Scharfe Kritik aus SPD an Dobrindt im Streit um Integrationskurse

Politik in Berlin: Streit um Integrationskursfinanzierung

Berlin () – In der SPD wächst der Ärger über den überraschenden Sparplan von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) bei Integrationskursen.

Der „Zulassungsstopp für freiwillige Teilnehmer ist ohne Abstimmung mit der SPD-Bundestagsfraktion erfolgt“, heißt es in einem Schreiben der Fraktionsspitze an die Abgeordneten der SPD, über welches die „Süddeutsche Zeitung“, der NDR und der WDR berichten. „Wir halten diese Entscheidung integrations-, gesellschafts- und arbeitsmarktpolitisch für falsch“, kritisiert die Fraktion. Denn „für eine gelungene Integration und ein funktionierendes Migrationssystem“ seien die Kurse „unverzichtbar“.

Auch Innenpolitiker der Fraktion werden deutlich. „Dass das den Koalitionspartner bei einer solchen Entscheidung nicht einbindet, halte ich für ein Foul“, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Hakan Demir und gab sich kämpferisch. „Das letzte Wort ist in der Sache noch nicht gesprochen. Wir dürfen das nicht akzeptieren“, sagte Demir. Für die Integration in Gesellschaft und Arbeitsmarkt sei es von „besonderer Bedeutung, dass die Integrations- und Sprachkurse auch für freiwillige Teilnehmer geöffnet bleiben“, sagte auch SPD-Fraktionsvizechefin Sonja Eichwede.

In der bekommt der Innenminister dagegen Unterstützung. „Völlig zu “ führe Dobrindt die Integrationsförderung zurück auf eine , sagte Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU). Man müsse zielgerichtet diejenigen unterstützen, die eine Bleibeperspektive in haben. „Lange genug haben wir mit wahllosen Integrationsangeboten die falschen Signale an abgelehnte Asylbewerber gesendet, die die Pflicht haben, das Land zu verlassen“, so Schuster weiter.

Am Mittwochabend kam es zu einem vertraulichen Krisengespräch in größerer Runde. Danach allerdings hieß es, eine Lösung sei noch nicht in Sicht. SPD-Innen- und Haushaltspolitiker sollten mit der Führungsebene des Bundesinnenministeriums weiter ausloten, ob ein Kompromiss möglich ist. Im Kern heißt das: Ob anderswo im Ministerium so viel gespart werden kann, dass ein großer Teil der Integrationskurse erhalten bleibt. Dem überraschenden Plan Dobrindts zufolge wird die Teilnahme von Asylbewerbern, Geduldeten, zuletzt aus der Ukraine zugezogenen Menschen sowie EU-Bürgern künftig nicht mehr im Regelfall von der öffentlichen Hand bezahlt. Aus dem Bundeshaushalt finanziert werden dann nur noch Kurse für Personen mit erfolgreichem Asylverfahren oder guter Bleibeperspektive.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Alexander Dobrindt (Archiv)

💬 Zu den Kommentaren

Scharfe Kritik aus SPD an Dobrindt im Streit um Integrationskurse

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Alexander Dobrindt, Hakan Demir, Sonja Eichwede, Armin Schuster

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

SPD, CSU, NDR, WDR, CDU, Bundesinnenministerium, Sachsen

Wann ist das Ereignis passiert?

Nicht erwähnt

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Berlin

Worum geht es in einem Satz?

Die SPD zeigt sich verärgert über den überraschenden Sparplan von Innenminister Dobrindt, der die Finanzierung von Integrationskursen für zahlreiche Gruppen einschränkt, während die Union seine Entscheidung unterstützt und strategische Kürzungen in der Integrationsförderung fordert.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Überraschender Sparplan von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt
  • Zulassungsstopp für freiwillige Teilnehmer an Integrationskursen
  • Entscheidung ohne Abstimmung mit der SPD-Bundestagsfraktion
  • Kritik der SPD-Fraktion an Integration und Arbeitsmarktpolitik
  • Innenpolitiker der SPD empfinden Ausschluss als Foul
  • Unterstützung für Dobrindts Plan aus der Union
  • Fokus auf Personen mit Bleibeperspektive
  • Geheimes Krisengespräch im Ministerium
  • Diskussion über mögliche Kompromisse und Einsparungen

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Ärger in der SPD über Dobrindts Sparplan für Integrationskurse
  • Zulassungsstopp für freiwillige Teilnehmer ohne Abstimmung mit der SPD
  • SPD-Fraktion kritisiert Entscheidung als integrationspolitisch falsch
  • Hakan Demir bezeichnet Vorgehen als "Foul" und fordert Akzeptanz
  • Sonja Eichwede betont Wichtigkeit der offenen Kurse für freiwillige Teilnehmer
  • Unterstützung für Dobrindt aus der Union, Betonte Rückbesinnung auf Selbstverständlichkeit
  • Krisengespräch zur möglichen Kompromissfindung, keine Lösung in Sicht
  • Teilnahme von bestimmten Gruppen künftig nicht mehr von öffentlicher Hand bezahlt

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Wachsende Unzufriedenheit innerhalb der SPD
  • Kritik an der Entscheidungsfindung des Innenministeriums
  • Gefährdung der Integration und des Migrationssystems
  • Möglicher Verlust von Integrations- und Sprachkursen für freiwillige Teilnehmer
  • Forderung nach Einbindung in Entscheidungen
  • Unterstützung für Dobrindts Ansatz in der Union
  • Signalwirkung an abgelehnte Asylbewerber
  • Krisengespräch ohne erkennbaren Fortschritt
  • Risiko des Wegfalls von Integrationskursen für bestimmte Gruppen
  • Notwendigkeit eines Kompromisses im weiteren Vorgehen

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme zitiert. SPD-Bundestagsabgeordneter Hakan Demir sagt: "Dass das Innenministerium den Koalitionspartner bei einer solchen Entscheidung nicht einbindet, halte ich für ein Foul."

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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