Verteidigungspolitik und internationale Resonanz in Deutschland
Kiel () – Der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft Kiel (IfW), Moritz Schularick, verlangt nach mehr Koordination der deutschen Wirtschafts-, Verteidigungs- und Außenpolitik durch das Bundeskanzleramt.
„Wir brauchen einen deutschen `Rüstungszaren`: jemand, der koordiniert, Prioritäten setzt und Kapazitäten plant“, sagte Schularick der „Welt am Sonntag“. „Das gehört eindeutig ins Kanzleramt.“
Historische Vorbilder gebe es, so Schularick: Im Ersten Weltkrieg habe Walther Rathenau diese Rolle übernommen, in Großbritannien im Zweiten Weltkrieg Lord Beaverbrook. „Nichts würde Putin mehr beeindrucken als das Wissen, dass Deutschland ernst macht und zum ökonomisch-industriellen Rückgrat europäischer Verteidigung wird“, sagte er.
Zugleich übte Schularick Kritik an der deutschen Verteidigungspolitik. „Wir machen alles wie bisher, nur mit mehr Geld“, sagte der Ökonom. Beschafft werde „wie in den 80ern“, während strategische Planung fehle. „Derzeit plant in Berlin niemand, welche Produktionskapazitäten wir im Konfliktfall brauchen“, kritisierte Schularick. Der Ökonom gehört zu dem Beraterkreis von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) für den Hochlauf der Rüstungsindustrie.
Mit mehr Koordination soll auch ein grundlegender Wechsel in der deutschen und europäischen Außenpolitik einhergehen. „Das ist eine neue Weltordnung, kein gradueller Übergang, sondern ein Bruch“, sagte Schularick mit Blick auf das transatlantische Verhältnis. Die regelgebundene Ordnung nach 1945 sei „kaputt“, Interessen würden wieder mit Machtmitteln durchgesetzt. Europa zähle nur, „wenn es zusammensteht, geschlossen, schnell, entschieden“.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Moritz Schularick, Walther Rathenau, Lord Beaverbrook, Katherina Reiche
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
IfW, Bundeskanzleramt, Walther Rathenau, Lord Beaverbrook, Katherina Reiche, CDU
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Kiel
Worum geht es in einem Satz?
Moritz Schularick, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft Kiel, fordert eine stärkere Koordination der deutschen Wirtschafts-, Verteidigungs- und Außenpolitik durch das Bundeskanzleramt, um Deutschlands Rolle als Rückgrat der europäischen Verteidigung zu stärken und den strategischen Planungsbedarf in der Verteidigungspolitik zu adressieren.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Forderung nach besserer Koordination in Wirtschafts-, Verteidigungs- und Außenpolitik
- Notwendigkeit eines zentralen Ansprechpartners ("Rüstungszar")
- Kritik an der aktuellen Beschaffungspraxis der Bundeswehr
- Mangel an strategischer Planung für Produktionskapazitäten
- Hinweis auf die veränderte weltpolitische Ordnung nach 1945
- Beobachtungen zur Machtpolitik in Europa und transatlantischen Beziehungen
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Moritz Schularick fordert mehr Koordination der Wirtschafts-, Verteidigungs- und Außenpolitik durch das Bundeskanzleramt
- Vorschlag für einen "Rüstungszaren" zur Prioritätensetzung und Kapazitätsplanung
- Historische Vorbilder: Walther Rathenau im Ersten Weltkrieg und Lord Beaverbrook im Zweiten Weltkrieg
- Kritik an der deutschen Verteidigungspolitik: Planung und Beschaffung seien veraltet
- Mangel an strategischer Planung für Produktionskapazitäten im Konfliktfall
- Forderung nach einem grundlegenden Wechsel in der deutschen und europäischen Außenpolitik
- Überzeugung, dass Europa nur gemeinsam stark ist
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Forderung nach mehr Koordination der Wirtschafts-, Verteidigungs- und Außenpolitik
- Einsetzung eines "Rüstungszaren" gefordert
- Kritik an der bestehenden Verteidigungspolitik
- Notwendigkeit strategischer Planung in der Rüstungsbeschaffung
- Perspektive auf grundlegenden Wechsel in der Außenpolitik
- Hinweis auf neue Weltordnung und veränderte Machtinteressen
- Betonung der Wichtigkeit einer geschlossenen europäischen Position und schnellen Reaktionen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme zitiert. Moritz Schularick fordert mehr Koordination der deutschen Wirtschafts-, Verteidigungs- und Außenpolitik durch das Bundeskanzleramt und spricht sich für die Schaffung eines "Rüstungszaren" aus.
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