Haushälter sehen Probleme bei Kontrolle von Bundeswehr-Beschaffungen

Haushälter sehen Probleme bei Kontrolle von Bundeswehr-Beschaffungen

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Verteidigung: Haushaltsausschuss in Berlin unter Druck

Berlin () – Die für Rüstungsbeschaffungen der Bundeswehr zuständigen Berichterstatter des Bundestags-Haushaltsausschusses üben Kritik am Umfang der in der nächsten Sitzungswoche anstehenden Entscheidungen. Es geht um 30 Beschlussvorlagen im Wert von 52 Milliarden Euro.

„Die Highspeed-Aufrüstung der Bundesregierung ist fahrlässig“, sagte Haushaltspolitiker Dietmar Bartsch (Linke) dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Freitagausgaben). „In einer Sitzung rund 30 Vorlagen im Wert von über 50 Milliarden Euro durchzupeitschen, verhindert eine seriöse Prüfung dessen, was das Verteidigungsministerium auf seiner teuren Weihnachtswunschliste hat. Dass die Koalition dieses Vorgehen nicht stoppt, sondern mitträgt, ist ein enormes Risiko für die Steuerzahler.“ Dies sei „ein gefährlicher Freibrief für Rheinmetall und Co., der nicht fortgeschrieben werden darf“.

Der Grünen-Berichterstatter Sebastian Schäfer sprach von einem „Milliarden-Karussell, das möglicherweise kaum noch kontrolliert werden kann“. Schließlich gehe es um „komplexeste Vertragswerke, komplizierte technologische Fragen“ und „Projektkosten, die so manchen Einzeletat in diesem Haushalt deutlich übertreffen“. Da gebe es „ein Problem in der parlamentarischen Kontrolle“.

Der SPD-Berichterstatter Andreas Schwarz räumte Probleme ein. „Sicherlich können wir das eine oder andere nicht mit der Intensität prüfen, wie wir es täten, wenn wir mehr Zeit hätten“, sagte er. „Man kann bei 30 Vorlagen im Wert von 52 Milliarden Euro nicht jeden Vertrag lesen, denn viele Verträge haben mehrere Hundert Seiten, das ist nicht machbar.“

Doch die bei den Beratungen anwesenden Vertreter des Bundesrechnungshofes seien „bei der Kontrolle eine enorme Hilfe“. Zudem wüssten erfahrene Abgeordnete, „wo man hingucken muss“. Ohnehin sei „das Ganze in dieser Form eine Ausnahme“, so Schwarz. „Im nächsten Jahr wird es besser.“

Julian Brummer, Vorstandsmitglied bei Transparency International, sieht prinzipielle Missstände. „Das Korruptionsrisiko steigt mit den Summen“, sagte er. „Bei der Vergabe von Rüstungsaufträgen ist das Risiko für Korruption weltweit am höchsten. Und die Kontrollmechanismen in Deutschland sind schwach. Der Beschaffungsprozess ist auf sehr wenige Berichterstatter beschränkt. Hier ist viel Raum für zwielichtige Machenschaften.“

Der Haushaltsausschuss entscheidet am Mittwoch unter anderem über die Bestellung von 200 Schützenpanzern des Typs Puma oder Raketen für das Abwehrsystem „Arrow 3“. Auch soll der Rüstungskonzern Rheinmetall einen Milliardenauftrag für das satellitengestützte Aufklärungssystem „Spock“ bekommen. Die eigentliche Prüfung obliegt aber den fünf Berichterstattern, die sich bereits am Montag treffen.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Haushaltsausschuss (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Die vollständigen Namen der Personen aus dem Artikel sind:

Dietmar Bartsch, Sebastian Schäfer, Andreas Schwarz, Julian Brummer.

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Bundestags-Haushaltsausschuss, Dietmar Bartsch (Linke), Redaktionsnetzwerk Deutschland, Rheinmetall, Sebastian Schäfer (Grüne), Andreas Schwarz (SPD), Bundesrechnungshof, Transparency International, Puma, Arrow 3, Spock

Wann ist das Ereignis passiert?

Nicht erwähnt

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Berlin

Worum geht es in einem Satz?

Die Berichterstatter des Bundestags-Haushaltsausschusses kritisieren die geplanten Entscheidungen über 30 Rüstungsbeschaffungen im Wert von 52 Milliarden Euro als unzureichend prüfbar und gefährlich für die Steuerzahler, da dies ein erhöhtes Risiko für Korruption birgt und die parlamentarische Kontrolle schwächt.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Kritik am Umfang der anstehenden Entscheidungen
  • 30 Beschlussvorlagen im Wert von 52 Milliarden Euro
  • Hohe Summen erhöhen das Korruptionsrisiko
  • Mangelnde Zeit für umfassende Prüfung der Verträge
  • Komplexität der Vertragswerke und technologischen Fragen
  • Eingeschränkte parlamentarische Kontrolle
  • Beschaffungsprozess auf wenige Berichterstatter beschränkt

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Bundestags-Haushaltsausschuss kritisiert Umfang der anstehenden Entscheidungen
  • 30 Beschlussvorlagen mit einem Gesamtwert von 52 Milliarden Euro
  • Dietmar Bartsch (Linke) bezeichnete die Vorgehensweise als fahrlässig
  • Koalition wird beschuldigt, ein hohes Risiko für Steuerzahler einzugehen
  • Sebastian Schäfer (Grüne) spricht von einem "Milliarden-Karussell"
  • Schwierigkeiten bei der parlamentarischen Kontrolle betont
  • Andreas Schwarz (SPD) räumt ein, dass nicht alle Verträge intensiv geprüft werden können
  • Bundesrechnungshof wird als Unterstützung bei der Kontrolle genannt
  • Julian Brummer von Transparency International warnt vor steigenden Korruptionsrisiken
  • Kritisiert schwache Kontrollmechanismen in Deutschland
  • Haushaltsausschuss entscheidet über Rüstungsaufträge wie Schützenpanzer und Raketen

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Kritische Einschätzung des Umfangs der Entscheidungen
  • Risiko für Steuerzahler
  • Gefahr unzureichender parlamentarischer Kontrolle
  • Möglichkeit von Korruption aufgrund hoher Summen
  • Schwache Kontrollmechanismen
  • Fehlende gründliche Prüfung komplexer Verträge
  • Potenzial für zwielichtige Machenschaften
  • Anstieg von Korruptionsrisiken bei Rüstungsvergaben

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel werden mehrere Stellungnahmen und Reaktionen zitiert. Eine Aussage von Dietmar Bartsch (Linke) hebt die Bedenken bezüglich der schnellen Rüstungsentscheidungen hervor: "Die Highspeed-Aufrüstung der Bundesregierung ist fahrlässig."

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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