Politische Entwicklungen in Ungarn 2026
Budapest () – Bei der Parlamentswahl in Ungarn haben die Wahllokale um 19 Uhr geschlossen.
Die im Laufe des Tages gemessene Wahlbeteiligung lag nach Angaben des nationalen Wahlbüros höher als in den letzten vier Wahlen und könnte neue Rekordwerte erreichen. Bis 18:30 Uhr hatten 77,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. 2022 lag die Wahlbeteiligung zum selben Zeitpunkt bei 73,51 Prozent.
Erste Teilergebnisse der Wahl werden im Laufe des Abends erwartet. Nachwahlbefragungen, wie sie in Deutschland üblich sind, gibt es nicht. Eine Umfrage, die das 21 Research Center für Telex in vom 8. bis 11. April erstellt hat, und die nach Schließung der Wahllokale veröffentlicht wurde, sieht die Partei Tisza vorne. Die Partei von Péter Magyar könnte demnach mit 132 der 199 Sitze in der Nationalversammlung rechnen, also einer klaren Mehrheit. Bislang war Tisza nicht im Parlament vertreten.
Die Partei Fidesz des bisherigen Regierungschefs Victor Orbán, die gemeinsam mit dem Regierungspartner KDNP bei der letzten Wahl 135 Sitze gewonnen hatte, würde deutlich verlieren und käme nunmehr auf 61 Abgeordnete. Mi Hazánk Mozgalom käme auf 5 Sitze, Nemzetiségi képviselö wäre mit einem Abgeordneten vertreten. Demokratikus Koalíció und Magyar Szocialista Párt müssen um den Einzug ins Parlament bangen.
Eine Umfrage des Instituts Median, die in den fünf Tagen vor der Wahl durchgeführt wurde, sieht Tisza ebenfalls klar vorne. Demnach kann die Partei mit 55,5 Prozent der Listenstimmen rechnen, Fidesz mit 37,9 Prozent.
Ein verlässlicher Trend darüber, wer am Ende vorne liegt, ist wahrscheinlich erst Stunden nach Schließung der Wahllokale zu erkennen. Ein Grund dafür ist auch das von Orbán ab 2011 geänderte Wahlsystem. 106 der 199 Mandate werden über die Erststimme in Einerwahlkreisen mit einfacher Mehrheit vergeben. Für die übrigen 93 Mandate werden neben der Zweitstimme auch all die Stimmen berücksichtigt, die die unterlegenen Direktkandidaten erhalten haben, sowie all die Stimmen, um die die Wahlkreisgewinner vor den jeweils Zweiplatzierten lagen.
Seit 2022 gilt außerdem eine Regelung, die häufig als „Wahltourismus“ kritisiert wird: Bürger müssen nicht mehr tatsächlich an der Adresse wohnen, für die ihr Wohnsitz registriert ist. 2024 wurde zudem die Zahl der Mandate von Budapest reduziert und dafür die Mandatszahl für das die Hauptstadt umgebende Komitat Pest erhöht. 2025 wurde die Obergrenze für Wahlkampfkosten gestrichen.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Wahllokal in Ungarn am 12.04.2026 |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Péter Magyar, Victor Orbán
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Tisza, Fidesz, KDNP, Mi Hazánk Mozgalom, Nemzetiségi képviselö, Demokratikus Koalíció, Magyar Szocialista Párt, 21 Research Center, Institut Median
Wann ist das Ereignis passiert?
Das beschriebene Ereignis fand am 12. April 2026 statt.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Budapest
Worum geht es in einem Satz?
Bei der Parlamentswahl in Ungarn lag die Wahlbeteiligung um 19 Uhr mit 77,8 Prozent über den Werten der letzten vier Wahlen, während erste Umfragen die neu gegründete Partei Tisza als Wahlsieger mit einer klaren Mehrheit prognostizieren.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Hohe Wahlbeteiligung
- Änderungen im Wahlsystem seit 2011
- Einführung von "Wahltourismus" seit 2022
- Reduzierung der Mandate für Budapest 2024
- Streichung der Obergrenze für Wahlkampfkosten 2025
- Politische Stimmung und Umfragen vor der Wahl
- Erster Auftritt der neuen Partei Tisza im Parlament
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Wahllokale in Ungarn schlossen um 19 Uhr
- Wahlbeteiligung lag mit 77,8 Prozent höher als in den letzten vier Wahlen
- Erste Teilergebnisse werden im Laufe des Abends erwartet
- Keine Nachwahlbefragungen wie in Deutschland
- Umfrage sieht Tisza klar vorne
- Tisza könnte 132 der 199 Sitze gewinnen
- Fidesz würde auf 61 Sitze deutlich verlieren
- Mi Hazánk Mozgalom und Nemzetiségi képviselő könnten im Parlament vertreten sein
- Demokratikus Koalíció und Magyar Szocialista Párt bangen um den Einzug
- Wahlsystem wurde 2011 von Orbán geändert
- Regelung seit 2022 ermöglicht "Wahltourismus"
- Mandate von Budapest reduziert, Mandate für Komitat Pest erhöht
- Obergrenze für Wahlkampfkosten seit 2025 gestrichen
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Höhere Wahlbeteiligung als in den letzten vier Wahlen
- Mögliche neue Rekordwerte der Wahlbeteiligung
- Tisza könnte klare Mehrheit im Parlament erhalten
- Fidesz verliert deutlich an Sitzen
- Mi Hazánk Mozgalom erhält 5 Sitze
- Demokratikus Koalíció und Magyar Szocialista Párt bangen um den Einzug ins Parlament
- Änderungen im Wahlsystem könnten Wahlergebnisse beeinflussen
- Regelung zu "Wahltourismus" könnte die Wählerstruktur beeinflussen
- Reduzierung der Mandate in Budapest und Erhöhung in Komitat Pest
- Streichung der Obergrenze für Wahlkampfkosten
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