Verteidigungspolitik in Berlin
Berlin () – Der Sicherheitsexperte Carlo Masala hat scharfe Kritik an der Rüstungsstrategie von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) geübt. „Wenn man sich die Beschaffung anschaut, stellt sich die Frage, welches Szenario für die Verteidigung gegen einen russischen Aggressor eigentlich zugrunde gelegt wird“, sagte Masala, Professor an der Bundeswehr-Universität in München, dem „Spiegel“. „Bis heute wirkt die Beschaffung planlos, in Teilen sogar willkürlich, da sie augenscheinlich nicht aufgrund eines klar definierten Kriegsbilds erfolgt.“
Auch in der Koalition gibt es Kritik an der Beschaffungspolitik. „Der Verteidigungsminister muss dafür sorgen, dass die Bundeswehr konkrete militärische Fähigkeiten hinzugewinnt, und zwar möglichst schnell“, sagte der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp (CDU), dem „Spiegel“. Pistorius müsse eine Gesamtplanung vorlegen, was bis 2029 und darüber hinaus angeschafft werden solle.
Der für den Wehretat zuständige Haushaltspolitiker Andreas Schwarz (SPD) verwies auf die Ukraine. Der Krieg dort werde inzwischen in einem Maße digital geführt, von Vernetzung und Kommunikation getrieben, dass man sich fragen müsse, ob die eigenen Programme mit der Entwicklung Schritt hielten und wirklich immer zielführend seien. Es gelte, selbstkritisch die Frage zu stellen, ob man das Richtige beschaffe. „Wenn nicht, kostet es am Ende den Steuerzahler unwahrscheinlich viel Geld. Und wenn es schlecht läuft, den Soldaten Gesundheit und Leben.“
Auch der CDU-Haushaltsexperte Andreas Mattfeldt drängte Pistorius zu mehr Transparenz. „Wir müssen jederzeit belastbar beurteilen können, wo wir beim Aufbau der Verteidigungsfähigkeit stehen und wo weiterhin Lücken bestehen“, sagte Mattfeldt. „Da haben wir noch Luft nach oben und werden den Minister auch weiterhin fordern.“
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Carlo Masala (Archiv)
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Carlo Masala, Boris Pistorius, Thomas Röwekamp, Andreas Schwarz, Andreas Mattfeldt
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Bundesverteidigungsminister, Boris Pistorius, SPD, Carlo Masala, Bundeswehr-Universität, München, dts Nachrichtenagentur, Spiegel, Koalition, Verteidigungsausschuss, Bundestag, Thomas Röwekamp, CDU, Andreas Schwarz, Haushaltspolitiker, Wehretat, Ukraine, Haushaltsexperte, Andreas Mattfeldt
Wann ist das Ereignis passiert?
Das Ereignis (das Interview/der Bericht mit den Zitaten von Carlo Masala, Thomas Röwekamp, Andreas Schwarz und Andreas Mattfeldt) fand am 27. August 2026 statt.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
München, Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Der Sicherheitsexperte Carlo Masala kritisiert die von Verteidigungsminister Boris Pistorius verfolgte Rüstungsstrategie als planlos und ohne klar definiertes Kriegsbild, während in der Koalition und auch von der CDU bei Pistorius eine schnelle, transparente Gesamtplanung und bessere Abstimmung der Beschaffung mit den modernen Anforderungen des Kriegsbilds gefordert wird.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
Klar definiertes Kriegsbild als Grundlage der Beschaffung fehle bzw. sei nicht erkennbar
Beschaffung wirke planlos und in Teilen willkürlich
Kritik innerhalb der Koalition an der Beschaffungspolitik
Ukraine-Krieg werde inzwischen digital geführt, Vernetzung und Kommunikation trieben die Kriegsführung, wodurch Zweifel bestünden, ob eigene Programme mithalten und zielführend seien
Fehlende Gesamtplanung, was bis 2029 und darüber hinaus angeschafft werden solle
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Koalition übt Kritik an der Beschaffungspolitik
- Thomas Röwekamp fordert, dass Pistorius konkrete militärische Fähigkeiten möglichst schnell hinzugewinnt und eine Gesamtplanung bis 2029 und darüber hinaus vorlegt
- Andreas Schwarz verweist auf die Ukraine und fordert selbstkritische Prüfung, ob die Programme zur digitalen Kriegsführung zielführend sind
- Andreas Schwarz warnt vor möglichen Mehrkosten und Risiken für Soldaten
- Andreas Mattfeldt (CDU) fordert mehr Transparenz und dass Lücken bei der Verteidigungsfähigkeit belastbar beurteilt werden können
- Mattfeldt kündigt an, Pistorius weiterhin zu fordern
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Unklare Grundlage und fehlendes fest definiertes Kriegsbild für die Verteidigungsplanung
- Planloser oder willkürlicher Eindruck bei der Beschaffung
- Notwendigkeit konkreter militärischer Fähigkeiten schneller aufzubauen
- Forderung nach einer Gesamtplanung für Beschaffungen bis 2029 und darüber hinaus
- Risiko, dass Programme nicht mit der digitalen Kriegsführung Schritt halten und damit weniger zielführend sind
- Potenziell sehr hoher finanzieller Schaden für Steuerzahler bei falscher Beschaffung
- Gefahr für Gesundheit und Leben von Soldaten bei schlechter oder unpassender Ausstattung
- Bedarf an mehr Transparenz zur Bewertung des Aufbaus der Verteidigungsfähigkeit und vorhandener Lücken
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja: Carlo Masala, Thomas Röwekamp, Andreas Schwarz und Andreas Mattfeldt äußern jeweils Kritik bzw. Forderungen und werden im Artikel direkt zitiert.
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