Syrisches Außenministerium warnt Deutschland vor Abschiebungen

Politische Spannungen zwischen Syrien und Deutschland

() – Die syrische Regierung hat die vor umfassenden Rückführungen nach Syrien gewarnt.

„Die Rückkehr tausender Syrer nach Syrien zum jetzigen Zeitpunkt könnte die humanitäre Krise verschärfen und bedeuten, dass viele in Flüchtlingslagern leben müssen“, sagte Mohammed Yaqub al-Omar, Chef der Abteilung für konsularische Angelegenheiten im syrischen Außenministerium, dem „Focus“. „Allein in Nordsyrien leben weiterhin rund 1,5 Millionen Binnenflüchtlinge, die aufgrund zerstörter Wohnungen, Schulen, Straßen und mangelnder Stromversorgung in Zeltlagern untergebracht sind“, so al-Omar am Rande der Eröffnung des syrischen Generalkonsulats in Bonn am Donnerstag.

Der Regierungsvertreter bat Deutschland im Hinblick auf Abschiebungen syrischer Staatsbürger um Geduld. „Wir bitten Deutschland darum, die syrischen Flüchtlinge zu verstehen und uns noch mehr Zeit zu geben für den Wiederaufbau“, sagte er. Gleichzeitig zeigte er sich dankbar für die Aufnahme hunderttausender Flüchtlinge in Deutschland seit 2015. „Deutschland stand stets an der Seite der Syrer nach Ausbruch des Krieges, das wissen wir zu schätzen“, sagte al-Omar. Die syrische Regierung forciere derzeit den Wiederaufbau, um anschließend seine Landsleute wieder aufnehmen zu können.

Mit dem Sturz des Assad-Regimes am 8. Dezember 2024 ist der Bürgerkrieg in Syrien offiziell beendet. Deutsche Politiker forderten zuletzt immer wieder die Abschiebung von syrischen Staatsbürgern. Erst vergangene Woche hatte Unionsfraktionschef Jens (CDU) erklärt, dass Deutschland absehbar verlassen müsse, wer keinen dauerhaften Aufenthaltstitel hat. Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD haben sich die auf Abschiebungen nach Syrien, angefangen mit Straftätern und sogenannten Gefährdern, geeinigt. Seit Dezember 2025 schiebt Deutschland wieder nach Syrien ab, bislang allerdings nur sehr vereinzelt.

Der Chef der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei, Nathanael Liminski (CDU), warb hingegen für eine freiwillige Ausreise. „Patriotismus ist nicht nur eine Sache für den Kopf und das Herz, sondern auch für die Hände – das gilt ganz sicher auch für viele Syrer“, sagte er nach einem Gespräch mit dem syrischen Außenminister Asaad Hassan al-Schaibani dem „Focus“. „Wir sollten ihnen dabei helfen, ihr eigenes Land wieder aufzubauen.“

Geltendes Recht müsse durchgesetzt werden. „Wenn man das Recht auf Schutz und Asyl nicht mehr in Anspruch nehmen muss, weil man weder Krieg noch Verfolgung fürchten muss, sollte man es auch nicht mehr tun und in sein Land zurückkehren – wenn es die Umstände erlauben“, so der CDU-Politiker. Liminski warnte gleichzeitig vor „populistischer Stimmungsmache auf dem Rücken von Menschen, die schon viel zu viel aushalten mussten“.

Am Donnerstag eröffnete die syrische Regierung in den Liegenschaften der ehemaligen Botschaft in Bonn ein neues Generalkonsulat. Der Schritt soll insbesondere dazu beitragen, die Beziehungen zu Deutschland zu normalisieren, gleichzeitig aber auch die Botschaft in Berlin entlasten. Die war insbesondere nach Ende des Bürgerkriegs durch mehrere hundert Besucher täglich besonders stark belastet.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Flüchtlinge in einer „Zeltstadt“ (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Mohammed Yaqub al-Omar, Jens Spahn, Nathanael Liminski, Asaad Hassan al-Schaibani

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Syrische Regierung, Bundesregierung, Mohammed Yaqub al-Omar, Außenministerium, "Focus", Deutschland, CDU, CSU, SPD, Jens Spahn, Nathanael Liminski, Asaad Hassan al-Schaibani.

Wann ist das Ereignis passiert?

Das Datum des Ereignisses, bei dem das neue Generalkonsulat in Bonn eröffnet wurde, ist Donnerstag, aber ein spezifisches Datum wird nicht genannt. Das Ereignis fand also im Zeitraum um die Eröffnung des Generalkonsulats statt.

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind: Bonn, Nordsyrien, Deutschland.

Worum geht es in einem Satz?

Die syrische Regierung warnt Deutschland vor umfassenden Rückführungen syrischer Flüchtlinge und bittet um Geduld, da die humanitäre Krise in Syrien weiterhin gravierend ist und viele Flüchtlinge noch in Zeltlagern leben müssen.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Warnung der syrischen Regierung vor Rückführungen nach Syrien
  • Humanitäre Krise in Nordsyrien mit 1,5 Millionen Binnenflüchtlingen
  • Zerstörte Infrastruktur: Wohnungen, Schulen, Straßen, Stromversorgung
  • Forderungen deutscher Politiker nach Abschiebungen syrischer Staatsbürger
  • Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD über Abschiebungen
  • Eröffnung des syrischen Generalkonsulats in Bonn zur Normalisierung der Beziehungen
  • Rückkehr zur Stabilität nach dem Bürgerkrieg
  • Appell an Deutschland für Geduld beim Wiederaufbau

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Syrische Regierung warnt Bundesregierung vor umfassenden Rückführungen
  • Rückkehr von Syrern könnte humanitäre Krise verschärfen
  • 1,5 Millionen Binnenflüchtlinge in Nordsyrien leben in Zeltlagern
  • Al-Omar bittet um Geduld für Abschiebungen und mehr Zeit für Wiederaufbau
  • Dankbarkeit für deutsche Aufnahme hunderttausender Flüchtlinge seit 2015
  • Deutsche Politiker fordern Abschiebungen, insbesondere von Straftätern und Gefährdern
  • Unionsfraktionschef Jens Spahn betont, dass Deutschland Abschiebungen durchführen muss
  • Nathanael Liminski wirbt für freiwillige Ausreise und betont Unterstützung beim Wiederaufbau
  • Warnung vor populistischer Stimmungsmache auf Kosten der Geflüchteten
  • Neueröffnung des syrischen Generalkonsulats in Bonn zur Normalisierung der Beziehungen

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Verschärfung der humanitären Krise in Syrien
  • Notwendigkeit der Unterbringung in Flüchtlingslagern
  • Forderung nach Geduld für den Wiederaufbau
  • Danksagung für die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland
  • Dringlichkeit der freiwilligen Ausreise
  • Warnung vor populistischer Stimmungsmache
  • Normalisierung der Beziehungen zu Deutschland
  • Entlastung der Botschaft in Berlin

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme zitiert. Mohammed Yaqub al-Omar, Chef der Abteilung für konsularische Angelegenheiten im syrischen Außenministerium, äußert sich besorgt über die Rückkehr von Syrern und bittet um Geduld bezüglich der Abschiebungen syrischer Staatsbürger.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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