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Djatlow-Pass Unglück wird neu untersucht

Djatlow-Pass Unglück wird neu untersucht

Vor 60 Jahren fand am Djatlow-Pass im Uralgebirge ein bis heute nicht vollständig aufgeklärtes Unglück statt, bei dem neun Studenten des Polytechnischen Instituts des Urals den Tod fanden. Am 2. Februar 1959 mitten in der Nacht flohen die Teilnehmer der Expedition aus ihren Zelten am „Berg der Toten“ und verloren ihr Leben. Nun wollen russische Behörden das Mysterium erneut erforschen und herausfinden, wie es zu dem Unglück gekommen sein könnte. Bis heute gibt es wilde Spekulationen über die möglichen Ursachen.

Theorien sollen untersucht werden

Die Staatsanwaltschaft in Yekaterinburg strebt nun eine intensive forensische Analyse des rätselhaften Djatlow-Pass Unglücks an. Es sollen Fragen beantwortet werden, wie es zu dem Ereignis kam und welche der bekannten Theorien sehr wahrscheinlich für den Fall verantwortlich sein könnten, schreibt Russlands Nachrichtenagentur TASS.

Am 20. Februar 1959 begaben sich Lehrer und Studenten auf die Suche nach den Vermissten in das Gebiet des Bergs Cholat Sjachl im Nord-Ural. Unterstützt wurden sie dabei von der Armee, der Miliz und von Flugzeugen. Sechs Tage später hatten sie das Camp erreicht und fanden ein massiv beschädigtes Zelt vor. Sie wurden auf Fußabdrücke aufmerksam, über die sie an den Rand eines Waldes gelangten. Hier brannte noch ein Feuer und es wurden zwei Körper entdeckt, die keine Schuhe trugen und nur mit Unterwäsche bekleidet waren.

Ein paar hundert Meter entfernt, fand der Suchtrupp drei weitere leblose Körper, während die Leichen der restlichen vier Studenten erst acht Wochen später unter einer massiven Schneedecke gefunden wurden.

Mysteriöse Todesfälle

Die Studenten hätten ihre Zelte den Untersuchungen zufolge von innen aufgeschlitzt, nur mit nackten Fußen und in Unterwäsche schlagartig verlassen. Die damaligen Analysen stellten an den Körpern keine Kampfspuren fest.

Zwei der Toten hatten einen Schädelbruch erlitten und bei weiteren zwei Wanderern waren die Rippen gebrochen. Eine der Frauen der Expedition hatte keine Zunge mehr, die Analysen nach offenbar herausgerissen wurde. Die Kleidung der neun Studenten zeigte eine radioaktive Strahlung und die Ursache dafür konnten die Forensiker damals nicht finden.

Die Angehörigen der Verunglückten berichteten nach der Bestattung über ungewöhnliche Details. Die Haut der jungen Leute habe eine orange Farbe gehabt und ihre Haare vollständig grau gewesen. Eine „höherer Gewalt“ sei nach Ansicht der untersuchenden Behörden für den Tod der Studentengruppe verantwortlich gewesen. Bis 1962 durfte niemand das Gebiet um den Djatlow-Pass betreten, weil eine Zugangssperre erlassen wurde.

Neun Untersuchungen geplant

Wie die TASS berichtet, sollen seitens der Staatsanwaltschaft unter Leitung von Andrei Kurjakow neun Untersuchungen zur Klärung des Djatlow-Pass Unglücks eingeleitet werden. Im Anschluss ist eine Veröffentlichung der Analyse-Ergebnisse geplant. Die neuen Analysen sollen bestehende Lücken schließen, die von den Behörden damals nicht geschlossen werden konnten.

Von den neun Studenten sollen psychologische Profile basierend auf Zeugenaussagen, Medienberichten und privaten Dokumenten erstellt werden. Ein Reenactment-Versuch soll feststellen, inwieweit es möglich gewesen wäre, dass alle Teilnehmer der Tour ihr von innen aufgeschlitztes Zelt hätten verlassen können.

In ihrem Untersuchungsbericht stellten die offiziellen Stellen damals einige Punkte auf Basis ihrer Analysen fest. Drei der neun Teilnehmer starben an tödlichen Wunden und sechs verloren ihr Leben durch Unterkühlung.

Es wurden keine Spuren anderer Personen in der Nähe des Unglücksorts gefunden. Sechs bis acht Stunden nach ihrer letzten Mahlzeit starben die Studenten. Alle Teilnehmer der Expedition verließen das Zelt zu Fuß, auch jene, die Verletzungen hatten.

Ein Angriff der Mansen, einem indigenen Volk im Ural, konnte ausgeschlossen werden, weil die Verletzungen der Teilnehmer derart stark waren, dass dafür eine extreme Kraft erforderlich gewesen wäre. Die Kleidung der jungen Leute wies eine hohe radioaktive Strahlung auf. Abschließend kamen die Behörden im Mai 1959 zu dem Ergebnis, dass alle Expeditionsteilnehmer das Opfer einer „höheren Gewalt“ waren und die Untersuchung wurde wegen der Abwesenheit einer schuldigen Partei auf Eis gelegt. Die Dokumente lagerten in einem Geheimarchiv und erst mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion in den 1990er-Jahren kamen Kopien der Papiere an die Öffentlichkeit.

Militärische Experimente, Ufos oder ein Schneemonster werden als Ursachen für das Unglück am Djatlow-Pass gehandelt. Der Film „Devil´s Pass“ handelt von dem Ereignis, ist jedoch zum Großteil in seiner Handlung sehr frei gestaltet. Im Horror-Adventure „Kholat“ aus dem Jahr 2015 verfolgt der Spieler die Spuren der neun Studenten, die am Djatlow-Pass auf grausame Art ihr Leben verloren.

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Bild: @ depositphotos.com / shico3000

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Andreas Krämer

Andreas Krämer

Andreas Krämer ist seit über 12 Jahren als Texter mit seinem Schreibbüro (www.sauerlandtext.de) aktiv. Er hat sich auf die Erstellung von Fachtexten, Blogbeiträgen, Newsartikeln und App-Testberichte für kommerzielle Webseitenbetreiber sowie Printmedien spezialisiert.
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