im nordrhein-westfälischen Landtag vereidigt. Das teilte der Landtag…
Studie: Hälfte der Migranten erfährt Alltagsdiskriminierung 20. März 2025 Studie: Hälfte der Migranten erfährt Alltagsdiskriminierung Berlin () - 54 Prozent aller Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland erfahren einmal im Monat Diskriminierung. Bei Menschen ohne…
Importpreise im Dezember deutlich niedriger 30. Januar 2026 Wirtschaftliche Entwicklung der Importpreise in Wiesbaden Wiesbaden () - Die Importpreise waren im Dezember 2025 um 2,3 Prozent niedriger als im Dezember 2024. Dies war…
Brandenburger Grüne fordern Antidiskriminierungsgesetz 1. Oktober 2025 Gesellschaftliche Initiativen für Antidiskriminierung in Brandenburg Potsdam () - Die Brandenburger Bündnisgrünen haben ihre Forderung nach einem Landesantidiskriminierungsgesetz erneuert. Anlass ist der aktuelle Jahresbericht der…
Brandenburger Grüne fordern Landesantidiskriminierungsgesetz 21. Oktober 2025 Politik in Brandenburg: Antidiskriminierungsgesetz gefordert Potsdam () - Die Brandenburger Bündnisgrünen haben in einem Brief an Landtag und Landesregierung die Einführung eines Landesantidiskriminierungsgesetzes gefordert. Damit…
Bericht vorgestellt: Bundesbeauftragte sehen Diskriminierungskrise 10. September 2024 Berlin () - Die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Ferda Ataman, und weitere Bundesbeauftragte drängen auf eine Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG). Hintergrund sei, dass das deutsche…
Anteil der Abgeordneten mit Migrationshintergrund stagniert 27. Februar 2025 Anteil der Abgeordneten mit Migrationshintergrund stagniert Berlin () - Mindestens 73 Abgeordnete des neuen Bundestages haben einen Migrationshintergrund, was einem Anteil von 11,6 Prozent der…
Inflationsrate im Jahr 2025 durchschnittlich bei 2,2 Prozent 16. Januar 2026 Wirtschaftliche Entwicklungen in Deutschland 2025 Wiesbaden () - Die Verbraucherpreise in Deutschland haben sich im Jahresdurchschnitt 2025 um 2,2 Prozent gegenüber 2024 erhöht."Die Entwicklung der…
Importpreise zu Jahresbeginn weiter rückläufig 27. Februar 2026 Wirtschaftliche Entwicklungen in Wiesbaden 2026 Wiesbaden () - Die Importpreise sind im Januar 2026 um 2,3 Prozent niedriger als im Januar 2025 gewesen.Im Dezember 2025…
Importpreise im Dezember weiter mit starkem Rückgang 31. Januar 2024 Wiesbaden () - Die Importpreise waren im Dezember 2023 um 8,5 Prozent niedriger als im Dezember 2022. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mitteilte,…
Jeder Zweite fühlt sich von Nachrichtenflut im Netz überfordert 22. Mai 2024 Berlin () - Jeder Zweite fühlt sich von der Nachrichtenflut im Netz häufig überfordert. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom…
Billige Energie lässt Importpreise weiter sinken 28. November 2025 Wirtschaftsdaten: Preisentwicklung in Deutschland Wiesbaden () - Die Importpreise in Deutschland waren im Oktober um 1,4 Prozent niedriger als im letzten Jahr. Das teilte das…
Importpreise legen im März zu 30. April 2025 Importpreise legen im März zu Wiesbaden () - Die Importpreise in Deutschland sind im März 2025 um 2,1 Prozent höher gewesen als im Vorjahresmonat. Das…
Stärkster Rückgang der Importpreise seit Anfang 2024 23. Dezember 2025 Wirtschaftliche Entwicklungen in Deutschland 2025 Wiesbaden () - Die Importpreise in Deutschland sind im November 2025 um 1,9 Prozent niedriger gewesen als im Vorjahresmonat. Dies…
Politbarometer: Union verliert - BSW legt zu 30. Januar 2025 Politbarometer: Union verliert - BSW legt zu Berlin () - Die Union büßt laut dem ZDF-Politbarometer in der Wählergunst ein. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl…
Studie: Weniger als jede zehnte Gewalterfahrung wird angezeigt 10. Februar 2026 Gesellschaftliche Herausforderungen durch Gewalt in Deutschland Berlin () - Ein Großteil der Gewalterfahrungen in Deutschland wird nicht angezeigt. Das ist ein zentrales Ergebnis der Dunkelfeld-Studie…
Importpreise im Januar gestiegen 28. Februar 2025 Importpreise im Januar gestiegen Wiesbaden () - Die Importpreise sind im Januar 2025 um 3,1 Prozent höher gewesen als im Januar 2024. Dies war der…
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
NRW-Landeskabinett, Verena Schäffer (Grüne), Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Sozio-Ökonomisches Panel, Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG), Deutscher Beamtenbund (DBB), Opposition im Landtag, Schule, Polizeibehörde.
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Düsseldorf
Worum geht es in einem Satz?
Das NRW-Landeskabinett hat das erste Antidiskriminierungsgesetz eines deutschen Flächenlandes beschlossen, um Schutz vor Diskriminierung durch staatliche Institutionen zu bieten, während kritische Stimmen auf mögliche Bürokratie und umgekehrte Beweislast hinweisen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
Erstes Antidiskriminierungsgesetz eines deutschen Flächenlandes
Dringlichkeit aufgrund von Alltagsdiskriminierung, insbesondere bei Personen mit Migrationshintergrund
Schutzlücke im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG)
Unzulänglichkeit des AGG bei staatlichen Behördendiskriminierungen
Kritik von Deutschem Beamtenbund (DBB) und Opposition
Diskussion über Beweislast und Bürokratie bei Diskriminierungsfällen in Behörden
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von NRW-Gleichstellungsministerin Verena Schäffer zitiert, die das Antidiskriminierungsgesetz als "Meilenstein für den Schutz vor Diskriminierung" bezeichnet.