CDU-Arbeitnehmergruppe verlangt höhere Erbschaftsteuer

CDU-Arbeitnehmergruppe verlangt höhere Erbschaftsteuer

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Politik: Erbschaftsteuer in Berlin

() – Wenige Tage vor den Verhandlungen des Bundesverfassungsgerichts zur Erbschaft- und zur Schenkungsteuer fordern der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe der Unionsfraktion, Stefan Nacke, und der Finanzvorstand des Deutschen Caritasverbandes, Friedrich von Schönfeld, eine Erhöhung der Erbschaftssteuer. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Mittwochausgabe) unter Berufung auf ein mit dem Titel „Leistung muss mehr zählen als Herkunft“, in dem ein Kurswechsel der in der Steuerpolitik verlangt wird.

„Wer seinen Kindern etwas hinterlassen möchte, handelt verantwortlich“, schreiben Nacke und von Schönfeld. Darin liege ein Antrieb, zu arbeiten, zu sparen und unternehmerische Risiken einzugehen – diese Lebensleistung verdiene Respekt. „Aber die Leistung des Erblassers ist nicht die Leistung des Erben.“

Eine , die Eigenverantwortung verlange, müsse deshalb auch danach fragen, welche Aufstiegschancen diejenigen haben, die ohne Vermögen beginnen. Eigentumspolitik dürfe nicht allein die Interessen derjenigen vertreten, die bereits besitzen, schreiben die Autoren des Papiers. Sie müsse auch denen einen Weg eröffnen, die erst Eigentum erwerben wollen. Das Grundgesetz verbinde den Schutz von Eigentum und Erbrecht mit der Verpflichtung gegenüber der Allgemeinheit. Beides gehöre zusammen. Bei der Erbschaftsteuer sei dieses Verhältnis jedoch „aus dem Gleichgewicht geraten“.

Eine gerechtere Erbschaftsteuer löse weder den Wohnungsmangel noch die Finanzierungsprobleme der Sozialversicherungen, räumen Nacke und von Schönfeld ein. „Sie entbindet den Staat auch nicht davon, mit seinem Geld besser umzugehen.“ Sie gehöre aber zu einer glaubwürdigen Antwort auf die Frage, wie man die Finanzierung und Erneuerung des Gemeinwesens gerecht gestalten könne. „Leistung muss sich mehr lohnen als Erben.“ Wer mehr Eigenverantwortung fordere, dürfe sich nicht damit zufriedengeben, dass aktuell Aufstieg oft eher durch Erbschaft und weniger durch Leistung möglich sei.

Das Problem gewinne durch die anstehenden Sozialreformen an Schärfe, schreiben die beiden Autoren. „Wenn Beschäftigte über höhere Beiträge und Leistungsempfänger über Einschnitte diskutieren sollen, dürfen die Privilegien bei der Übertragung großer Vermögen nicht außerhalb der Debatte stehen.“ Natürlich müsse eine Erbschaftsteuerreform auch die Fortführung von ermöglichen. „Das rechtfertigt jedoch keine weitgehende Steuerfreiheit großer Erbschaften.“ Zu schützen sei „die Fortführung des Betriebs, nicht die steuerfreie Erbschaft seiner Erben“.

Bisher lehnt die Union Erhöhungen ab. Sie verweist dabei gerne auf mittelständische Familienunternehmen, die im Erbfall nicht in ihrer wirtschaftlichen Substanz gefährdet werden dürften.

Die Arbeitnehmergruppe der Unionsfraktion, deren Vorsitzender Nacke ist, besteht aus 62 Bundestagsabgeordneten. Sie ist damit gut dreimal so groß wie die Junge Gruppe der Unionsfraktion, die im vergangenen Jahr wegen ihrer Kritik an der Rentenpolitik der Regierung so große Aufmerksamkeit erregt hat.

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Text-/Bildquelle:
Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
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Stefan Nacke (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Stefan Nacke, Friedrich von Schönfeld

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Deutscher Bundestag, Bundesverfassungsgericht, Unionsfraktion, Junge Gruppe der Unionsfraktion, Deutscher Caritasverband, Arbeitnehmergruppe der Unionsfraktion, Regierung, Sozialversicherungen, Sozialreformen, Grundgesetz, Union, Staat, „Süddeutsche Zeitung“, dts Nachrichtenagentur

Wann ist das Ereignis passiert?

Datum/Zeitraum: „Wenige Tage vor den Verhandlungen des Bundesverfassungsgerichts zur Erbschaft- und zur Schenkungsteuer“ (genaues Datum nicht genannt).

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Berlin

Worum geht es in einem Satz?

Wenige Tage vor den Verhandlungen des Bundesverfassungsgerichts zur Erbschaft- und Schenkungsteuer fordern Stefan Nacke (Unions-Arbeitnehmergruppe) und Friedrich von Schönfeld (Deutscher Caritasverband) eine Erhöhung der Erbschaftsteuer mit der Begründung, dass Leistung stärker zählen müsse als Herkunft und Privilegien großer Vermögen nicht die Debatte um Sozialreformen überdecken dürften.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

Wenige Tage vor den Verhandlungen des Bundesverfassungsgerichts zur Erbschaft- und zur Schenkungsteuer fordert die Arbeitnehmergruppe der Unionsfraktion zusammen mit dem Deutschen Caritasverband eine Erhöhung der Erbschaftsteuer
Ein Kurswechsel der Union in der Steuerpolitik wird in einem Papier mit dem Titel "Leistung muss mehr zählen als Herkunft" verlangt
Das Verhältnis zwischen Eigentumsschutz und Verpflichtung gegenüber der Allgemeinheit sei bei der Erbschaftsteuer aus dem Gleichgewicht geraten
Die Privilegien bei der Übertragung großer Vermögen sollen nicht außerhalb der Debatte über anstehende Sozialreformen stehen

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Süddeutsche Zeitung berichtet über die Forderung von Stefan Nacke und Friedrich von Schönfeld nach Erhöhung der Erbschaftsteuer
  • Union lehnt bisher Erhöhungen ab und verweist auf mittelständische Familienunternehmen, deren wirtschaftliche Substanz im Erbfall nicht gefährdet werden dürfe

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Aufwertung einer stärkeren Besteuerung großer Erbschaften zur Herstellung eines ausgewogeneren Verhältnisses zwischen Eigentumsschutz und Allgemeinwohl
  • Erhöhung des Drucks auf die Politik, Aufstiegschancen stärker an Leistung statt an Vermögensübertragung zu knüpfen
  • Beitrag zu einer breiteren gesellschaftlichen Debatte über Privilegien bei der Weitergabe großer Vermögen parallel zu Sozialreformen
  • Erwartung, dass Reformen zur Erbschaftsteuer mit den Zielen der Finanzierung und Erneuerung des Gemeinwesens konsistenter ausgestaltet werden
  • Ableitung des Anspruchs, dass Steuerfreiheit vorrangig an die Unternehmensfortführung gebunden sein muss statt umfassend auf Erbschaften großer Vermögen ausgeweitet zu werden
  • Verstärkung der politischen Konfliktlinie zwischen einer ablehnenden Position der Union und Forderungen nach einem Kurswechsel in der Steuerpolitik

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja. Es werden Stellungnahmen von Stefan Nacke und Friedrich von Schönfeld zitiert (u. a. im Wortlaut: „Wer seinen Kindern etwas hinterlassen möchte, handelt verantwortlich“).

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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