Ökonomen kritisieren Eurobonds als unattraktiv für Deutschland

Ökonomen kritisieren Eurobonds als unattraktiv für Deutschland

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Wirtschaft: Kontroverse um Eurobonds

Berlin () – Die Debatte über gemeinsame Schulden der EU, sogenannte Eurobonds, spaltet liberale Ökonomen. Nachdem sich der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, für mehr EU-Anleihen für bestimmte Investitionszwecke ausgesprochen hat, widersprechen nun zwei andere namhafte Wissenschaftler.

Der Düsseldorfer Wirtschaftsprofessor Justus Haucap sagte dem „Spiegel“, der Vertrauensverlust in den US-Dollar sei zwar offensichtlich, dies sei aber kein Argument für mehr EU-Schulden. Schon heute begäben die einzelnen Euroländer fleißig Staatsanleihen. Gerade biete mit den Sondervermögen reichlich Anlagemöglichkeiten für Anleiheinvestoren. Eurobonds indes kommen nach Ansicht des Wissenschaftlers mit Zinsen einher, die aus deutscher Sicht unattraktiv hoch sind. Letztlich zahle die Bundesrepublik dafür, in Form von höheren Zinskosten der EU.

Faktisch würden Eurobonds zu einer höheren Verschuldung führen, sagte der Ökonom – und an der Stelle beiße sich die in den Schwanz: Die hohen Schulden der USA seien ja ein wesentlicher Grund der Dollarschwäche. Er bezweifle stark, dass zusätzliche Verschuldung bei anhaltender Wachstumsschwäche den zur Leitwährung macht.

Auch der Präsident des Ifo-Instituts in München, Clemens Fuest, sagte dem „Spiegel“: „Das Ziel, den Euro zur internationalen Leitwährung weiterzuentwickeln, ist für mich keine überzeugende Begründung für mehr gemeinsame europäische Anleihen.“ Die USA seien eine politische Einheit mit großer militärischer und technologischer Macht. Das sei bei der EU bisher nicht der Fall. Deshalb ist es nicht realistisch zu erwarten, dass der Euro durch gemeinsame europäische Anleihen zu einer weltweiten Leitwährung aufsteigen kann.

Erst wenn es so etwas wie eine geopolitisch handlungsfähige EU- gäbe, könne man darüber nachdenken, in größerem Umfang gemeinsame Anleihen auszugeben, öffnet Fuest ganz vorsichtig die Tür. Politische Integration müsse erst kommen, nur dann seien Eurobonds sinnvoll.

Die EU hat in den vergangenen Jahren mehr als 820 Milliarden Euro an gemeinsamen Anleihen begeben, vor allem für den -Aufbaufonds namens Next Generation EU. Die Frage, ob Brüssel diese Schulden zurückzahlen, durch immer wieder neue Bonds ersetzen oder gar ausweiten sollte, spaltet die Mitgliedstaaten. IW-Chef Hüther warb angesichts der Schwäche des US-Dollars dafür, den Euro auch mithilfe gemeinsamer EU-Anleihen zur ernstzunehmenden Alternative aufzubauen.

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Text-/Bildquelle:
Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Michael Hüther, Justus Haucap, Clemens Fuest

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, Justus Haucap, Düsseldorfer Wirtschaftsprofessor, Spiegel, Ifo-Institut, Clemens Fuest, USA, EU, Next Generation EU, Corona-Aufbaufonds, Brüssel, Bundesrepublik Deutschland

Wann ist das Ereignis passiert?

Nicht erwähnt

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Berlin, Düsseldorf, München.

Worum geht es in einem Satz?

Die Debatte um Eurobonds spaltet liberale Ökonomen, wobei Justus Haucap und Clemens Fuest argumentieren, dass gemeinsame EU-Schulden weder wegen einer Dollarschwäche überzeugend seien noch den Euro realistisch zur Leitwährung machen könnten, solange es keine geopolitisch handlungsfähige EU-Regierung bzw. stärkere politische Integration gibt.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

Debatte über gemeinsame Schulden der EU (Eurobonds)

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Im Artikel wird keine konkrete Reaktion von Politik oder Öffentlichkeit beschrieben
  • Es werden nur Aussagen von zwei Wissenschaftlern (Justus Haucap und Clemens Fuest) als Gegenposition dargestellt

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Vertrauensverlust in den US-Dollar ist kein überzeugendes Argument für mehr EU-Schulden
  • Eurobonds würden mit aus deutscher Sicht unattraktiv hohen Zinsen verbunden sein
  • Deutschland würde durch höhere Zinskosten der EU effektiv stärker belastet
  • Eurobonds würden die Verschuldung insgesamt erhöhen
  • Zusätzliche Verschuldung bei anhaltender Wachstumsschwäche könne den Euro nicht zuverlässig zur Leitwährung machen
  • Es sei nicht realistisch, dass der Euro durch gemeinsame Anleihen zu einer weltweiten Leitwährung aufsteigen kann
  • Politische und institutionelle Integration der EU sei Voraussetzung, sonst seien Eurobonds nicht sinnvoll

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja—der Artikel zitiert mehrere Stellungnahmen von Personen, darunter Justus Haucap („dem ‚Spiegel‘“), Clemens Fuest („dem ‚Spiegel‘“) sowie Michael Hüther als Ausgangspunkt der Debatte.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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