Studie: Mehrheit hält Steuerlast für ungerecht

Studie: Mehrheit hält Steuerlast für ungerecht

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Steuergerechtigkeit in Deutschland: Bürgerzufriedenheit in Berlin

Berlin () – Die Mehrheit der Bürger empfindet die Verteilung der Steuerlast in Deutschland als ungerecht. Nur sechs Prozent halten sie für gerecht, drei Viertel sehen Normalverdiener als am stärksten benachteiligt. Das geht aus einer neuen der Deutschen Steuer-Gewerkschaft (DSTG) hervor, über die die Funke-Mediengruppe berichtet. Befragt wurden 1.022 Bürger sowie 9.227 Beschäftigte der deutschen Steuerverwaltung.

75 Prozent der Befragten sehen Normalverdiener als besonders benachteiligt – unter anderem wegen ihres hohen Anteils an der Steuerlast und ihrer aus Sicht der Befragten geringeren Möglichkeiten zur legalen Steuerersparnis. Nur zehn Prozent stimmen der Aussage zu, dass alle Bürger im Steuersystem gleichbehandelt werden. Dagegen werden vor allem Reiche und Konzerne als Profiteure wahrgenommen: 72 Prozent nennen Reiche, 68 Prozent Konzerne.

Die Steuer-Gewerkschaft schlägt deshalb unter anderem vor, die Grundlage für die Berechnung der Einkommensteuer stärker zu vereinheitlichen. So sollen beispielsweise alle Arbeitnehmer von einer Arbeitstagepauschale profitieren können, statt dass steuerliche Vorteile von unterschiedlichen Einzelfallregelungen abhängen. Auch sogenannte Typisierungen und Pauschalen sollen stärker genutzt werden. Dahinter steht die Idee, gleiche oder vergleichbare Fälle steuerlich möglichst gleich zu behandeln und aufwendige Einzelfallprüfungen zu reduzieren.

Zugleich sollen Steuerzahler besser nachvollziehen können, wer wie viel zum Steueraufkommen beiträgt und was mit dem Geld geschieht. Die DSTG schlägt dafür ein digitales Echtzeit-Dashboard vor, über das Bürger etwa verfolgen könnten, wie viel Steuern die 100 größten zahlen und in welche Projekte die Einnahmen fließen. Nach Vorstellung der Gewerkschaft könnte die wahrgenommene Nachvollziehbarkeit der Steuerpolitik dadurch deutlich steigen.

Der Umfrage zufolge sehen Bürger aber auch im direkten Kontakt mit dem Steuersystem erheblichen Verbesserungsbedarf. 46 Prozent geben an, Angst zu haben, bei ihren steuerlichen Pflichten etwas falsch zu machen. 53 Prozent wünschen sich mehr Unterstützung. Nur 33 Prozent finden, dass sich eine einfach erstellen lässt. Lediglich 27 Prozent können nach eigenen Angaben die Berechnung ihrer Gesamtsteuerlast nachvollziehen.

Auch die Bürokratie und die Kommunikation der Finanzämter sorgen für Frust. 82 Prozent halten das deutsche Steuersystem für zu kompliziert und unverständlich, 85 Prozent empfinden deutsche Ämter und Behörden als zu bürokratisch. Nur fünf Prozent verstehen Bescheide und Anschreiben nach eigenen Angaben problemlos, 43 Prozent haben damit sogar starke Verständnisprobleme.

Gleichzeitig sind die Deutschen für eine stärkere Digitalisierung der Steuerverwaltung durchaus offen – sofern sie ihnen tatsächlich Arbeit abnimmt. 74 Prozent befürworten das sogenannte Once-Only-Prinzip, bei dem Daten nur einmal an den Staat übermittelt werden müssen. 64 Prozent können sich eine automatisch erstellte Steuererklärung vorstellen, die sie anschließend nur noch prüfen und bestätigen müssen.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte zuletzt den Referentenentwurf für die Einkommensteuerreform vorgelegt. Grundsätzlich will die zudem auch Steuervereinfachungen auf den Weg bringen. DSTG-Bundesvorsitzender Florian Köbler sieht in den Studienergebnissen einen klaren Auftrag an die . Deutschland fordere weniger Bürokratie, mehr Digitalisierung und wirksamere Bekämpfung von Steuerbetrug. Das sei das stärkste Reformmandat, das sich eine Regierung wünschen könne, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Auch bei den Beschäftigten der Finanzverwaltung zeigt die Befragung erheblichen Reformbedarf. 86 Prozent sehen die Verwaltung nicht oder nur mangelhaft auf das Ausscheiden der geburtenstarken Jahrgänge vorbereitet. 89 Prozent kennen keine oder nur eine vage Strategie, wie der absehbare Personalmangel bewältigt werden soll. 90 Prozent befürchten deshalb eine steigende Arbeitsbelastung. Zugleich setzen die Finanzbeamten große Hoffnungen in die Digitalisierung: 83 Prozent sehen Vorteile darin, Routineaufgaben automatisch bearbeiten zu lassen, 81 Prozent befürworten KI-gestützte Assistenzsysteme.

