Gesundheitspolitik in Deutschland: Telefonische Krankschreibung im Fokus
Berlin () – Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Christos Pantazis, hat die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung gegen Kritik aus der Union verteidigt.
„Die telefonische Krankschreibung ist kein `Freifahrtschein`, sondern eine eng begrenzte, ärztlich verantwortete Regelung für leichte Erkrankungen“, sagte Pantazis den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben). „Wer krank ist, soll sich auskurieren können – und wer das System stabil halten will, muss Krankheiten verhindern, nicht Kranke unter Generalverdacht stellen.“ Die telefonische Krankschreibung sei dafür ein „vernünftiges Instrument im Werkzeugkasten – eng geregelt, ärztlich verantwortet und praxistauglich“.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte kritisiert, der Krankenstand in Deutschland sei zu hoch. Merz stellte deswegen die Möglichkeit infrage, telefonisch und ohne Praxisbesuch eine Krankschreibung bekommen zu können. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) erklärte daraufhin, die Regelung zur telefonischen Krankschreibung zu überprüfen.
Im Koalitionsvertrag sei vereinbart, die telefonische Krankschreibung so zu verändern, dass Missbrauch ausgeschlossen sei, sagte Pantazis. Dazu stehe die SPD. „Wer jetzt jedoch reflexhaft die telefonische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zum Sündenbock macht, verwechselt Symptom und Ursache“, kritisierte der Gesundheitspolitiker.
„Die Treiber sind seit Jahren gut bekannt: Atemwegswellen, psychische Belastungen, Muskel-Skelett-Erkrankungen, teils Arbeitsverdichtung und ein hoher Anteil an Tätigkeiten mit körperlicher/psychischer Beanspruchung.“
Der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Janosch Dahmen, sagte, es gebe „keine seriösen Daten“, dass Menschen in Deutschland überdurchschnittlich häufiger krank seien als Menschen in anderen OECD-Staaten. „Die Einführung der telefonischen Krankschreibung ist nicht die Ursache für den Anstieg an Krankheitstagen“, sagte Dahmen der Funke-Mediengruppe. „Vielmehr ist dies auf die Digitalisierung der Erfassung und damit überwiegend auf einen statistischen Effekt zurückzuführen.“
Die telefonische Krankschreibung sei ein sinnvolles Instrument: „Sie entlastet Arztpraxen, reduziert unnötige Arztkontakte und schützt gerade in der Erkältungs- und Grippesaison vor Ansteckungen im Wartezimmer“, sagte der Grünen-Politiker. „Wer das zurückdreht, macht die Versorgung teurer, schlechter und bürokratischer.“
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Christos Pantazis, Friedrich Merz, Nina Warken, Janosch Dahmen
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
SPD, CDU, Grüne, Funke-Mediengruppe, OECD
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Christos Pantazis, verteidigt die telefonische Krankschreibung als ein verantwortetes Instrument für leichte Erkrankungen gegen Vorwürfe der Union und betont, dass sie nicht die Ursache für den steigenden Krankenstand in Deutschland sei.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Einführung der telefonischen Krankschreibung
- Kritik aus der Union über zu hohen Krankenstand
- Forderung nach Überprüfung der Regelung durch Gesundheitsministerin
- Missbrauchsängste bezüglich telefonischer Krankschreibung
- Diskussion über Gesundheitszustand der Bevölkerung
- Erwähnung von Faktoren, die zu hohen Krankheitstagen führen
- Unterschiedliche Auffassungen über die Ursachen des Anstiegs der Krankheitstage
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Christos Pantazis (SPD) verteidigt telefonische Krankschreibung gegen Kritik der Union
- Merz (CDU) empfindet hohen Krankenstand als Problem und kritisiert Regelung
- Gesundheitsministerin Warken (CDU) kündigt Überprüfung der Regelung an
- Pantazis weist auf im Koalitionsvertrag vereinbarte Veränderungen hin, um Missbrauch auszuschließen
- Dahmen (Grüne) sagt, keine seriösen Daten belegen überdurchschnittliche Krankheitstage in Deutschland
- Dahmen sieht Digitalisierung als Ursache für statistische Effekte, nicht telefonische Krankschreibung
- Telefonische Krankschreibung entlastet Arztpraxen und schützt vor Ansteckungen in Wartezimmern
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Verteidigung der telefonischen Krankschreibung
- Möglichkeit zur Überprüfung der Regelung
- Vereinbarung zur Veränderung der telefonischen Krankschreibung im Koalitionsvertrag
- Missbrauchsbekämpfung steht im Fokus
- Statistischer Effekt durch Digitalisierung der Erfassung
- Entlastung der Arztpraxen
- Reduzierung unnötiger Arztkontakte
- Schutz vor Ansteckungen in der Erkältungs- und Grippesaison
- Potentielle Verschlechterung der Versorgung bei Rückkehr zu alten Regelungen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme einer Person zitiert. Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Christos Pantazis, verteidigt die telefonische Krankschreibung und beschreibt sie als ein "vernünftiges Instrument im Werkzeugkasten".
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