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Kirchen warnen vor Feiertagsstreichung
Berlin () – Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel, warnt vor einer Streichung eines Feiertags, den Wirtschaft und Ökonomen fordern. „Es ist gut, in Zukunft zu investieren – finanziell wie kulturell. Feiertage dafür zu streichen, ist der falsche Weg“, sagte Latzel der „Rheinischen Post“ (Dienstagsausgabe). „Sie dienen der Erholung, der Gemeinschaft und der geistlichen Orientierung. Alles Dinge, an denen es unserer Gesellschaft gerade massiv mangelt.“
Latzel fügte hinzu: „Digitalisierung, Bürokratie und Infrastruktur werden nicht besser, wenn wir zusätzlich woanders Lücken reißen. Ruhe und Feiern gehören als Gaben Gottes ebenso zum Leben wie das Arbeiten – nachzulesen schon in den Zehn Geboten.“
Matthias Kopp, Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, ergänzte: „Christliche Feiertage prägen die Kultur und Tradition unseres Landes und ermöglichen die gemeinschaftliche Religionsausübung zu zentralen religiösen Ereignissen. Wir sehen daher nicht, dass die Folge der Schuldenaufnahme als erstes die Abschaffung eines christlichen Feiertags sein soll.“
Zugleich erinnerte Kopp die Union an ihr Wahlversprechen: „Ob eine solche Maßnahme nachhaltig zur Stabilisierung der Staatsfinanzen beiträgt, ist zudem fraglich. Der religiöse und kulturelle Verlust wäre aber dauerhaft. Dies hat auch die Abschaffung des Buß- und Bettags gezeigt. Insoweit sind wir dankbar, dass sich CDU/CSU in ihrem Wahlprogramm zum Schutz der christlichen Feiertage bekennen.“
Der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, drängt dagegen auf die Streichung eines Feiertags. „Dänemark hat es vorgemacht: Im vergangenen Jahr hat unser skandinavischer Nachbar einen Feiertag gestrichen.“, sagte Hüther der „Rheinischen Post“. Dadurch seien 400 Millionen Euro mehr in den Staatshaushalt geflossen. „Auch für Deutschland wäre die Abschaffung eines bundesweiten Feiertags eine Option – das könnte immerhin bis zu 8,6 Milliarden Euro einbringen.“
Der IW-Chef mahnte: „Bei der Zahl der geleisteten Arbeitsstunden je Arbeitnehmer belegt Deutschland unter allen Industrienationen den letzten Platz. Wir alle sind gefragt, um die Wirtschaft spürbar anzukurbeln – Mehrarbeit wäre eine Stellschraube.“
Hüther sieht darin auch einen Beitrag zur Lösung der demografischen Probleme: „Wir stehen vor einem riesigen demografischen Problem. Künftig gehen deutlich mehr in Rente, als Jüngere nachrücken. Allein durch diese Alterung fehlen Deutschland bis Ende des Jahrzehnts rund 4,2 Milliarden Arbeitsstunden, nur durch Zuwanderung lässt sich diese Lücke auf keinen Fall schließen.“
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Evangelische Kirche (Archiv)
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