Gesundheitswesen: Debatte über Krankschreibung in Deutschland
Berlin () – In der Debatte um die Höhe des Krankenstandes in Deutschland haben die Hausärzte die schwarz-rote Koalition davor gewarnt, die Krankschreibung per Telefon wieder abzuschaffen.
„Alle bisherigen Auswertungen der Krankenkassen bestätigen, dass die telefonische Krankschreibung nicht zu einem höheren Missbrauch bei Krankschreibungen führt“, sagte der Vorsitzende des Hausärzteverbandes, Markus Beier, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.
„Wer die telefonische Krankschreibung abschafft, der trägt die Verantwortung dafür, dass sich in Zukunft wieder unzählige Patientinnen und Patienten ohne Not in die Praxen schleppen müssen“, mahnte der Mediziner.
Beier sprach von einem bewährten Instrument zum Bürokratieabbau. „Sie entlastet unsere Praxen und schützt unsere Patientinnen und Patienten vor Ansteckungen im Wartezimmer“, sagte er dem RND und versicherte: „Sie ist kein regelfreier Raum, wie gerne behauptet wird.“
Der Verbandschef warf den Arbeitgebern vor, deren Forderung nach Abschaffung der Telefon-Krankschreibung habe keine belastbare Grundlage. „Es bleibt nur zu hoffen, dass die Politik sich an die Fakten hält, statt auf das Arbeitgebermärchen hereinzufallen“, sagte er. Beier stellte klar, dass es für die Krankschreibung per Telefon klare Regeln gebe. So müssten die Patienten in der Praxis persönlich bekannt sein. Die Krankschreibung dürfe zudem maximal fünf Tage lang sein.
Probleme sieht Beier nicht bei den kürzeren Krankschreibungen, zum Beispiel wegen Atemwegserkrankungen, sondern bei längeren Ausfällen. „Diese Pseudo-Debatte lenkt von den wirklichen Problemen ab“, mahnte er. Langzeitkrankschreibungen von mehr als sechs Wochen machten zwar nur 3,5 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitsfälle aus, verursachen aber über 40 Prozent der Fehlzeiten. „Wer die Fehlzeiten in Deutschland wirklich reduzieren will, muss bei einer effizienten und therapeutisch sinnvollen Wiedereingliederung ansetzen“, mahnte er. Dazu müsse das sogenannte Hamburger Modell zur schrittweisen Rückkehr in den Arbeitsalltag dringend reformiert werden und verbindlich für alle Arbeitgeber in Deutschland gelten, fordert der Verbandschef.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Markus Beier
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Hausärzteverband, Schwarz-Rote Koalition, Krankenkassen, Redaktionsnetzwerk Deutschland, Arbeitgeber
Wann ist das Ereignis passiert?
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Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind: Berlin.
Worum geht es in einem Satz?
Hausärzte warnen die schwarz-rote Koalition vor der Abschaffung der telefonischen Krankschreibung, da diese als effektives Mittel zur Entlastung von Praxen und zur Vermeidung von Ansteckungen gilt und nicht zu einem erhöhten Missbrauch führt.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Debatte um Krankenstand in Deutschland
- Warnung der Hausärzte vor Abschaffung der telefonischen Krankschreibung
- Aussagen des Hausärzteverbands über Missbrauch
- Vorteile der telefonischen Krankschreibung für Bürokratieabbau
- Schutz vor Ansteckungen im Wartezimmer
- Forderungen der Arbeitgeber zur Abschaffung
- Klare Regeln für telefonische Krankschreibung
- Problematisierung der Langzeitkrankschreibungen
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Hausärzte warnen vor Abschaffung der telefonischen Krankschreibung
- Markus Beier betont keinen höheren Missbrauch durch telefonische Krankschreibung
- Abschaffung könnte Patienten zwingen, in Praxen zu gehen
- Telefonische Krankschreibung entlastet Praxen und schützt vor Ansteckungen
- Arbeitgeberforderungen basieren auf unqualifizierten Annahmen
- Es gibt klare Regeln für telefonische Krankschreibung
- Fokus auf langzeitige Krankschreibungen und Lösungen zur Wiedereingliederung gefordert
- Reform des Hamburger Modells zur Rückkehr in den Arbeitsalltag notwendig
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Verantwortung, dass Patienten ohne Not in Praxen erscheinen müssen
- Entlastung der Praxen durch Bürokratieabbau
- Schutz der Patienten vor Ansteckungen im Wartezimmer
- Keine Grundlage für die Forderung der Arbeitgeber
- Notwendigkeit zur Reform des Hamburger Modells für Wiedereingliederung
- Effiziente und therapeutisch sinnvolle Rückkehr in den Arbeitsalltag erforderlich
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme zitiert. Der Vorsitzende des Hausärzteverbandes, Markus Beier, warnt davor, die telefonische Krankschreibung abzuschaffen, da sie bewährtes Instrument zum Bürokratieabbau sei und keinen höheren Missbrauch zur Folge habe.
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