Welthungerhilfe will mehr Druck auf Kriegsparteien im Sudan
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Bonn () – Vor einer Geberkonferenz für den Sudan Anfang kommender Woche hat die Welthungerhilfe die internationale Staatengemeinschaft dringend dazu aufgefordert, den Druck auf die Kriegsparteien zum Erreichen eines Waffenstillstands zu erhöhen und mehr Geld für die humanitäre Hilfe zur Verfügung zu stellen. „Es ist dramatisch, was sich dort abspielt. Fast fünf Millionen Menschen stehen kurz vor dem Hungertod“, sagte der Generalsekretär der Welthungerhilfe, Mathias Mogge, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochausgaben).
Die Lage werde immer schlimmer, da die Kämpfe anhielten und die Kriegsparteien keinerlei Interesse an einer friedlichen Lösung zeigten, sagte Mogge, der im Februar selbst die Hafenstadt Port Sudan im Nordosten des Landes besucht hatte. Als eine der wenigen deutschen Nichtregierungsorganisationen wurde die Welthungerhilfe, die stark in dieser Region engagiert ist, zu der Konferenz am kommenden Montag in Paris eingeladen.
„Beide Seiten sind nach wie vor fest davon überzeugt, dass sie die andere Partei besiegen können. Deshalb gibt es einen Stillstand bei den Verhandlungen. Das führt zu dem unsäglichen Leid der Zivilbevölkerung“, erklärte er. Ohne einen Waffenstillstand und sichere Korridore für Hilfsorganisationen sei es nur unter schwierigsten Bedingungen möglich, die betroffenen Menschen mit Lebensmitteln, Wasser, Hygieneprodukten und Materialien für provisorische Unterkünfte zu versorgen.
„Die großen Geber müssen auf der Konferenz in Paris den Druck auf beide Seiten erhöhen, um endlich zu einem Waffenstillstand zu kommen“, mahnte Mogge. „Das Signal an die Kriegsparteien muss sein: Die Welt schaut auf den Sudan und registriert genau, was ihr dort tut“, sagte er. Es sei Sache der an der Konferenz teilnehmenden Außenminister, hier eine klare Botschaft zu senden. „Deutschland hat hier neben den USA und den Golfstaaten ein gewisses Gewicht“, so der Vertreter der Welthungerhilfe.
Mogge beklagte zudem die mangelnde finanzielle Unterstützung für die notleidende Bevölkerung in dem Kriegsland. „Der Hilfsplan für den Sudan ist massiv unterfinanziert“, mahnte er. Er verwies auf den von den Vereinten Nationen auf mehr als zwei Milliarden US-Dollar geschätzten Bedarf für humanitäre Hilfe. „Das ist angesichts der Größe des Landes sicherlich nicht zu hoch angesetzt“, erklärte er. Bisher seien davon lediglich fünf Prozent zusammengekommen. „Wenn sich die Geber darauf einigen können, für die nächsten sechs Monate eine Milliarde US-Dollar zur Verfügung zu stellen, wäre das ein erster großer Schritt“, sagte er.
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Mathias Mogge (Archiv)
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