Kultur und Kunsterziehung in Berlin
Berlin () – Der Künstler Ai Weiwei hat davor gewarnt, Kinder beim Malen und Zeichnen zu berichtigen. „Was immer Sie dem Kind dann für einen Rat geben, er ist jetzt schon völlig falsch“, sagte der Künstler der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitagsausgabe).
Weil es in der Kunst keinen Fehler gebe. „Warum denken das alle? Der falsche Strich ist der genau Moment, in dem der Fehler zur Kunst wird. Jede Kunst beginnt mit einem Fehler – sonst ist es keine Kunst, sondern Dekoration“, so der Künstler weiter.
Er wandte sich entschieden gegen jede Korrektur von kindlicher Kunst: „Sie versuchen, die Fähigkeit Ihrer Kinder, echte Kunst zu machen, zu zerstören. Sie sagen, das Kind soll es besser machen, und das ist falsch. Diese ganze Erziehung ist völlig falsch“, sagte Ai Weiwei.
Den kindlichen Wunsch, eine Zeichnung nach Vorlage richtig zu machen, lehnte der Künstler ab. „Das ist deutsches Denken. Wenn man eine Micky Maus anfängt und es kommt Ai Weiwei dabei raus, dann ist das besser. Das Kind muss keine richtige Micky Maus machen. Micky Maus kann jeder.“
Der 69-Jährige nannte es fragwürdig, in der Kunst Absichten zu verfolgen: Trotzdem bringe man Kindern immer wieder bei, „Fehler“ zu vermeiden, um das „Bessere“ zu erreichen. „Als ob man vorher wissen könnte, was besser ist und was nicht. Damit trainiert man schon die Selbstzensur“, so der Künstler.
Auf die Frage, ob er selbst gemeinsam mit seinem Sohn Kunst gemacht habe, antwortete Ai Weiwei: „Niemand auf der Welt kann zusammen Kunst machen. Sie können sich neben ein Kind setzen und zuschauen, was es tut. Mein Sohn ist auf einem viel höheren Niveau als ich. Ich kann ihn nur dafür bewundern. Dafür, dass er anders ist als ich.“
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Ai Weiwei (Archiv)
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Ai Weiwei
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
dts Nachrichtenagentur, Neue Osnabrücker Zeitung
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Ai Weiwei warnt davor, Kinder beim Malen und Zeichnen zu korrigieren, weil vermeintliche Fehler echte Kunst ermöglichen und solche Eingriffe Kreativität unterdrücken sowie Selbstzensur fördern.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Ein Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung über den Umgang mit kindlicher Kunst
- Die verbreitete Vorstellung, Kinder müssten beim Malen und Zeichnen Fehler vermeiden und Vorlagen korrekt wiedergeben
- Ai Weiweis Auffassung, dass es in der Kunst keine Fehler gibt und vermeintlich falsche Striche Ausgangspunkt von Kunst sein können
- Seine Ablehnung einer Kunsterziehung, die vorab festlegt, was richtig oder besser ist
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
Im Artikel werden keine Reaktionen aus Politik, Öffentlichkeit oder Medien beschrieben.
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Beeinträchtigung der Fähigkeit von Kindern, echte Kunst zu schaffen
- Förderung von Selbstzensur durch die Erziehung zur Fehlervermeidung
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, Ai Weiwei warnt davor, Kinder beim Malen und Zeichnen zu korrigieren, da dies ihre künstlerische Freiheit einschränke und Selbstzensur fördere.
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