Politik in den USA
Berlin () – Der Demokratieforscher Daniel Ziblatt sieht nach dem Erdrutschsieg der Demokraten bei den Zwischenwahlen in den USA „eine Art Stunde Null“. Es gebe nun die Chance, etwas Besseres aufzubauen, sagte der Harvard-Professor dem „Focus“. Gleichzeitig warnte er vor der Machtfülle, über die US-Präsident Donald Trump weiterhin verfügt – etwa aufgrund dessen Vetorechts in der Gesetzgebung.
Der Forscher beschreibt die Niederlage der Republikaner als einen schweren Schlag für den MAGA-Flügel innerhalb der Partei. Trumps Einfluss in seiner eigenen Partei werde nun nachlassen, sodass Demokraten und Republikaner Trump etwa in Fragen zum Iran-Krieg gemeinsam übertrumpfen könnten.
Die US-Demokratie sei widerstandsfähiger, als viele andere Systeme auf der ganzen Welt, sagte Ziblatt. Trump habe durch etliche Maßnahmen wie die Wahlkreismanipulation die Bedingungen im Wettbewerb zwischen den Parteien zugunsten der Republikaner verschoben. Die Demokraten hätten dennoch gewinnen können, weil die US-Amerikaner den Trumpismus sehr stark ablehnten.
Ziblatt fordert nun Reformen: Die Reichen dürften nicht mehr einen solch übermäßigen Einfluss auf die Politik nehmen können. Auch kritisierte er, dass die US-Amerikaner ihren Präsidenten nicht direkt, sondern über ein Wahlmännergremium wählen.
Ziblatt hatte 2018 gemeinsam mit Steven Levitsky das Buch „Wie Demokratien sterben“ veröffentlicht, das in mehr als 30 Sprachen übersetzt wurde.
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US-Wahllokal (Archiv)
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Worum geht es in einem Satz?
Demokratieforscher Daniel Ziblatt sieht im Erdrutschsieg der US-Demokraten eine Chance für demokratische Reformen und eine Schwächung von Trumps Einfluss, warnt jedoch vor dessen weiterhin großer Machtfülle.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Erdrutschsieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen als Anlass für Ziblatts Einschätzung
- Laut Ziblatt starke Ablehnung des Trumpismus in der US-Bevölkerung als Grund für den Wahlerfolg
- Zuvor von Trump zugunsten der Republikaner veränderte Wettbewerbsbedingungen, unter anderem durch Wahlkreismanipulationen
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Chance auf einen politischen Neuanfang und den Aufbau von etwas Besserem
- Schwächung des MAGA-Flügels innerhalb der Republikanischen Partei
- Nachlassender Einfluss Trumps in seiner eigenen Partei
- Möglichkeit für Demokraten und Republikaner, sich gemeinsam gegen Trump durchzusetzen, etwa in Fragen zum Iran-Krieg
- Forderungen nach Reformen zur Begrenzung des politischen Einflusses der Reichen und Kritik an der indirekten Präsidentenwahl über das Wahlmännergremium
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