Gesundheitspolitik in Deutschland: Telefonische Krankschreibung
Berlin () – Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat die geplante Abschaffung der telefonischen Krankschreibung verteidigt. „Die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung hat sich während der Pandemie bewährt – einer Zeit des Ausnahmezustands“, sagte Warken der „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe). Generell gelte: Niemand solle zur Arbeit gehen, wenn Krankheit dem entgegenstehe. Daran solle sich auch in Zukunft nichts ändern.
Zur Wahrheit gehöre ihrer Ansicht nach aber auch, dass die Hürden für eine Arbeitsunfähigkeitserklärung durch die telefonische Krankschreibung deutlich gesenkt worden seien. Daher sei es richtig, diese wieder abzuschaffen, so Warken.
Gleichzeitig müsse man sicherstellen, dass digitale Möglichkeiten wie die Videosprechstunde mit dem behandelnden Hausarzt weiterhin möglich seien und verstärkt genutzt würden. Hier werde man entsprechend des Koalitionsvertrags eine Regelung schaffen, die Missbrauch unterbinde und gleichzeitig dem Ziel folge, für den Einstieg in die Versorgung deutlich stärker auf Digitalisierung zu setzen.
Ähnlich äußerte sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Das Ziel sei, die hohen Krankenstände in Deutschland zu senken, sagte der CDU-Vorsitzende der Sendung „ARD-Brennpunkt“. Man kehre zu der Regelung zurück, die vor Corona gegolten habe.
Es sei den Betrieben überlassen, andere Regelungen zu vereinbaren. Auf die Frage, ob die Menschen dann nicht länger krankgeschrieben würden, entgegnete Merz, das sei vor Corona auch nicht so gewesen.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) beteuerte, dass niemand, der krank sei, dann auch wirklich zum Arzt gehen müsse. Es komme jetzt sehr viel auf die Gesetzgebung an, sagte er den Sendern RTL und ntv.
Klingbeil verteidigte den Beschluss als Ergebnis eines politischen Kompromisses. Die SPD habe verhindert, dass sogenannte Karenztage ohne Lohnfortzahlung eingeführt würden. „Da haben wir als SPD sehr klar gesagt, das machen wir nicht mit“, sagte er.
Andreas Gassen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung, warnte unterdessen vor einer zusätzlichen Belastung der Praxen und einem massiven Aufwuchs an Bürokratie. „Wir müssten eigentlich die Krankschreibepflicht für die Tage eins bis drei abschaffen, anstatt diese Regelung zu verschärfen“, sagte er dem TV-Sender „Welt“ am Donnerstag. „Und insofern ist das eine völlig sinnfreie Entscheidung.“
Die Attestpflicht werde bewirken, dass die Praxen, die ohnehin am Anschlag arbeiteten, auch noch unsinnige Arbeiten mehr leisten sollten. Das werde nicht funktionieren, so Gassen.
Das Versprechen sei gewesen, die Praxen zu entlasten und von Bürokratie zu befreien. „Es wird immer von einem gewissen Vertrauensvorschuss gesprochen und das ist in allen Punkten das genaue Gegenteil davon. Das heißt, hier muss man sagen, in der Schule wäre das Thema verfehlt, setzen fünf“, kritisierte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Nina Warken am 01.07.2026 |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Nina Warken, Friedrich Merz, Lars Klingbeil, Andreas Gassen
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Die genannten Organisationen, Parteien oder Institutionen sind:
CDU, Rheinische Post, Koalitionsvertrag, ARD-Brennpunkt, SPD, RTL, ntv, Kassenärztliche Vereinigung, Welt
Wann ist das Ereignis passiert?
Das beschriebene Ereignis fand am 01.07.2026 statt.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die beschriebenen Ereignisse finden statt in: Berlin.
Worum geht es in einem Satz?
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken verteidigt die geplante Abschaffung der telefonischen Krankschreibung, da diese ihrer Meinung nach die Hürden für Arbeitsunfähigkeit gesenkt hat, während sie gleichzeitig betont, dass digitale Optionen wie Videosprechstunden gefördert werden sollten.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Einführung der telefonischen Krankschreibung während der Pandemie
- Wahrnehmung als Erfolg in Zeiten des Ausnahmezustands
- Senkung der Hürden für Arbeitsunfähigkeitserklärung durch telefonische Krankschreibung
- Rückkehr zur vorherigen Regelung vor der Pandemie
- Ziel zur Senkung der hohen Krankenstände in Deutschland
- Politischer Kompromiss im Gesetzgebungsprozess
- Bedarf an digitaler Unterstützung durch Videosprechstunden
- Bedenken der Kassenärztlichen Vereinigung bezüglich zusätzlicher Bürokratie und Praxenbelastung
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Bundesgesundheitsministerin Nina Warken verteidigt die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung.
- Warken betont, dass die telefonische Krankschreibung während der Pandemie erfolgreich war, jedoch die Hürden für eine Arbeitsunfähigkeitserklärung gesenkt wurden.
- Digitale Lösungen wie Videosprechstunden sollen weiterhin gefördert werden.
- Bundeskanzler Friedrich Merz unterstützt die Rückkehr zur Regelung vor Corona, um hohe Krankenstände zu senken.
- Merz sagt, dass es den Betrieben überlassen bleibt, eigene Regelungen zu treffen.
- Bundesfinanzminister Lars Klingbeil betont, dass Kranke nicht zum Arzt gehen müssen.
- Klingbeil sieht den Beschluss als politischen Kompromiss und hebt hervor, dass Karenztage ohne Lohnfortzahlung verhindert wurden.
- Andreas Gassen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung, warnt vor zusätzlicher Bürokratie und Belastung der Praxen.
- Gassen kritisiert die Entscheidung als nicht sinnvoll und spricht von fehlender Entlastung für die Praxen.
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Abschaffung der telefonischen Krankschreibung
- Erhöhung der Hürden für Arbeitsunfähigkeitserklärungen
- Notwendigkeit digitaler Lösungen wie Videosprechstunden
- Risiko von Missbrauch durch die Regelung
- Rückkehr zu Regelungen vor der Pandemie
- Überlastung der Arztpraxen
- Zunehmende Bürokratie
- Zusätzliche Arbeiten für bereits belastete Praxen
- Enttäuschung über mangelnde Entlastung der Praxen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme zitiert. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) verteidigte die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung mit der Aussage, dass diese Regelung während der Pandemie bewährt habe.
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