Heidenau & Stolpersteine: Erinnerungskultur im Streit
Heidenau () – Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hat den Beschluss gegen weitere Stolpersteine im öffentlichen Raum der Stadt Heidenau scharf kritisiert. „Ein Verbot von Stolpersteinen wie in Heidenau ist in meinen Augen ein Skandal, Erinnerungskultur auf einen Friedhof abschieben wollen erst recht“, sagte Prien der „Bild-Zeitung“.
Die CDU-Politikerin reagierte damit auf eine Entscheidung des Heidenauer Stadtrats.
Das Gremium beschloss auf einen gemeinsamen Antrag von CDU und AfD, künftig keine neuen Stolpersteine im öffentlichen Straßen- und Gehwegbereich mehr zuzulassen. Stattdessen soll das Gedenken künftig vor allem auf dem Nordfriedhof der Stadt stattfinden.
Prien verteidigte die Stolpersteine als wichtigen Teil der deutschen Erinnerungskultur. „Stolpersteine im öffentlichen Raum machen ja gerade vernichtetes jüdisches Leben sichtbar und geben jedem einzelnen Verfolgten ein Stück Würde zurück“, sagte sie.
Die kleinen Gedenksteine machten deutlich, dass Juden selbstverständlich zum Leben in deutschen Städten und Dörfern gehört hätten, bevor sie von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden.
Besonders kritisch äußerte sich die Ministerin zu dem Vorschlag, das Gedenken auf Friedhöfe zu verlagern. Wer Stolpersteine und Gedenkorte jüdischen Lebens aus dem öffentlichen Raum auf den Friedhof verbanne, stelle das Sterben über das Leben und mache Juden noch einmal unsichtbar, so Prien.
Zugleich richtete sie einen Appell an die eigene Partei.
„In dieser Verantwortung sehe ich auch die CDU in Sachsen. Denn nur wer seine Geschichte kennt und versteht, kann daraus lernen und dafür sorgen, dass sie sich nicht wiederholt“, sagte die Bildungsministerin.
Die Befürworter des Heidenauer Beschlusses hatten argumentiert, viele Menschen empfänden Stolpersteine im Gehwegbereich als unangemessen, weil Passanten über die Namen der NS-Opfer liefen. Statt weiterer Stolpersteine soll deshalb eine zentrale Gedenkfläche eingerichtet werden.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Karin Prien
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Heidenau
Worum geht es in einem Satz?
Bundesbildungsministerin Karin Prien kritisierte den Beschluss des Heidenauer Stadtrats, künftig keine neuen Stolpersteine im öffentlichen Straßen- und Gehwegbereich zuzulassen und das Gedenken vor allem auf dem Nordfriedhof zu bündeln, scharf als Angriff auf die Erinnerungskultur.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Entscheidung des Heidenauer Stadtrats auf Antrag von CDU und AfD, künftig keine neuen Stolpersteine im öffentlichen Straßen- und Gehwegbereich mehr zuzulassen und das Gedenken vor allem auf dem Nordfriedhof der Stadt stattfinden zu lassen
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Karin Prien kritisiert die Entscheidung des Heidenauer Stadtrats scharf
- Sie sieht im Verbot weiterer Stolpersteine einen Skandal
- Prien verteidigt Stolpersteine als wichtigen Teil der deutschen Erinnerungskultur
- Sie kritisiert den Vorschlag, das Gedenken auf den Nordfriedhof zu verlagern, und sagt, das mache Juden erneut unsichtbar
- Sie richtet zugleich einen Appell an die CDU in Sachsen, um die eigene Verantwortung für Erinnerung und Aufarbeitung der Geschichte zu betonen
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Kritik an dem Beschluss, keine weiteren Stolpersteine im öffentlichen Straßen und Gehwegbereich zuzulassen
- Forderung, Erinnerungskultur nicht auf Friedhöfe zu verlagern
- Argumentation, dass Stolpersteine zentral für das Sichtbarmachen von vernichtetem jüdischem Leben sind
- Warnung vor einer möglichen weiteren Unsichtbarmachung von Juden durch die Verlagerung des Gedenkens
- Unterstützung der Stolpersteine als Beitrag zur Würdigung einzelner Verfolgter
- Aufruf an die CDU in Sachsen, Verantwortung zu übernehmen und sich mit der Geschichte zu befassen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Karin Prien äußert sich mit Zitaten gegenüber der Entscheidung des Heidenauer Stadtrats.
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