Politik: UAV-Abwehr in Europa
London () – Europas Abwehr unbemannter Luftfahrzeuge wird laut einer Studie der derzeitigen Bedrohungslage nicht gerecht. Das geht aus einer Stellungnahme des International Institute for Strategic Studies (IISS) in London zusammen mit der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung hervor.
„Die Erkennung ist uneinheitlich, rechtliche Zuständigkeiten sind fragmentiert, Reaktionsmöglichkeiten sind häufig unverhältnismäßig, und die Zuordnung der Verantwortlichkeit erfolgt weiterhin zu langsam, um eine rechtzeitige Abschreckung zu ermöglichen“, heißt es in dem Papier, aus dem der „Tagesspiegel“ zitiert.
Zwischen August 2024 und Februar 2026 seien unbemannte Luftfahrzeuge (Unmanned Aerial Vehicles, UAVs) im Luftraum von zwölf Nato-Mitgliedstaaten sowie Irland festgestellt worden, heißt es in der Studie über „Russlands UAV-Kampagne über Europa“.
Der Studie zufolge ist die UAV-Kampagne über Europa mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf Russland zurückzuführen. „Wir bewerten es als wahrscheinlich, dass mit Russland verbundene Schiffe und die sogenannte ‚Schattenflotte` als Start- und Rückholplattformen für UAVs genutzt wurden, als Teil des umfassenderen unkonventionellen Krieges des Kremls gegen Europa“, heißt es in dem Papier.
Die ehrgeizigste gemeinsame europäische Reaktion, die European Drone Defence Initiative (EDDI), ziele darauf ab, eine europaweite, 360-Grad-Architektur zur Drohnenabwehr aufzubauen, mit einer anfänglichen Einsatzfähigkeit bis Ende 2026. Das Europäische Parlament sei jedoch im Januar 2026 zu dem Schluss gekommen, dass der EDDI die notwendige Agilität und doktrinäre Geschlossenheit fehle, die erforderlich seien, um skalierbare Ergebnisse zu erzielen. „Entscheidend ist, dass selbst eine vollständig einsatzfähige EDDI das UAV erst bekämpfen kann, sobald es in den europäischen Luftraum eingedrungen ist – sie besitzt jedoch kein Mandat gegenüber dem Schiff, von dem aus es gestartet wurde“, wird in der Studie betont.
Der Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung, Klaus Holetschek, sprach von einer alarmierenden Bedrohungslage. „Auch wenn eine direkte Attribution schwierig ist, kommt die Studie zu dem Schluss, dass wahrscheinlich Russland hinter einer koordinierten UAV-Kampagne in Europa steht“, sagte er dem „Tagesspiegel“. Es sei alarmierend, dass Europa auf diese Form hybrider Bedrohung bislang nicht ausreichend vorbereitet sei. Die Erkennung sei uneinheitlich, rechtliche Befugnisse seien fragmentiert, Reaktionsmöglichkeiten häufig ungeeignet und die Attribution dauere zu lange.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Klaus Holetschek
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
International Institute for Strategic Studies (IISS), Hanns-Seidel-Stiftung, CSU, Tagesspiegel, European Drone Defence Initiative (EDDI), Europäisches Parlament, NATO, Irland, Russland, Kreml
Wann ist das Ereignis passiert?
Zeitraum: Zwischen August 2024 und Februar 2026.
(Weitere konkrete Datumsnennung: Januar 2026 – wegen der Aussage des Europäischen Parlaments.)
Wo spielt die Handlung des Artikels?
London, Kreml, Europäisches Parlament
Worum geht es in einem Satz?
Laut einer Studie des IISS zusammen mit der Hanns-Seidel-Stiftung wird Europas Drohnenabwehr angesichts einer mutmaßlich von Russland getragenen UAV-Kampagne über Europa als unzureichend kritisiert, weil Erkennung, Zuständigkeiten, Reaktionsfähigkeit und schnelle Verantwortungszuordnung noch nicht rechtzeitig eine Abschreckung ermöglichen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Erkennung ist uneinheitlich
- Rechtliche Zuständigkeiten sind fragmentiert
- Reaktionsmöglichkeiten sind häufig unverhältnismäßig
- Zuordnung der Verantwortlichkeit erfolgt weiterhin zu langsam
- Wahrscheinlich Nutzung russlandbezogener Schiffe und der sogenannten Schattenflotte als Start- und Rückholplattformen für UAVs
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Studie warnt vor uneinheitlicher Erkennung und fragmentierten Zuständigkeiten bei der UAV-Abwehr
- Europäisches Parlament kam im Januar 2026 zum Schluss dass EDDI nicht die nötige Agilität und doktrinäre Geschlossenheit für skalierbare Ergebnisse habe
- Hanns-Seidel-Stiftung bewertet die Bedrohungslage als alarmierend und sieht wahrscheinlich Russland hinter einer koordinierten UAV-Kampagne
- Reaktion Europas auf die hybride Bedrohung sei bislang nicht ausreichend vorbereitet gewesen
- Tagesspiegel berichtet auf Basis der Stellungnahme und zitiert Klaus Holetschek zur verlangsamten Attribution und ungeeigneten Reaktionsmöglichkeiten
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Uneinheitliche Erkennung von UAVs im europäischen Luftraum
- Fragmentierte rechtliche Zuständigkeiten
- Häufig unverhältnismäßige Reaktionsmöglichkeiten
- Zu langsame Zuordnung der Verantwortlichkeit
- Fehlende ausreichende Vorbereitung Europas auf eine hybride Bedrohung
- Verzögerungen bei wirksamer Abschreckung durch nicht rechtzeitige Reaktionsfähigkeit
- Einschränkungen der Wirksamkeit einer vollständig einsatzfähigen europäischen Drohnenabwehr, da eine Bekämpfung erst nach dem Eindringen in den europäischen Luftraum möglich sei
- Kein Mandat gegenüber den Schiffen, von denen UAVs gestartet werden
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Im Artikel wird eine Stellungnahme des International Institute for Strategic Studies (IISS) zitiert („Die Erkennung ist uneinheitlich…“).
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