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Text-/Bildquelle:
Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
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Finanzamt (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Lars Klingbeil, Florian Köbler

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Deutsche Steuer-Gewerkschaft (DSTG), Funke-Mediengruppe, Finanzamt, Deutsche Steuerverwaltung, DSTG-Bundesvorsitzender Florian Köbler, Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), Koalition, Finanzämter, Ämter und Behörden, Staat

Wann ist das Ereignis passiert?

Nicht erwähnt

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Berlin

Worum geht es in einem Satz?

Laut einer DSTG-Studie halten nur sechs Prozent die Verteilung der Steuerlast in Deutschland für gerecht, während Bürger Normalverdiener als besonders benachteiligt sehen und die Gewerkschaft u. a. mehr Steuervereinfachung, digitale Nachvollziehbarkeit (z. B. Echtzeit-Dashboard) sowie weniger Bürokratie und eine bessere Unterstützung bei der Steuererklärung fordert.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Die Mehrheit der Bürger empfindet die Verteilung der Steuerlast in Deutschland als ungerecht
  • Normalverdiener werden als besonders benachteiligt wahrgenommen
  • Reiche und Konzerne werden als Profiteure der bestehenden Steuerverteilung gesehen
  • Verbesserungsbedarf bei der Nachvollziehbarkeit, ob und wie Steuern zum Steueraufkommen beitragen und wofür sie verwendet werden
  • Angst vor Fehlern bei steuerlichen Pflichten und Wunsch nach mehr Unterstützung
  • Hohe empfundene Komplexität und Bürokratie im Steuersystem sowie starke Verständnisprobleme bei Bescheiden und Anschreiben
  • Wunsch nach mehr Digitalisierung, insbesondere um Arbeit abzubauen

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

keine Reaktionen von Politik oder Medien im Artikel beschrieben
nur Forderungen der Steuer-Gewerkschaft sowie ein Zitat von DSTG-Bundesvorsitzender und die Einordnung durch den Bundesfinanzminister im Kontext der Einkommensteuerreform genannt

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Die Mehrheit empfindet die Verteilung der Steuerlast als ungerecht
  • Normalverdiener werden besonders stark benachteiligt wahrgenommen
  • Reiche und Konzerne werden als hauptsächliche Profiteure gesehen
  • Forderung nach vereinheitlichteren Berechnungsgrundlagen der Einkommensteuer
  • Erwartung, dass Pauschalen und Typisierungen stärker genutzt werden sollten
  • Geringere Möglichkeiten zur legalen Steuerersparnis werden als Problem gesehen
  • Steuerzahler sollen nachvollziehen können, wer wie viel zum Steueraufkommen beiträgt
  • Bürger sollen besser erkennen können, wofür Einnahmen verwendet werden
  • Wunsch nach einem digitalen Echtzeit-Dashboard zur Transparenz
  • Angst, steuerliche Pflichten falsch zu erfüllen wird deutlich
  • Der Bedarf an mehr Unterstützung bei steuerlichen Aufgaben wird geäußert
  • Viele empfinden die Erstellung einer Steuererklärung als nicht ausreichend einfach
  • Probleme beim Nachvollziehen der eigenen Gesamtsteuerlast werden genannt
  • Das Steuersystem wird als zu kompliziert und unverständlich bewertet
  • Bescheide und Anschreiben werden häufig als schwer verständlich eingestuft
  • Frust über Bürokratie und Kommunikation der Finanzämter wird berichtet
  • Eine Digitalisierung wird mehrheitlich befürwortet, vor allem wenn sie Arbeit abnimmt
  • Zustimmung zum Once-Only-Prinzip und zu automatisch erstellten Steuererklärungen wird geäußert
  • Die Finanzverwaltung wird als unzureichend auf das Ausscheiden geburtenstarker Jahrgänge vorbereitet gesehen
  • Fehlende oder unklare Strategien zur Bewältigung des Personalmangels werden beklagt
  • Befürchtet wird eine steigende Arbeitsbelastung in der Verwaltung
  • Große Hoffnungen bestehen auf Automatisierung von Routineaufgaben und KI-gestützte Assistenzsysteme

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja. Es wird die Stellungnahme von DSTG-Bundesvorsitzendem Florian Köbler zitiert („…sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.“).

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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